SolarWorld: Liegt die Zukunft in den USA?

Solarzellen

Dienstag, 6. Januar 2015 13:14
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(IT-Times) - Während es für den deutschen Solarhersteller SolarWorld aus den USA mehrere Hoffnungsschimmer gibt, verläuft die Marktentwicklung in Deutschland eher schleppend. Die Aussichten scheinen in operativer Hinsicht besser zu sein als in den vergangenen Jahren. Und doch haben diese Spuren beim Solartechnikunternehmen hinterlassen: In der Bilanz sind die Verbindlichkeiten weiter gestiegen - ein Abbau ist derzeit nicht in Sicht.

Hoffnungsschimmer aus den USA

Aus den USA erhofft man sich bei SolarWorld frischen Wind. Und die Signale sind in mehrfacher Hinsicht positiv. So ist das Solartechnikunternehmen eine strategische Partnerschaft mit Enphase Energy eingegangen, einem amerikanischen Wechselrichterhersteller. Zum Hintergrund: Mithilfe von Mikrowechselrichtern kann solar erzeugter Gleichstrom direkt am Solarstrommodul in Wechselstrom umgewandelt werden.

Die Kooperation der SolarWorld AG (WKN: A1YCMM) und Enphase Energy umfasst die Entwicklung von Systemlösungen ebenso wie eine internationale Vertriebszusammenarbeit. Als erster europäischer Markt, auf dem SolarWorld-Produkte zusammen mit Enphase-Mikrowechselrichtern angeboten werden, ist Großbritannien ausgewählt worden.

Darüber hinaus gibt es weitere positive Signale aus den USA. So fallen die zum Ende des letzten Jahres beschlossenen neuen Antidumping-Gesetze in den USA deutlich zum Vorteil des deutschen Solarunternehmens aus. Das US-Handelsministerium hatte Antidumping-Zölle in Höhe von mehr als 50 Prozent für Solarstromprodukte aus China und rund 20 Prozent aus Taiwan verhängt. Initiiert wurde das Verfahren von SolarWorld Industries America, einer Tochtergesellschaft des Bonner Solarunternehmens. Ende dieses Monates muss allerdings noch das U.S. International Trade Committee der Verabschiedung des Gesetzes zustimmen.

Auch eine Studie macht Mut, die besagt, dass die Nachfrage für Solaranlagen in Kombination mit Energiespeichern in den USA in vier Jahren die Umsatzmarke von 1,0 Mrd. US-Dollar überschreiten dürfte. Bis zum Jahr 2018 sollen in den USA dann Energiespeicher im Volumen von 318 Megawatt in Betrieb sein, so der Branchenverband Solar Energy Industries Association (SEIA). Durch die Kombination von Solarmodulen mit Batterien kann der am Tag produzierte Strom gespeichert und so auch über Nacht genutzt werden.

Den größten Markt für Solar-Batterien sehen die Marktforscher aus dem Hause GTM Research in Kalifornien, gefolgt von New York und Hawaii. Hohe Strompreise dürften die Nachfrage nach Energiespeichern noch weiter anheizen, heißt es. Bis 2018 dürfte jede zehnte Solaranlage mit einem Energiespeicher ausgerüstet sein. Dadurch ergeben sich neue Chancen für Unternehmen wie die SolarWorld AG, die bereits entsprechende Energiespeicher am Markt anbieten.

SolarWorld betreibt in Hillsboro (Oregon) die größte Fertigung von Solarprodukten in den USA. Im dritten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres erzielte der Solarmodule-Hersteller über 40 Prozent des Absatzes im wachsenden US-Solarmarkt.

Deutscher Solarmarkt kühlt weiter ab

Die Bundesnetzagentur hat jüngst die aktuellsten Zahlen zum Zubau von Photovoltaik-Anlagen in Deutschland veröffentlicht. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Zubau im Zeitraum von Dezember 2013 bis November 2014 um 43 Prozent zurückgegangen. Es wurden Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1,95 Megawatt errichtet. Das Ziel des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) liegt bei 2,4 bis 2,6 Megawatt und wurde damit deutlich unterschritten. Als wesentlichen Grund für den Rückgang des Zubaus führt die Bundesnetzagentur die gesunkenen Vergütungssätze des EEG an. Auch für die nahe Zukunft braucht man auf dem deutschen Solarmarkt bei unveränderten Rahmenbedingungen keine großen weiteren Wachstumsimpulse zu erwarten.

Kurzportrait

Die SolarWorld AG mit Sitz in Bonn gilt als ein führender Spezialist für Solarstromtechnik und entwickelt Solarmodule beginnend mit dem Rohstoff über das Modul bis hin zum individuellen System im eigenen Haus. Gegründet wurde SolarWorld bereits im Jahr 1988, seinerzeit als Ingenieurbüro für Industrieanlagen. Im Jahr 1999 folgte der Gang an die Börse. Nachdem SolarWorld in der Vergangenheit den Großteil seiner Umsätze in Deutschland erzielte, wuchs der Auslandsanteil am Gesamtumsatz inzwischen auf weit über 50 Prozent.

SolarWorld setzt bei bei Solarmodulen auf hohe Qualität, Haltbarkeit und Stabilität und das Prädikat „Made in Germany“. Neben Dachanlagen und Angeboten zur Produktion von Eigenstrom offeriert SolarWorld aber auch Lösungen zur Realisierung von Großanlagen. In diesem Bereich ist das Unternehmen nicht nur in Deutschland, sondern verstärkt auch im Ausland aktiv.

Ein weiteres wichtiges Standbein bei der Beschaffung von Silizium ist die Recyclingfähigkeit der Module bzw. Zellen. Hier ist das Unternehmen über die 100prozentige Tochtergesellschaft Deutsche Solar AG aktiv. Im Jahr 2006 verstärkte sich die SolarWorld durch die Übernahme der kristallinen Solaraktivitäten der Shell Solar. Anfang 2010 gründete SolarWorld das Joint Venture Qatar Solar Technologies (QST), an welchem das Unternehmen Anteile hält.

Ende 2010 gab SolarWorld die Übernahme der Solarparc AG bekannt. Ende 2013 kaufte SolarWorld einen Teil der Solarsparte der Robert Bosch GmbH und übernahm den Standort in Arnstadt. Gleichzeitig wurde die Tochtergesellschaft Solarworld Industries-Thüringen GmbH gegründet. Ende 2013 sicherte sich Qatar Solar Technologies (QSTec) 29 Prozent an SolarWorld.

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