SunPower legt eigenes Konjunkturprogramm auf

Freitag, 12. Juni 2009 12:47
SunPower

(IT-Times) - Nachdem der Preisverfall nicht nur die Halbleiter-, sondern inzwischen auch die Solarbranche voll erfasst hat, sind Anbieter gezwungen, ihre Produktionskosten zu senken. Dabei bemühen sich die Hersteller um bewährte Konzepte aus der Halbleiterbranche.

Während in der Vergangenheit vor allem die Chipfertigung an Auftragshersteller ausgelagert wurde, versuchen Hersteller wie der US-Solarkonzern SunPower Corporation (Nasdaq: SPWRA, WKN: A0HHD1) dieses Konzept auch in der Solarbranche anzuwenden. Der US-Auftragshersteller Jabil Circuit soll künftig Solarmodule für SunPower in Mexiko produzieren, die das Unternehmen dann am nordamerikanischen Markt verkaufen will.

Bislang produziert SunPower seine Module auf den Philippinen und in Malaysia und unterhält eine Partnerschaft mit der chinesischen Sunergy. Ziel sei es, im Rahmen der bereits in 2006 auferlegten Strategie, die Herstellungskosten bis zum Jahr 2012 um 50 Prozent zu senken. Bis Jahresende will man zwei Drittel dieses Ziels erreicht haben, heißt es bei SunPower.

Die Zeit drängt, denn die Preise für Solarmodule sind auf den Spot-Märkten weiter rückläufig. Chinesische und taiwansche Hersteller sollen im Rahmen der Solarmesse Intersolar 2009 in München Solarmodule zu Preisen von 2,0 Dollar pro Watt angeboten haben, heißt es aus Branchenkreisen.

SunPower legt Kredit-Programm auf
Um die Nachfrage wieder in Gang zu bringen, verlässt sich SunPower nicht nur auf das Konjunkturprogramm der US-Regierung, zur Förderung grüner Technologien, sondern will durch ein eigenes Darlehn-Programm für Eigenheimbesitzer den Finanzierungsnotstand beenden.

In Zusammenarbeit mit dem Finanzinstitut Addison Avenue in Kalifornien bietet SunPower ab sofort Solarkredite (Laufzeit fünf Jahre) über eine maximale Höhe von 50.000 US-Dollar zum Kauf von SunPower-Solarsystemen an. Daneben erhalten Addison Avenue-Kunden zusätzlich einen Rabatt in Höhe von 0,30 Dollar je Watt bzw. maximal 1.500 Dollar beim Kauf von SunPower-Modulen. Der Zinssatz für den Solarkredit gibt SunPower mit 5,25 Prozent an.

Zusammen mit den staatlichen US-Förderprämien sollen die Anschaffungskosten für Solarsysteme um bis zu 30 Prozent sinken. SunPower ist daher optimistisch, dass bereits im nachfolgenden Jahr 2010 rund 60 Prozent der produzierten Solarmodule in den US-Solarmarkt wandern…

Kurzportrait

Der im kalifornischen San Jose ansässige Solarkonzern SunPower Corporation wurde ursprünglich im April 1985 gegründet. Das Unternehmen ist ein vertikal integrierter Solarkonzern, der sowohl bei der Entwicklung als auch bei der Herstellung und im Vertrieb von Solarzellen, Solarmodulen sowie Inverter engagiert ist.

SunPower operiert aus zwei Geschäftsbereichen heraus: Komponenten und Systeme. Die Einheit Komponenten verkauft unter anderem Solarzellen, Solarmodule und Inverter. Verkauft werden die Solar-Produkte an Händler, als auch an Installateure und Systemanbieter. Gefertigt werden die Solar-Produkte unter anderen in den eigenen Fertigungsfabriken auf den Philippinen. Daneben werden SunPower-Produkte auch von einem Dritthersteller in China produziert. Die Einheit (SP Systems) entwickelt und fertigt großflächige Solarprojekte. Insgesamt ist SunPower in verschiedenen Absatzmärkten aktiv. So vertreibt SunPower seine Produkte sowohl in Nordamerika, als auch in Asien und Europa.

Der Geschäftsbereich Systeme ist für den Vertrieb Solarsysteme verantwortlich. Der Servicebereich umfasst verschiedene Aufgaben, wie die Entwicklung komplexer Solaranlagen, sowie deren Finanzierung und Konstruktion, sowie Systemintegration. Zu den Produktangeboten der Gesellschaft gehören neben Aufdachsysteme, auch Boden- und Nachführsysteme. Wartung und Überwachung der installierten Solarangaben runden das Serviceangebot von SunPower ab.

Im Januar 2007 verstärkte sich SunPower durch die Übernahme von PowerLight Corporation. Im Januar 2008 verstärkte sich SunPower durch die Übernahme des italienischen Systemintegrators Solar Solutions. Daneben hält SunPower eine 40%ige Beteiligung an der südkoreanischen Woongjin Energy.

Zahlen

So sanken die Umsatzerlöse bei SunPower in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vorjahresquartal um knapp 22 Prozent auf 214 Mio. Dollar. Verglichen mit dem Vorquartal, dem vierten Quartal 2008, ergibt sich sogar ein Rückgang von circa 47 Prozent, ausgehend von einem Umsatz in Höhe von 401 Mio. Dollar. „Das erste Quartal 2009 war das schwierigste Quartal, dem wir jemals seit dem Börsengang in 2005 begegnet sind“, erklärte dazu der CEO Tom Werner.

Trotz der sich daraus ergebenen nebeligen Aussichten zeigte sich SunPower bei der Ergebnisentwicklung robust. So verzeichnete man im ersten Quartal 2009 eine GAAP-Brutto-Marge von 22,3 Prozent, welche noch im Vorjahr bei 19,5 Prozent lag.

Operativ rutschte SunPower angetrieben von den sinkenden Umsätzen dennoch in die Verlustzone und schrieb ein Minus von 2,5 Mio. Dollar, nachdem im Vorjahr noch ein operativer Gewinn von 14,8 Mio. Dollar ausgewiesen wurde. Insgesamt verloren die Amerikaner damit sechs US-Cent pro Aktie nach einem Gewinn von 15 Cent pro Aktie vor einem Jahr.

Meldung gespeichert unter: SunPower

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