Sun steigt in den Virtualisierungsmarkt ein

Donnerstag, 15. November 2007 12:58
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(IT-Times) Nach den Restrukturierungsmaßnahmen in den letzten Quartalen, hat sich die Situation beim Unix- und Serverspezialisten Sun Microsystems (Nasdaq: JAVAD, WKN: 871111) spürbar verbessert. Zwar schreibt das Unternehmen wieder schwarze Zahlen, doch auf den Wachstumspfad ist man bislang noch nicht eingeschwenkt.

Nach der Kooperation mit Dell - die Texaner lizenzieren Suns Solaris Betriebssystem und werden künftig Server mit der Software bestücken - kündigt Sun-Chef Jonathan Schwartz weitere Produktpartnerschaften in den kommenden Monaten an. Zunächst werde jedoch die Kooperation mit Dell ausgebaut, deutet Schwartz an. So wird Dell auch Middleware und Virtualisierungstechnologien aus dem Hause Sun vermarkten, so der Manager.

Angriff auf VMware & Co
Der Markt für Virtualisierungslösungen gerät zunehmend in den Blickfang großer Technologiekonzerne. Nachdem Microsoft, Citrix System und nunmehr auch Oracle den Markteintritt gewagt haben, gesellt sich nunmehr auch Sun Microsystems hinzu. Das Unternehmen präsentierte am Vortag einen Xen-basierten Hypervisor mit dem Namen xVM. Mit xVM lassen sich virtuelle Maschinen auf einem Sun Server installieren, der durch die Softwarelösung xVM Ops Center verwaltet werden kann.

Mit xVM sollen Firmenkunden sowohl Linux-, Windows- und Solaris-Betriebssysteme auf einem Server je nach Bedarf einzeln oder zusammen laufen lassen können. Für die Erschließung des Virtualisierungsmarktes stellt Sun stolze zwei Mrd. US-Dollar bereit, die vornehmlich in die Weiterentwicklung der xVM Produktlinie fließen sollen. Sun reagiert mit dem Schachzug nach Angaben von Sun-Lenker Schwartz auf die Bedürfnisse der Kunden, die alles andere als einen proprietären Anbieter in diesem Marktsegment haben wollen - ein klarer Seitenhieb auf den bisherigen Marktführer VMware.

Beide Sun-Produkte stehen nach Firmenangaben als Open-Source-Produkte kostenlos zum Download bereit. Hierfür hat das Unternehmen extra die Webseite OpenxVM.org ins Leben gerufen. Geld verdienen will Sun unter anderem durch kommerziellen Support für Firmenkunden, dies sich weitergehende Unterstützung erbitten. Trotz des kostenlosen Angebots könnte sich der Vorstoß von Sun lohnen. IDC-Marktforscher rechnen damit, dass der der Markt für Virtualisierungssoftware und Support-Services von 6,5 Mrd. US-Dollar in 2007 auf 15 Mrd. Dollar im Jahr 2011 wachsen wird.

Kurzportrait

Die in Palo Alto/Kalifornien ansässige Sun Microsystems wurde im Jahre 1982 gegründet und brachte im gleichen Jahr die erste Workstation mit TCP/IP auf den Markt. Das Internet-Protokoll TCP/IP gilt als weltweiter Standard, wenn es um die Übertragung von Daten über das Internet geht. In den folgenden Jahren dehnte das Unternehmen seine Entwicklungen auf Netzwerktechnologien aus. Unter anderem gab das Unternehmen seine NFS-Technologie lizenzfrei aus. Gleichzeitig expandierte Sun auch im Ausland mit Niederlassungen in Europa und in Kanada.

Im Jahre 1986 folgte dann der Börsengang von Sun Microsystems, welcher außerordentlich erfolgreich verlief. Im gleichen Jahr eröffnete das Unternehmen weitere Niederlassungen in Asien und in Australien. Ein Jahr später avancierte Sun zum dominierenden Marktführer bei Workstations. Gleichzeitig legte das Unternehmen gemeinsam mit AT&T den Grundstein für das spätere Unix-System. Schon im Jahre 1987 befasste sich Sun Microsystems mit dem bis dato unbekannten Datennetz Internet. Mit der Computerarchitektur RISC und der eigenen Chip-Plattform SPARC feierte Sun in den folgenden Jahren weitere Erfolge. Bereits im Jahre 1991 stellte Sun sein Unix-Betriebssystem Solaris vor, das in der Fachwelt großen Anklang fand. Zuletzt stellte das Unternehmen mit Solaris 10, die neueste Version lizenzfrei zur Verfügung, welche das Hardware- und Servicegeschäft ankurbeln soll.

Im Jahre 1995 entwickelte das Unternehmen eine universelle Java-Plattform. Diese Technologie sollte auch die Entwicklung des weltweiten Datennetzes Internet noch maßgeblich beeinflussen, wobei heute mehr als zehn Mio. Programmierer weltweit Java-Anwendungen entwickeln. Im Jahre 1996 stellte das Unternehmen mit der Workstation-Familie Sun Ultra eine neue Generation seiner erfolgreichen Workstation-Reihe vor, welche mit einem Multimedia-Prozessor UltraSparc bestückt ist. Ende der 90er Jahre versuchte Sun mit dem Netzwerk-Client Sun Ray weitere Maßstäbe zu setzen.

Im Jahr 2000 folgte die Übernahme von Cobalt Networks. Der Zukauf sollte den Bereich Server-Appliances in der Sun-Produktpalette weiter ergänzen. Im Jahr 2003 kaufte Sun den Java-Spezialisten Poxio und den US-Entwickler von System-Management-Lösungen CenterRun hinzu. In 2004 übernahm Sun kalifornischen Server-Technikanbieter Kealia. Anfang 2005 kaufte Sun den US-Servicespezialisten SevenSpace. Nur wenige Monate später übernahm man den US-Softwarespezialisten SeeBeyond Technology. Im Speicherbereich verstärkte sich Sun mit der Übernahme von StorageTek. Mitte 2005 schloss Sun die Übernahme des Open Source-Spezialisten Tarantella ab. Ende Februar 2006 folgte die Übernahme des Softwarespezialisten Aduva. Im Herbst 2007 übernahm Sun die Mehrheit beim File Systemspezialisten Cluster File System Inc. Gleichzeitig übernahm man Vaau, einem Spezialisten im Bereich Enterprise Role Management.

Zahlen

Die Umsätze legten im vergangenen ersten Fiskalquartal 2008 nur leicht auf 3,22 Mrd. US-Dollar zu, was einem Zuwachs von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei konnte Sun einen Nettogewinn von 89 Mio. Dollar oder drei US-Cent je Aktie realisieren, nachdem im Jahr vorher noch ein Verlust von 56 Mio. Dollar zu Buche stand.

Ausgenommen etwaiger Restrukturierungskosten in Höhe von 113 Mio. Dollar wäre der Nettogewinn um drei US-Cent je Aktie höher ausgefallen, heißt es bei Sun. Analysten hatten im Vorfeld allerdings mit Einnahmen von 3,27 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von drei US-Cent je Aktie kalkuliert.

Die Rückkehr in die Gewinnzone ist nicht zuletzt auf Kosteneinsparungen zurückzuführen. So strich Sun seit Juni 2006 insgesamt 4.000 Stellen. Gleichzeitig kündigte Sun weitere Stellenstreichungen an.

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