SolarWorld über den Berg?

Solarindustrie

Freitag, 9. Mai 2014 13:27
SolarWorld

(IT-Times) - Deutschlands größter Solarmodulhersteller SolarWorld AG hat für das vergangene erste Quartal einen Gewinn (EBIT) von 127,4 Mio. Euro ausweisen können, nach einem Minus von 32,3 Mio. Euro in der Vorjahresperiode.

Doch über den Berg ist SolarWorld noch lange nicht - die Aktie gibt unmittelbar nach den jüngsten Zahlen weiter nach. Nur eine Mitgift im Zuge der Übernahme von Bosch Solar hatte rote Zahlen im ersten Quartal verhindert. Bereinigt um Sondereffekte musste der Bonner Solarkonzern einen Fehlbetrag von 8,2 Mio. Euro ausweisen.

Preisverfall gestoppt? SolarWorld hofft auf stabile Preise
Zwar hat sich der Preisverfall im Solarmarkt deutlich verlangsamt, dennoch sorgten sinkende Verkaufspreise für Solarmodule dafür, dass die Umsätze trotz steigender Auslieferzahlen um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 99,4 Mio. Euro sanken. Bei SolarWorld (WKN: A1YCMM) geht man zwar von seiner Stabilisierung der Preissituation im laufenden Jahr aus, sicher ist dies aber nicht.

Der Grund: Erste große Solarkonzerne wie Trina Solar und JinkoSolar bauen ihre Produktionskapazitäten in Erwartung einer steigenden Nachfrage bereits wieder aus. Sollte der zweite Solarboom wider Erwarten im zweiten Halbjahr ausbleiben, könnten die Preise erneut unter Druck geraten.

Konkurrenz produziert nach wie vor günstiger
Zudem kämpft SolarWorld weiter mit einem fundamentalen Problem. Der Bonner Konzern hat zwar in Sachen Innovationen mit seinem Sunmodule Protect - einem Glas-Glas-Modul mit 30 Jahren linearer Leistungsgarantie - nochmals nachgelegt, aber die Konkurrenz aus Asien (Winaico, Trina Solar, JinkoSolar) ist weiterhin deutlich billiger und wartet mit Innovationen wie Smart Module auf, welche die Leistung der Module nochmals deutlich erhöhen sollen.

Ob sich SolarWorld insbesondere in den boomenden asiatischen Solarmärkten wie in Japan und China gegenüber der chinesischen Konkurrenz mit Qualität „Made in Germany“ behaupten kann, bleibt abzuwarten. Vorerst steht nur das Versprechen von SolarWorld, dass die Umsätze in 2014 um 20 Prozent steigen und der Verlust deutlich niedriger ausfallen soll wie im Vorjahr - jetzt muss SolarWorld erst einmal liefern.

Kurzportrait
Die SolarWorld AG mit Sitz in Bonn gilt als ein führender Spezialist für Solarstromtechnik und entwickelt Solarmodule beginnend mit dem Rohstoff über das Modul bis hin zum individuellen System im eigenen Haus. Gegründet wurde SolarWorld bereits im Jahr 1988, seinerzeit als Ingenieurbüro für Industrieanlagen. Im Jahr 1999 folgte der Gang an die Börse. Nachdem SolarWorld in der Vergangenheit den Großteil seiner Umsätze in Deutschland erzielte, wuchs der Auslandsanteil am Gesamtumsatz inzwischen auf weit über 50 Prozent.

SolarWorld setzt bei bei seinen Solarmodulen auf hohe Qualität, Haltbarkeit und Stabilität und das Prädikat „Made in Germany“. Neben Dachanlagen und Angeboten zur Produktion von Eigenstrom offeriert SolarWorld aber auch Lösungen zur Realisierung von Großanlagen. In diesem Bereich ist das Unternehmen nicht nur in Deutschland, sondern verstärkt auch im Ausland aktiv.

Ein weiteres wichtiges Standbein bei der Beschaffung von Silizium ist die Recyclingfähigkeit der Module bzw. Zellen. Hier ist das Unternehmen über die 100prozentige Tochtergesellschaft Deutsche Solar AG aktiv. Um sich den langfristigen Zugriff auf Solarsilizium zu sichern, gründete SolarWorld bereits im Jahr 2002 das Joint Venture Joint Solar Silicon.

Im Jahr 2006 wurde zudem ein weiteres Joint Venture mit der niederländischen Scheuten Solarholding B.V. gegründet. Im gleichen Jahr verstärkte sich die SolarWorld durch die Übernahme der kristallinen Solaraktivitäten der Shell Solar. Anfang 2010 gründete SolarWorld das Joint Venture Qatar Solar Technologies (QST), an welchem das Unternehmen 29 Prozent der Anteile hält. Ende 2010 gab SolarWorld die Übernahme der Solarparc AG bekannt. Ende 2013 kaufte SolarWorld einen Teil der Solarsparte der Robert Bosch GmbH und übernahm den Standort in Arnstadt. Gleichzeitig wurde die Tochter Solarworld Industries-Thüringen GmbH gegründet. Ende 2013 sicherte sich Qatar Solar Technologies (QSTec) 29 Prozent an SolarWorld.

Die Modulfertigung erfolgt durch die Tochtergesellschaften Solar Factory GmbH in Freiberg, der Gällivare Photovoltaic AB (GPV) in Schweden sowie bei der SolarWorld Industries America LP. Firmengründer Frank Asbeck hielt zuletzt weiterhin eine Minderheitsbeteiligung an SolarWorld. Konzernweit beschäftigte SolarWorld zuletzt 2.400 Mitarbeiter an den Standorten in Deutschland, Spanien, Frankreich, Südafrika, Asien und in den USA.

Meldung gespeichert unter: SolarWorld

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