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MÜNSTER (IT-Times) - Nun ist es gut zehn Jahre her, dass Nutzer im Internet begannen, sich daran zu gewöhnen, dass es online all das kostenlos gibt, was real nur gegen echtes Geld zu bekommen ist: Nachrichten, Fotos, Video oder Musik gab und gibt es kostenlos im Netz, nicht immer zum Wohlgefallen der Akteure auf Anbieterseite. Aber Content, so schien und scheint es, kann stets frei konsumiert werden. In den USA mehren sich langsam aber sicher die Signale - wie auch die New York Times berichtet - dass die Zeiten des kostenlosen Contents vorbei sein werden.
So wollen immer mehr, vor allem überregionale Tageszeitungen, dem Modell des Wall Street Journals und der Financial Times folgen, um Gebühren für bestimmte Artikel zu verlangen. Andere Anbieter, wie Medienmogul Rupert Murdoch, wollen ihre Artikel für den Suchmaschinenriesen Google sperren lassen. Dafür verkauft beispielsweise Murdoch dem Google-Wettbewerber Bing, hinter dem sich Microsoft verbirgt, das exklusive Recht, die Nachrichten aus dem Hause Murdoch bzw. der News Corp. veröffentlichen zu dürfen. Auch beim TV-und Video-Netzwerk Hulu, das zum Teil Murdoch gehört, sollen bald einzelne TV-Serien gegen Gebühr zu sehen sein, während sie bislang noch kostenlos verfügbar sind.
Der iTunes Store als Vorbild
Zudem gibt es Verlage im Magazin-Sektor, die sich zusammen getan haben, um eine Art iTunes Store für Artikel und Verlagsprodukte auf die Beine zu stellen. Zudem sehen Medienunternehmen in den Anwendungen - Apps genannt - die auf Smartphones wie dem iPhone 3G laufen, eine neue Einnahmequelle. Eine weitere wird in der Vergütung von Inhalten, die auf E-Book-Readern wie dem Amazon Kindle abgerufen werden, gesehen. Denn die klassischen Medien spüren, dass die Werbeeinnahmen im Printgeschäft nicht wirklich zu den alten glorreichen Zeiten zurückkehren, während die Nutzung des Internets als Erlösquelle weitestgehend verschlafen wurde. Das Problem dabei: Die Nutzer haben sich in dem letzten Jahrzehnt natürlich schon lange daran gewöhnt, dass es Content umsonst gibt, und müssen schon durch wirklich gute Argumente überzeugt werden, warum plötzlich etwas Geld kosten soll, was es bislang kostenfrei gegeben hat. Aber vielleicht wird 2010 nun das Jahr, in dem sich Web-User so langsam aber sicher zu spüren beginnen, dass sie für die Nutzung von Content auch bezahlen müssen?
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