SunPower unter Kostendruck - Solar-Bond soll für Entlastung sorgen

Dienstag, 16. November 2010 14:04
SunPower

(IT-Times) - Der US-Solarkonzern SunPower (Nasdaq: SPWRA, WKN: A0HHD1) hat jüngst seinen Gewinnausblick für das laufende vierte Quartal 2010 senken müssen, nachdem die Gewinnmargen des Unternehmens unter Druck geraten sind.

Hintergrund ist der intensive Wettbewerbsdruck in der Branche, wobei SunPower nach Meinung von Analysten weiterhin Wettbewerbsnachteile gegenüber Rivalen wie First Solar und chinesischen Anbietern hat. Hintergrund ist die höhere Kostenstruktur, die auch die Ergebnisse im jüngsten Quartal belastet haben. Trotz eines deutlichen Umsatzanstiegs legten die Gewinne nur marginal zu.

Interne Kosten sollen um 15 Prozent sinken
Hoffnungen auf sinkende Kosten im Bereich der Produktion eröffnet das gemeinsam mit der taiwanischen AU Optronics geschlossene Joint Venture. Dieses soll die 1,4 Gigawatt Solarzellenfabrik (Fab 3) in Malaysia betreiben, dessen Bau demnächst abgeschlossen werden soll.

SunPower-Chef Tom Werner dämpft jedoch schnelle Kostenerfolge. Dieses Vorhaben sei nicht binnen drei Monate, sondern eher auf eine Sicht von 12-Monaten umzusetzen, merkt der Manager in einem Interview gegenüber Reuters an. SunPower hofft, dass die Zusammenarbeit mit AUO die Kosten pro Watt in der neuen Fabrik um mehr als 35 Prozent senken wird. Durch das Joint Venture sollen insbesondere unter dem Stichwort "time-to-market" künftig mehr Solarzellen noch schneller und noch günstiger produziert werden.

Insgesamt will SunPower sein internes Kostenniveau im kommenden Jahr um 15 Prozent senken - dies ist auch notwendig, denn Branchenexperten gehen davon aus, dass die Preise für Solarmodule und Zellen in 2011 um mindestens weitere 15 bis 20 Prozent sinken werden.

SunPower will ersten Solar-Bond begeben
Um die Finanzierungskosten für große Solarprojekte weiter zu drücken, hat SunPower den ersten "Solar-Bond" angekündigt. In zwei Tranchen will das Unternehmen so 200 Mio. Euro aufnehmen, um das Montalto 44-Megawatt Solarprojekt in Italien zu finanzieren. SunPower geht davon aus, dass Projekt im laufenden vierten Quartal noch verkaufen zu können.

Sollte SunPower seine Solaranleihe erfolgreich bei institutionellen Investoren in Europa platzieren können, dürfte das Unternehmen damit eine neue, alternative Finanzierungsmöglichkeit aufgetan haben, um mit der chinesischen Konkurrenz mitzuhalten, die tatkräftig von den chinesischen Banken unterstützt wird?

Kurzportrait

Der im kalifornischen San Jose ansässige Solarkonzern SunPower Corporation wurde ursprünglich im April 1985 gegründet. Das Unternehmen ist ein vertikal integrierter Solarkonzern, der sowohl bei der Entwicklung als auch bei der Herstellung und im Vertrieb von Solarzellen, Solarmodulen sowie Inverter engagiert ist.

SunPower operiert aus zwei Geschäftsbereichen heraus: Komponenten und Systeme. Die Einheit Komponenten verkauft unter anderem Solarzellen, Solarmodule und Inverter. Verkauft werden die Solar-Produkte an Händler, als auch an Installateure und Systemanbieter. Gefertigt werden die Solar-Produkte unter anderen in den eigenen Fertigungsfabriken auf den Philippinen. Daneben werden SunPower-Produkte auch von einem Dritthersteller in China produziert. Die Einheit (SP Systems) entwickelt und fertigt großflächige Solarprojekte. Insgesamt ist SunPower in verschiedenen Absatzmärkten aktiv. So vertreibt SunPower seine Produkte sowohl in Nordamerika, als auch in Asien und Europa.

Der Geschäftsbereich Systeme ist für den Vertrieb Solarsysteme verantwortlich. Der Servicebereich umfasst verschiedene Aufgaben, wie die Entwicklung komplexer Solaranlagen, sowie deren Finanzierung und Konstruktion, sowie Systemintegration. Zu den Produktangeboten der Gesellschaft gehören neben Aufdachsysteme, auch Boden- und Nachführsysteme. Wartung und Überwachung der installierten Solarangaben runden das Serviceangebot von SunPower ab.

Im Januar 2007 verstärkte sich SunPower durch die Übernahme von PowerLight Corporation. Im Januar 2008 verstärkte sich SunPower durch die Übernahme des italienischen Systemintegrators Solar Solutions. Daneben hält SunPower eine 40%ige Beteiligung an der südkoreanischen Woongjin Energy. Ende März 2010 schloss SunPower die Übernahme der europäischen SunRay für 277 Mio. Dollar ab. Gleichzeitig schloss SunPower im Frühjahr 2010 ein Joint Venture im Bereich Fertigung mit der taiwanischen AU Optronics.

Zahlen

Für das vergangene Septemberquartal meldet SunPower einen Umsatzanstieg auf 550,6 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 465,4 Mio. Dollar in der Vorjahresperiode. Dabei verbuchte SunPower einen Nettogewinn von 20,1 Mio. US-Dollar oder 21 US-Cent je Aktie, nachdem das Unternehmen im Jahr vorher einen Nettogewinn von 19,5 Mio. Dollar oder 20 US-Cent je Aktie ausweisen konnte.

Ausgenommen etwaiger Vorsteuererträge aus dem SunPower Joint Venture mit AU Optronics, konnte SunPower im jüngsten Quartal einen Nettogewinn von 26 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen der Analysten übertreffen. Analysten an der Wall Street hatten im Vorfeld nur mit Einnahmen von 471,7 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 13 US-Cent je Aktie gerechnet.

Die Bruttomarge schrumpfte im dritten Quartal allerdings auf 22,3 Prozent vom Umsatz, nach 23,1 Prozent im Vorjahr und 26,3 Prozent im Vorquartal. Insgesamt erwartet das SunPower-Management eine höhere Nachfrage im nächsten Jahr. Durch den Aufbau einer neuen Fertigungsfabrik (Fab 3) sowie weiterer Kostenverbesserungen rechnet SunPower im vierten Quartal 2011 damit, seine Produktionskosten auf 1,08 Dollar pro Watt drücken zu können.

Meldung gespeichert unter: SunPower

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