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Was dürfen Unternehmen in virtuellen Welten erwarten?
Und hier kommt die browsergestützte virtuelle Welt Lively von Google ins Spiel. Nutzer von Lively können springen: Sie besuchen eine Website, gehen dort als deren integralen Bestandteil in einen Lively-Raum und wechseln von dort wieder browsergestützt ins Web. Bislang gelingt das, wenn Lively in normalen Websites eingebunden wird oder aber in Blogs oder in Facebook-Profilen. Zudem können YouTube-Videos in die Lively-Räume eingebunden werden. Und das wiederum dürfte für Unternehmen deutlich spannender sein, als in Second Life unterwegs zu sein: Bei Lively ist es deutlich einfacher, zwischen virtueller und realer Welt zu switchen - zumindest in der Theorie. Bislang gleicht Lively allerdings doch noch eher einem animierten Chatraum.

Für wahren Geschäftserfolg fehlen (noch) die Massen
Was es derzeit für Unternehmen doch noch schwierig macht, in Second Life erfolgreich zu agieren, ist die mangelnde Masse an Kunden. Zwar gibt es weltweit mehrere Millionen Nutzer in Second Life. Von denen sind aber gerade einmal mehrere Zehntausend gleichzeitig online. Das rechneten die Analysten von Forrester Research aus. Und das ist derzeit einfach eine noch zu geringe Reichweite, um Zielgruppen hier tatsächlich punktgenau erreichen zu können. Hinzu kommt, dass es derzeit so scheint, als schrumpfe die Zahl der Nutzer in Second Life. Der Hype ist vorbei, was zugleich aber auch eine Chance bietet, dem Medium virtuelle Welt mit bereichernden Inhalten neues Leben einzuhauchen.
Virtuelle Welt: Spannend als Showroom für Kreative
Spannend sind virtuelle Welten für Unternehmen in jedem Fall. Vielleicht (noch) nicht für Handelsunternehmen. Aber sicherlich für Unternehmen aus der Dienstleistungsbranche. So ist es denkbar, dass Architekten ihre Modelle in Second Life ausstellen und so Referenzobjekte angeben können. Oder Werbeagenturen veröffentlichen ihre nie realisierten Kampagnen, weil sie für die reale Welt vielleicht doch zu mutig waren. Autohersteller können ihre Erlkönige schon einmal virtuell ausstellen und auch Modemarken zeigen ihre kommenden Modelle schon einmal vorab in virtuellen Welten. Damit wird klar: Virtuelle Welten sind nicht zwingend als neue Form der Ladentheke geeignet. Sie eignen sich jedoch schon heute als ein neuartiges Medium. Eine Ergänzung zur klassischen Werbung, zum Katalog oder zum Showroom. Betrachtet man virtuelle Welten aus dieser Perspektive, so bieten sie noch jede Menge Potenzial. Der Erfolg dieses Mediums steht und fällt allerdings mit der Userzahl. Denn es macht für Werber nur dann Sinn in dieses Medium zu investieren, wenn auch die Quote zur Zielgruppenerreichung eine relevante Größe annimmt. Mehr als elf Millionen Nutzer waren zur Spitze des Hypes bereits in Second Life unterwegs. Manche kamen einmal und kehrten nie wieder zurück. Bei Linden Lab ist man sich daher auch sicher, dass man bei den virtuellen Welten noch immer am Anfang stehe. 500.000 Nutzer melden sich jeden Monat an. Das ist ordentlich aber noch weit davon entfernt, was soziale Netzwerke wie Facebook, StudiVZ oder Xing an regelmäßigen Nutzern haben.
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