Stratasys leidet unter steigenden Kosten - Vertriebsoffensive soll für neuen Schwung sorgen

3D-Drucker

Donnerstag, 27. November 2014 13:58
Stratasys Logo

(IT-Times) - Nach einem reduzierten Gewinnausblick gerieten Stratasys-Aktien zuletzt deutlich unter die Räder. Dennoch bleiben Wall Street Analysten weiter zuversichtlich und sehen den langfristigen Wachstumstrend bei Stratasys weiter intakt.

Hintergrund für den reduzierten Gewinnausblick war die jüngste Übernahme von GrabCAD, die sich Stratasys rund 100 Mio. Dollar hat kosten lassen. Allerdings werden Entwicklungskosten im Bezug auf die Übernahme den Stratasys-Gewinn im laufenden vierten Quartal 2014 um drei bis fünf US-Cent je Aktie drücken.

Starker Kostenanstieg erwartet
Im Vergleich zu 2013 werden die operativen Kosten in 2014 signifikant zulegen, um die MakerBot-Produktentwicklung zu unterstützen und um den Vertrieb auszubauen, heißt es bei Stratasys. In 2015 beziffert Stratasys die Kapitalausgaben auf 160 bis 200 Mio. Dollar, nach 50 bis 60 Mio. Dollar in 2014. Diese Investitionen könnten zunächst die Gewinnmargen bei Stratasys (Nasdaq: SSYS, WKN: A1J5UR) belasten.

Analystenhäuser wie die Großbank UBS und die Deutsche Bank sehen dies allerdings nicht als großes Problem und raten weiter zum Kauf von Stratasys-Aktien. Der Grund: 3D-Drucker dürften bald zum „Mainstream“ werden und sich auch bei Konsumenten durchsetzen.

Stratasys-Tochter MakerBot mit Vertriebsoffensive
Dafür trägt die jüngste Vertriebsoffensive von Stratasys bei. Der 3D-Druckhersteller hat es geschafft, dass MakerBot-Produkte pünktlich zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft in den USA gleich bei drei großen Händlern in den Regalen stehen.

Zum einen hat Stratasys sein Pilot-Projekt mit Home Depot weiter ausgeweitet, zum anderen hat das Unternehmen jüngst einen Vertriebsdeal mit der Händlerkette Staples geschlossen. Dadurch sind MakerBot Replicator 3D-Drucker und MakerBot Digitizer Desktop 3D-Scanner in 50 Staples-Läden in 18 US-Bundesstaaten verfügbar.

Auch mit dem Online-Handelsgiganten Amazon.com hat sich Stratasys auf einen Vertriebsdeal geeinigt, wodurch MakerBot 3D-Produkte künftig in den virtuellen Regalen des Online-Händlers stehen.

Zudem wurde die Partnerschaft mit dem Paketzusteller UPS weiter ausgebaut. Nach dem im Vorjahr ausgesuchte uPrint SE Plus Druckerpakete von Stratays nur in sechs UPS-Läden zu kaufen waren, sind diese Produkte nunmehr in nahezu 100 UPS-Niederlassungen in den USA verfügbar.

Wettbewerbssituation verschärft sich
Auch den Markteintritt von HP in den 3D-Druckermarkt braucht Stratasys nicht unbedingt zu fürchten. Dougherty-Analystin Andrea James verweist darauf, dass Stratasys in einem anderen Endmarkt tätig ist als HP. HP will zunächst im Firmenkundenmarkt Fuß fassen.

Allerdings konkurriert HP im Bereich Prototyping direkt mit Stratasys. Laut HP können HP-Drucker 3D-Teile in drei Stunden ausdrucken. Traditionelle SLS-Maschinen wie sie Stratasys teilweise anbietet, benötigen hierfür 38 Stunden. In diesem Bereich muss Stratasys noch zulegen, will das Unternehmen seinen Wettbewerbsvorsprung bewahren.

Kurzportrait

Die in Edina/Minnesota ansässige Stratasys Ltd. gilt als einer der führenden Anbieter von 3D-Drucker und 3D-Produktionssysteme weltweit. Das Unternehmen wurde im Jahr 1989 von S. Scott Crump und seiner Frau Lisa Crump in Minnesota gegründet. Im April 1992 brachte Stratasys mit dem 3D Modeler sein erstes Produkt auf den Markt. Im Oktober 1994 ging Stratasys an die Nasdaq.

Ingenieure setzen Stratasys-Produkte für die Modellierung komplexer Geometrien ein, um anschließend Modelle aus thermoplastischen Materialien herzustellen. Stratasys stellt entsprechende 3D-Systeme für den Automobilsektor, für die Luftfahrtindustrie, für den Medizinbereich als auch für den Consumer-Bereich her.

Anfang 1995 verstärkte sich Stratasys durch die Übernahme von IBM-Patenten und übernahm gleichzeitig 16 IBM-Ingenieure. Im Jahr 2012 fusionierte Stratasys mit der privaten Objet Ldt, einem führenden Hersteller von 3D-Drucker in Israel. Seither hielten Stratasys-Aktionäre 55 Prozent an dem kombinierten Unternehmen.

Mitte 2013 setzte Stratasys seine Einkaufstour weiter fort und schluckte den führenden 3D-Druckerhersteller MakerBot Industries für 403 Mio. US-Dollar. MakerBot betreibt zudem die Web-Plattform thingiverse.com. Zudem wurden mit Solid Concepts und Harvest Technologies zwei weitere Firmen übernommen. Mitte 2014 schluckte Stratasys den CAD-Spezialisten GrabCAD.

Anfang 2014 brachte Stratasys mit dem Objet500 Connex3 3D den weltweit ersten 3D-Drucker auf den Markt, der Objekte aus flexiblen und farblich unterschiedlichen Materialien drucken kann. Der 330.000 US-Dollar teure Objet500 Connex3 3D Drucker nutzt Plastik und Gummi als Basismaterial.

Meldung gespeichert unter: 3D Printing

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