Solarfun macht nicht nur den Aktionären Spaß - kostengünstige Module sollen Kunden locken

Mittwoch, 22. September 2010 12:28
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(IT-Times) - Der weltweite Solarmarkt ist im vergangenen zweiten Quartal 2010 kräftig gewachsen. Nach Angaben der Marktforscher aus dem Hause Solarbuzz setzte die Branche im zweiten Quartal 17,2 Mrd. US-Dollar um, nach 6,2 Mrd. Dollar in der Vorjahresperiode. Insgesamt wurden Solarkapazitäten mit einer Leistung von 3,82 Gigawatt installiert.

Als Hauptprofiteure des Nachfragebooms gelten insbesondere chinesische Anbieter, wie der Solarzellen- und Modulehersteller Solarfun Power Holdings (Nasdaq: SOLF, WKN: A0LGDE). Die Chinesen gehören zwar nicht zu den ganz großen Playern im Reich der Mitte, dennoch konnte Solarfun im jüngsten Quartal ein Umsatzwachstum von 105 Prozent auf 258,5 Mio. Dollar melden und wuchs damit deutlich schneller als so mancher größerer Konkurrent. Entsprechend legte der Solarfun-Aktienkurs seit Juli 2010 zur Freude der Aktionäre um mehr als 50 Prozent zu.

Solarfun nimmt Umsatzmarke von einer Mrd. Dollar ins Visier
Inzwischen ist das Unternehmen drauf und dran, die Umsatzmarke von einer Mrd. US-Dollar im laufenden Jahr zu nehmen. Dabei nutzt das Unternehmen seine Kostenvorteile im Reich der Mitte, wodurch Solarfun in der Lage ist, seine Produkte um 20 bis 30 Prozent billiger anzubieten, als jeweilige Konkurrenten aus Deutschland. So kosten zum Beispiel polykristalline 195-Watt Solarfun-Module rund 396 Euro, während ähnliche Module aus dem Hause Schott Solar mit 610 Euro zu Buche schlagen (Quelle: Solar Fachhandel).

Zwar verweisen Marktbeobachter auf die höhere Qualität bzw. Wirkungsgrade deutscher Produkte, doch die Chinesen holen zur Freude der Verbraucher stark auf. Mit Hilfe der Unterstützung chinesischer Banken haben die chinesischen Hersteller Zugriff auf Finanzmittel, um moderne Produktionsanlagen anzuschaffen und ihre Kapazitäten weiter auszubauen. So sicherte sich auch Solarfun im Juli einen Kredit in Höhe von einer Mrd. US-Dollar von der Bank of China sowie eine Kreditlinie in Höhe von 885 Mio. Dollar durch die Bank of Shanghai.

Verbesserter Zugang zu Finanzmittel ermöglicht schnelle Expansion
Neben dem verbesserten Zugang zum Kapitalmarkt genießen chinesische Anbieter meist noch einen weiteren Wettbewerbsvorteil. Im Bereich Forschung und Entwicklung arbeiten die Chinesen oft mit renommierten Universitäten zusammen, um die Produktqualität bzw. Wirkungsgrade ihrer Produkte zu verbesserten. So kooperiert auch Solarfun beispielsweise mit der Shanghai Jiao Tong University, um neue Technologien zu entwickeln.

Die chinesischen Modulehersteller werden ihren Marktanteil in diesem Jahr auf 60 Prozent steigern können, ist sich Solarfun Vizepräsident Paul Combs sicher. Die sechs führenden chinesischen Solarzellenhersteller zeichneten jüngst bereits für 55 Prozent aller ausgelieferten Solarzellen verantwortlich, so die Solarbuzz-Marktforscher.

Solarfun hat dabei besonders ehrgeizige Ziele. Nachdem das Unternehmen in Europa durch eine neue Niederlassung in Lille/Frankreich expandiert ist, will das Unternehmen in diesem Jahr seine Auslieferungszahlen auf 700 bis 750 Megawatt mehr als verdoppeln, nachdem das Unternehmen im Vorjahr Solarprodukte mit einer Leistung von 300 Megawatt zur Auslieferung brachte…

Kurzportrait

Die im chinesischen Qidong ansässige Solarfun Power Holdings wurde erst Mitte 2006 gegründet, gilt aber bereits heute als einer der größten Hersteller von Ingots (Yangguang Solar), Solarzellen und Solarmodulen in China.

Das Unternehmen stellt Produkte nicht nur selbst her, sondern produziert auch im Auftrag von anderen Unternehmen. Seine eigenen PV-Produkte verkauft Solarfun über dritte Vertriebshändler. Das Unternehmen betreut dabei Kunden in Deutschland, sowie in der Tschechischen Republik, Portugal, Australien und China.

Abgewickelt werden die Geschäfte von der chinesischen Tochter Jiangsu Linyang Solarfun (Linyang China). Gleichzeitig betreibt das Unternehmen mit der Solarfun PV Engineering Center ein eigenes Forschungscenter. Gemeinsam mit der Shanghai Jiao Tong University wurde mit dem Linyang PV Research and Development ein weiteres Forschungscenter gegründet, um neue Technologien zu entwickeln.

Die jährliche Produktionskapazität des Unternehmen summierte sich zuletzt auf 900 Megawatt im Bereich Solarmodule (Stand: August 2010). Die Ingot-Produktionskapazitäten summierten sich zuletzt auf über 300 Megawatt.

In 2009 brachte Solarfun mit ECLIPS eine neue Solarzellengeneration mit einer höheren Lichtempfindlichkeit auf den Markt. Die von Solarfun produzierten monokristallinen Zellen warten nach Unternehmensangaben mit Wirkungsgraden von etwa 18 Prozent auf. Die Wirkungsgrade der polykristallinen Zellen gibt Solarfun mit 16,5 Prozent an. Daneben bietet Solarfun auch Solarprodukte an, die direkt in Gebäude integriert sind (Building Integrated Photovoltaics).

Um seine internationale Expansion weiter voranzutreiben, hat Solarfun in 2010 ein neues Büro in Frankreich eröffnet. Gleichzeitig wurde im Frühjahr 2010 eine Zell-Produktionslinie (25 Megawatt) von der Semiconductor Manufacturing International Corporation (SMIC) übernommen. Schon im November 2009 übernahm Solarfun die restlichen 17 Prozent der Anteile an der Shanghai Linyang Solar Technology.

Zahlen

Für das vergangene zweite Quartal 2010 meldete Solarfun einen Umsatzsprung auf 1,75 Mrd. Renminbi (RMB) bzw. 258,5 Mio. US-Dollar, was einen Zuwachs von 105 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht.

Meldung gespeichert unter: Hanwha Solar One Co.

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