Sony schafft die Wende

Freitag, 26. Oktober 2007 12:32
Sony

(IT-Times) Der japanische Elektronikkonzern Sony Corp. (NYSE: SNE, WKN: 853687) kann im vergangenen dritten Quartal 2007 wieder mit einem kräftigen Gewinnzuwachs aufwarten. Nach einem Umsatzanstieg von mehr als zwölf Prozent vervielfachte sich der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 73,7 Mrd. Yen bzw. 644 Mio. Dollar.

Ursächlich für die positive Ergebnisentwicklung war vor allem das robuste Kerngeschäft rund um Digitalkameras, Flachbildschirm-Fernseher und VAIO PCs. Daneben profitierte Sony auch von seinen jüngsten Kinoerfolgen wie „Spider-Man 3“ und „Superbad“, die dem Unternehmen halfen, die hohen Verluste in der Spieledivision mehr als aufzufangen. Ferner trennte sich Sony von unprofitablen Geschäftsfeldern und Produkten wie dem Hunde-Roboter Aibo.

Sorgenkind PlayStation 3
Während das Geschäft mit Unterhaltungselektronikgeräte boomt, bleibt weiterhin die Spielesparte das Sorgenkind Nummer eins im Konzern. Zwar konnte Sony in der Hardware Division einen Umsatzzuwachs von 42,9 Prozent erreichen, allerdings verdoppelte sich auch gleichzeitig der Verlust der Einheit auf 96,7 Mrd. Yen bzw. 845 Mio. Dollar.

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PS3: Verkaufszahlen blieben unter den Erwartungen

Nach Firmenangaben konnte man im jüngsten Quartal 1,3 Mio. PS3-Konsolen zur Auslieferung bringen. Diese Zahlen stehen im Kontrast zu den Ergebnissen beim Konkurrenten Nintendo, der im jüngsten Quartal 3,9 Mio. Wii-Konsolen verkaufen konnte.

Erst Mitte Oktober hat Sony auf die Nachfrageschwäche reagiert und den Preis für sein 80GB-Modell in den USA um 100 Dollar auf 499 Dollar gesenkt. Das 60GB-Modell, welches zuvor für 499 Dollar verkauft wurde, soll nicht mehr verkauft werden. Im Gegenzug kündigte Sony ein 40GB-Modell seiner PS3 an, die am 2. November pünktlich zum Weihnachtsgeschäft für 399 Dollar in den US-Handel kommen soll. Zwar haben die jüngsten Preiskürzungen in den USA, Europa und Asien den Preisabstand zu den anderen Konsolen von Nintendo & Co reduziert, jedoch ist die PS3 nach wie vor die teuerste Konsole im Rennen.

Während Nintendo mit dem Billigfaktor und Familienspiele wuchern kann, hat Microsoft zumindest mit „Halo 3“ einen Spielehit im Portfolio. Sony hingegen versucht derzeit mit größeren Festplatten und niedrigen Preisen dagegenzuhalten. Allerdings können auf den neuen 399 Dollar teuren PS3-Modellen keine PS2-Spiele mehr abgespielt werden, ein weiterer nicht unerheblicher Nachteil.

Dennoch gibt es auch Lichtblicke im Konsolengeschäft. Nach der Einführung der neuen Modelle und des angepassten Preissystems haben sich zumindest in Europa die Verkäufe in den ersten Wochen in einigen Ländern verdoppelt bzw. stellenweise sogar vervierfacht, so Sony. Ähnliches erwartet man auch in Japan und in Nordamerika. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen hält Sony an seinem ehrgeizigen Ziel fest, im laufenden Fiskaljahr 2008 elf Mio. PS3-Konsolen verkaufen zu können.

Rekordnachfrage nach PSP
Zum Glück für die Japaner entwickelte sich auch der Absatz des Vorgängers PS2 weiterhin gut, so dass Sony sein Verkaufsziel auch hier anhob und nunmehr von zehn bis zwölf Mio. verkauften PS2-Konsolen bis Jahresende ausgeht. Ein weiterer Lichtblick ist die tragbare PlayStation Portable (PSP). Sony stellte erst jüngst eine leichtere und schmalere PSP-Version in Japan, in den USA und Europa vor. In Japan erreichte der PSP-Absatz im September ein neues Rekordniveau, was zuversichtlich für die weiteren Märkte in Übersee stimmt. So hob Sony auch sein Absatzziel für die PSP um eine Mio. an und erwartet im laufenden Jahr zehn Mio. verkaufte Einheiten.

Kurzportrait
Sony wurde 1946 ursprünglich als Tokyo Tsushin Kogyo K.K. (Tokyo Telecommunications Engineering Corporation) gegründet. Drei Jahre später entwickelte man das erste Magnettonband. Erst 1955 folgte die Umbenennung in Sony. In den Folgejahren wurden Fernseher, Videorekorder und Halbleiter produziert, aber auch der Einstieg in das Unterhaltungsgeschäft gelang durch ein Joint Venture mit der US-amerikanischen CBS. Parallel hierzu erfolgte die internationale Expansion. 1979 präsentierte Sony mit dem Walkman einen Bestseller, drei Jahre später wurde die CD entwickelt. Kurze Zeit später folgte die erste Videokamera. Mit seiner PlayStation legte das Unternehmen zudem den Grundstein für den späteren Erfolg im Bereich Spielekonsolen.

Heute ist Sony einer der größten Elektronikkonzerne der Welt. Das Unternehmen ist in fünf Sparten unterteilt: Financial (Versicherungen, Kreditfinanzierung, Leasing), Pictures (Filmproduktionen, u.a. MGM), Games (Konsolen und dazugehörige Software/Spiele) und Others (Dienstleistungen, Werbeagenturen etc.). Sony Pictures Entertainment hält unter anderem eine 7,5%ige Beteiligung an den Revolution Studios.

Das mit Abstand größte Segment ist Electronics. Hier werden unter anderem Audio- und Videoausrüstung (Fotoapparate, Kameras, DVD-/CD-/MP3-Player etc.), Batterien, Fernseher und Datenträger entwickelt, hergestellt sowie abgesetzt. Zu der Sparte gehört auch SonyEricsson, ein Joint Venture mit dem schwedischen Ericsson-Konzern, das Mobiltelefone herstellt. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Tokio und beschäftigt rund 150.000 Mitarbeiter. Ende 2007 verkaufte Sony sein Computerchip-Geschäft an die japanische Toshiba. Gleichzeitig brachte Sony auch seine Finanzeinheit Sony Financial Holdings an die Tokioter Börse, womit sich Sonys Beteiligung an der Tochter von 100 auf 60 Prozent reduzierte.

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