SolarWorld - Comeback gelungen? Unternehmen hofft auf höheren Auslandsanteil

Dienstag, 15. Februar 2011 13:34
SolarWorld

(IT-Times) - Pünktlich zum neuen Jahr hat der Bonner Solarkonzern SolarWorld AG (WKN: 510840) die Märkte mit positiven Gewinnzahlen überrascht. Anders als von vielen Marktbeobachtern und Analysten erwartet, konnte sich SolarWorld mit seiner Premium-Preisstrategie am Markt behaupten und sowohl Umsatz und Gewinne gegenüber dem Vorjahr kräftig steigern - die Aktien legten in den vergangenen Tagen deutlich zu.

Ursächlich für den Erfolg ist die erfolgreiche Entkoppelung vom Heimatmarkt Deutschland. Während aufgrund der Subventionskürzung in Deutschland die Nachfrage insbesondere im zweiten Halbjahr 2010 verhalten war, konnte SolarWorld von seiner gelungenen Auslands- und USA-Expansion profitieren und seinen Absatz um 42 Prozent steigern, während gleichzeitig der Umsatz um 29 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro zulegte.

Auslandsanteil soll auf Dreiviertel des Gesamtumsatzes klettern
Inzwischen trägt das Auslandsgeschäft fast 60 Prozent zu den Gesamteinnahmen bei. Dieser Trend soll sich auch in den nächsten Jahren weiter fortsetzen. So sollen bereits in zwei Jahren 75 Prozent der SolarWorld-Produkte im Ausland produziert und abgesetzt werden, wenn es nach SolarWorld-Chef Frank Asbeck geht.

Auch in 2011 darf mit einem weiteren Umsatzanstieg gerechnet werden, SolarWorld strebt dabei ein Absatzplus von 30 Prozent an. Fraglich ist, ob SolarWorld seine Ergebnisse ähnlich stark steigern kann als im Vorjahr, als die Bonner mit einem Ergebnisplus von rund 50 Prozent aufwarten konnten. In 2010 konnte SolarWorld noch seine kritische Größe nutzen und bei den Zulieferern deutlich niedrigere Preise aushandeln - dieses Potential sei jedoch ausgeschöpft, so Asbeck jüngst in einem Interview. Vielmehr müssten weitere Kostensenkungen durch technologische Fortschritte kommen, so der Manager.

2011 - Durchbruch für AC Module und Microinverter?
Tatsächlich tut sich was im Photovoltaik-Markt und insbesondere in der Wechselrichter-Szene. Das Jahr 2011 könnte Microinverter und AC Module zum Durchbruch verhelfen, nachdem sich Anbieter stärker von der Billig-Konkurrenz absetzen müssen, glauben Branchenexperten wie IDC-Marktforscher Jay Holman. Anbieter wie SolarBridge Technologies haben bereits im Vorjahr erste intelligente AC Module bzw. Smart Module auf den Markt gebracht, die mit integrierten DC-Optimierungsfunktionen daher kommen.

AC Module sollen die Zuverlässigkeit von PV-Systemen erhöhen und gleichzeitig die Installationskosten gegenüber traditionellen Systemen mit zentral installierten Wechselrichtern weiter senken. Die entsprechenden Microinverter Systeme werden bereits bei der Produktion der Solarmodule an der Rückseite des Moduls angebracht und sollen so zu Kostensenkungen führen.

Ob sich die Technik durchsetzt, bleibt abzuwarten. SolarWorld sollte in jeden Fall die Technik im Auge behalten, will das Unternehmen nicht den Anschluss verlieren.

Kurzportrait
Die SolarWorld AG mit Sitz in Bonn gilt als ein führender Spezialist für Solarstromtechnik und bietet Produkte beginnend mit dem Rohstoff über das Modul bis hin zum individuellen System. Diese Produktionstiefe verfolgt das Unternehmen mit dem Ziel, die Entwicklung der Technologie auf allen Produktionsstufen zu bestimmen und weiter zu optimieren. SolarWorld gibt dabei an, dass laut Konzernstrategie alle Wertschöpfungsbereiche für sich profitabel arbeiten. Diese rein auf Solarenergie ausgerichtete Strategie wird in dem Unternehmen seit 1999 verfolgt. Gegründet wurde SolarWorld allerdings bereits im Jahr 1988, seinerzeit als Ingenieurbüro für Industrieanlagen. Bereits im Jahr 1999 erfolgte der Gang an die Börse. Nachdem SolarWorld in der Vergangenheit den Großteil seiner Umsätze in Deutschland erzielte, wuchs der Auslandsanteil am Gesamtumsatz inzwischen auf 60 Prozent.

