SunPower profitiert vom Leasing-Boom - Preise stabilisieren sich

Krise in der Solarindustrie neigt sich dem Ende

Freitag, 15. Februar 2013 14:19
SunPower

(IT-Times) - SunPower-Aktien kletterten an der New Yorker Nasdaq am Vortag um 22,4 Prozent. Damit haben sich die Papiere des US-Solarkonzerns seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt. Der Grund für die jüngsten Kursgewinne sind Berichte über ein Ende des Preisverfalls in der Solarindustrie sowie eine günstige Industrieprognose.

Der Preisverfall bei Polysilizium ist offenbar zum Stillstand gekommen, glauben zumindest die Analysten aus dem Hause Credit Suisse. Die Citibanker verweisen dabei auf die aktuelle Situation am Markt.

Preise stabilisieren sich auf breiter Front
Nachdem Polysilizium-Produzenten wie Wacker Chemie, OCI, Hemlock Semiconductor und Dow Corning ihre Polysilizium-Produktion im vierten Quartal 2012 zurückgefahren haben, zeichnet sich eine Stabilisierung bei den Preisen ab. Zudem seien weitere Produktionskürzungen im ersten Quartal 2013 zu erwarten, heißt es aus der Industrie.

Polysilizium ist der Grundrohstoff aus dem die meisten Solarzellen und Solarmodule gebaut werden. In den vergangenen Jahren war der Preis für ein Kilogramm Polysilizium von über 400 US-Dollar im Jahr 2008, auf 16,0 bis 16,5 US-Dollar/kg im vierten Quartal 2012 gefallen. Marktforscher aus dem Hause EnergyTrend halten kurzfristig eine Preiserholung auf 20 bis 24 US-Dollar/kg möglich.

Auch bei den Solarmodulpreisen zeichnet sich eine Preisstabilisierung und ein Aufwärtstrend ab. Laut dem Branchendienst DigiTimes sind die Preise im Solarmodulbereich zuletzt auf 0,55 Euro pro Watt gestiegen, nach 0,4 bis 0,5 Euro/Watt im vierten Quartal 2012.

Leasing-Boom sorgt für Aufbruchsstimmung in der US-Solarindustrie
Aber nicht nur von diesem Trend können Solarkonzerne wie der US-Anbieter SunPower (Nasdaq: SPWRA, WKN: A0HHD1) profitieren. SunPower will nach Aussagen von CEO Tom Werner seine Panelkosten „substantiell“ senken. Darüber hinaus hat SunPower für US-Einwohner seit geraumer Zeit ein Leasing-Angebot im Programm. Interessenten können SunPower-Solarsysteme gegen geringe monatliche Zahlungen leasen.

Da SunPower die Leistung durch das SunPower Energy Assurance garantiert (Geld-zurück-Garantie), ist das Angebot für die Kunden praktisch risikofrei. Durch flexible Vertragsoptionen können Kunden das Solarsystem während der Laufzeit kaufen, den Leasing-Vertrag erneuern oder das System am Ende der Laufzeit zurückgeben.

GTM Research: Finanzierungsvolumen steigt auf 5,7 Mrd. US-Dollar
SunPower hat dabei einen großen Vorteil auf seiner Seite. Die von SunPower vertriebenen Solarmodule haben sehr hohe Wirkungsgrade (18 bis 19 Prozent). Die Leasing-Verträge laufen über 20 Jahre, was das Vertrauen in die eigenen Produkte belegt.

Die Marktforscher aus dem Hause GTM Research schätzen, dass Investoren bis zum Jahr 2016 jährlich Finanzmittel in Höhe von 5,7 Mrd. US-Dollar für die Finanzierung von heimischen Solarsystemen anbieten werden. Als Hauptnutznießer dieses Finanzierungs- und Leasing-Booms gelten SolarCity, Sunrun und SunPower.

Kurzportrait

Der im kalifornischen San Jose ansässige Solarkonzern SunPower Corporation wurde ursprünglich im April 1985 gegründet. Das Unternehmen ist ein vertikal integrierter Solarkonzern, der sowohl bei der Entwicklung als auch bei der Herstellung und im Vertrieb von Solarzellen, Solarmodulen sowie Wechselrichter engagiert ist.

SunPower operiert aus zwei Geschäftsbereichen heraus: Komponenten und Systeme. Die Einheit Komponenten verkauft unter anderem Solarzellen, Solarmodule und Inverter. Verkauft werden die Solar-Produkte an Händler, als auch an Installateure und Systemanbieter. Gefertigt werden die Solar-Produkte unter anderen in den eigenen Fertigungsfabriken auf den Philippinen. Daneben werden SunPower-Produkte auch von einem Dritthersteller in China produziert. Die Einheit (SP Systems) entwickelt und fertigt großflächige Solarprojekte. Insgesamt ist SunPower in verschiedenen Absatzmärkten aktiv. So vertreibt SunPower seine Produkte sowohl in Nordamerika, als auch in Asien und Europa.

Der Geschäftsbereich Systeme ist für den Vertrieb Solarsysteme verantwortlich. Der Servicebereich umfasst verschiedene Aufgaben, wie die Entwicklung komplexer Solaranlagen, sowie deren Finanzierung und Konstruktion, sowie Systemintegration. Zu den Produktangeboten der Gesellschaft gehören neben Aufdachsysteme, auch Boden- und Nachführsysteme. Wartung und Überwachung der installierten Solarangaben runden das Serviceangebot von SunPower ab.

Im Januar 2007 verstärkte sich SunPower durch die Übernahme von PowerLight Corporation. Im Januar 2008 verstärkte sich SunPower durch die Übernahme des italienischen Systemintegrators Solar Solutions. Daneben hält SunPower eine 40%ige Beteiligung an der südkoreanischen Woongjin Energy. Im April 2009 schloss SunPower die Übernahme von Tilt Solar ab. Ende März 2010 schloss SunPower die Übernahme der europäischen SunRay ab. Gleichzeitig schloss SunPower im Frühjahr 2010 ein Joint Venture im Bereich Fertigung mit der taiwanischen AU Optronics. In 2011 stieg der Ölkonzern Total bei SunPower ein und sicherte sich für 1,38 Mrd. Dollar 60 Prozent der Anteile. Anfang 2013 verkaufte SunPower sein 579-Megawatt Antelope Valley Solar Project (AVSP) an MdiAmerican Solar.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet SunPower einen Umsatzanstieg um acht Prozent auf 678,5 Mio. US-Dollar. Der Nettoverlust vergrößerte sich dabei auf 144,8 Mio. US-Dollar oder 1,22 Dollar je Aktie, nach einem Minus von 93 Mio. Dollar oder 94 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen erwirtschaftete SunPower einen Nettogewinn von 18 US-Cent je Aktie und übertraf damit die Markterwartungen der Analysten, die im Vorfeld mit einem Nettogewinn von 14 US-Cent je Aktie gerechnet hatten.

Meldung gespeichert unter: SunPower

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