Mit seinen Sunkits-Bausätzen will das Unternehmen individuell auf den Kunden zugeschnittene Lösungen bieten, wobei SolarWorld bei seinen Solarmodulen auf hohe Qualität, Haltbarkeit und Stabilität Wert legt. Im Marktbereich Solarmodule ist das Unternehmen mit seinem Produkt Sunmodule Plus am Start, das einen hohen Wirkungsgrad bei gleichzeitig hoher Qualität und Sicherheit verspricht.

Mit dem Energiedach bietet SolarWorld auch eine Dacheindeckung mit Solarlaminaten an, wobei der Kunde die Auswahl zwischen einem Komplettdach und einer Indach-Lösung hat. Neben kleineren Projekten offeriert SolarWorld aber auch Lösungen zur Realisierung von Großanlagen. In diesem Bereich ist das Unternehmen nicht nur Deutschland, sondern verstärkt auch im Ausland aktiv.

Ein weiteres wichtiges Standbein bei der Beschaffung von Silizium ist die Recyclingfähigkeit der Module bzw. Zellen. Hier ist das Unternehmen über die 100prozentige Tochtergesellschaft Deutsche Solar AG aktiv. Um sich den langfristigen Zugriff auf Solarsilizium zu sichern, gründete SolarWorld im Jahr 2002 das Joint Venture Joint Solar Silicon. Während die Degussa AG 51 Prozent der Anteile an diesem Venture hält, ist SolarWorld mit 49 Prozent beteiligt.

Im Jahr 2006 wurde ein weiteres Joint Venture mit der niederländischen Scheuten Solarholding B.V. gegründet. Sowohl Scheuten Solarholding als auch SolarWorld halten jeweils 50 Prozent an dem Joint Venture SolarWorld Solizium GmbH. Daneben hält SolarWorld noch 35 Prozent der Anteile an dem schwedischem Solarmodulehersteller Gälllivare PhotoVoltaic (AB). Bereits im Jahr 2006 verstärkte sich die SolarWorld durch die Übernahme der kristallinen Solaraktivitäten der Shell Solar. Anfang 2010 gründete SolarWorld das Joint Venture Qatar Solar Technologies (QST), an welchem das Unternehmen 29 Prozent der Anteile hält. Ende 2010 gab SolarWorld die Übernahme der Solarparc AG bekannt.

Die Tochtergesellschaft Deutsche Solar AG fertigt multi- und monokristalline Solarsilizium-Wafer, die sowohl durch SolarWorld selbst weiterverarbeitet als auch weltweit an Industriekunden verkauft werden. In den USA gilt SolarWorld im Bereich der monokristallinen Solarwafer als technologisch führend. Die Tochtergesellschaften Deutsche Cell GmbH und der in der SolarWorld Industries America LP angesiedelte Geschäftsbereich "Zelle" produziert aus dem Vorprodukt der Solarsiliziumwafer Solarzellen, um aus Sonnenlicht Strom zu produzieren. Im Geschäftsbereich "Module" fertigt SolarWorld aus Solarzellen zusammengefügte Module, das eigentliche Endprodukt, bereit zur Stromerzeugung und dessen Einspeisung. Die Modulfertigung erfolgt durch die Tochtergesellschaften Solar Factory GmbH in Freiberg, der Gällivare Photovoltaic AB (GPV) in Schweden sowie bei der SolarWorld Industries America LP in Camarillo. Firmengründer Frank Asbeck hielt zuletzt weiterhin ein Viertel der Anteile an SolarWorld.

Zahlen
Im Jahr 2010 hat SolarWorld den Umsatz von 1,013 Mrd. auf 1,305 Mrd. Euro erhöhen können. Allein im Segment Wafer und Solarmodule stieg der Absatz um 42 Prozent von 518 Megawatt auf 819 Megawatt an. Zudem habe sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 153 Mio. auf 193 Mio. Euro verbessert.

Meldung gespeichert unter: SolarWorld

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