Solar Millennium sieht Licht am Ende des Tunnels

Dienstag, 7. September 2010 13:04
Solar Millennium

(IT-Times) - Der Erlanger Spezialist für Parabolrinnenkraftwerke, die Solar Millennium AG (WKN: 721840), wird voraussichtlich in der nächsten Woche seinen Zwischenbericht für das vergangene erste Halbjahr präsentieren. Aktionäre und Investoren dürften gespannt auf die Zahlen sein, nachdem Solar Millennium den Wirtschaftsprüfer gewechselt und in der Vergangenheit bilanzielle Unstimmigkeiten den Aktienkurs belastet haben.

Einigung mit Claassen in Sicht
Auch im Fall Utz Claassen scheint nunmehr ein Ende des monatelangen Streits um Antrittszahlungen in Sicht. Wie die Wirtschaftswoche unter Berufung auf eingeweihte Kreise berichtet, haben sich das Unternehmen und Claassen auf eine Rückzahlung von fünf Mio. Euro geeinigt, nachdem der Manager insgesamt neun Mio. Euro für den Amtsantritt erhielt. Claassen hatte seinen Posten nach nicht einmal zwei Monaten überraschend niedergelegt.

Spanien als Markt bereits ausgereizt?
Auch der im Vorjahr bereits gemeldete Verkauf eines 50%igen Anteils an dem geplanten spanischen Solarkraftwerk Ibersol konnte nunmehr endlich abgeschlossen werden. Der Baubeginn für das vierte Parabolrinnenkraftwerk in Südspanien rückt damit näher. Allerdings sieht sich Solar Millennium in Spanien Herausforderungen gegenüber, nachdem die Regierung die maximale Größe von Parabolrinnenkraftwerke auf 50 Megawatt begrenzt hat. Die optimale Größe für ein solches Kraftwerk liege bei 300 Megawatt, so Solar Millennium-Berater und Physiker Fritz-Dieter Doenitz jüngst in einem Interview gegenüber Bloomberg. Die Konstruktion und der Betrieb von mehreren 50-Megawatt Kraftwerken sei viel komplizierter, meint der Physiker.

Solar Millennium sucht seine Chance in den USA
Um dieses Problem aus dem Weg zu gehen, versucht Solar Millennium verstärkt in den USA Fuß zu fassen, denn dort gibt es nicht nur größere Flächen, auch scheinen die USA der Parobolrinnentechnik insgesamt aufgeschlossener gegenüber zu stehen. Im Vormonat gaben die staatlichen Umweltbehörden in Kalifornien bereits grünes Licht für die Pläne von Southern California Edison, zwei Großkraftwerke zu kaufen, in denen Parabolrinnentechnik von Solar Millennium zum Einsatz kommt. Die endgültige Baugenehmigung könnte noch bis Ende September erteilt werden, zumal die California Energy Commission dem Projekt wohlwollend gegenüber steht.

Das Solarkraftwerk wird nahe Blythe von Solar Trust of America, einem Joint Venture von Solar Millennium und MAN Ferrostaal realisiert, wobei sich die Kosten für den Bau des 4-Phasen-Projektes auf sechs Mrd. Dollar in sechs Jahren summieren sollen. Einzige Herausforderung scheint nur noch die Finanzierung für das Mega-Kraftwerk. Sollte Solar Millennium auch diese Hürde nehmen, würde in Südostkalifornien das weltweit größte Solarkraftwerk mit einer Kapazität von 1.000 Megawatt entstehen - genug Strom um etwa 800.000 Haushalte zu versorgen…

Kurzportrait

Die in Erlangen ansässige Solar Millenium AG wurde ursprünglich im Jahre 1998 gegründet. Im Jahre 1999 folgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Das Unternehmen hat sich dabei vor allem auf Technologien rund um Parabolrinnenkraftwerke spezialisiert. Daneben will das Unternehmen sogenannte Aufwind-Kraftwerke zur Marktreife entwickeln.

Mit Hilfe der Sonneneinstrahlung wird bei Parabolrinnenkraftwerken Strom mit einer Dampfturbine erzeugt, die ein angeschlossener Generator erzeugt. Der Dampf wird dabei durch die Sonnenenergie erzeugt, die zuvor durch viele Parabolspiegel gebündelt wurden.

Daneben setzt die Solar Millennium AG auf solarthermische Anlagen, um Sonneneinstrahlung in Wärme zu nutzen. Wie auch herkömmliche Sonnenkollektoren gewinnen solarthermische Anlagen durch die Absorbierung von Sonnenlicht Wärmeenergie.

Um seine Technologie weiter zu entwickeln und Projekte zu realisieren, unterhält die Solar Millennium eine Reihe von Tochterfirmen und Beteiligungen. Die Technikfirmen Flagsol GmbH und Smagsol GmbH gehören zu 100 Prozent zum Unternehmen, wobei die Tochter Flagsol inzwischen in MAN Solar Millennium eingebracht wurde. Dadurch hält Solar Millennium nunmehr 74,9 Prozent der Anteile an MAN Solar Millennium. Daneben betreibt die Solar Millennium AG ein gemeinsames Joint Venture mit Inner Mongolia Lvneng New Energy Co Ltd. Beide Firmen halten jeweils 50 Prozent der Anteile an dem Venture Inner Mongolia STP Development Co Ltd mit Sitz in Hohhot, dessen Ziel es ist, Parabolrinnen-Kraftwerke in China zu entwickeln. Über die Solar Millennium LLC mit Sitz in Berkeley soll das US-Geschäft erschlossen werden.

Ferner ist die Solar Millennium an einer Reihe von Projektgesellschaften in Spanien beteiligt. Unter anderem halten die Erlanger 100 Prozent der Anteile an der spanischen Milenio Solar Desarrollo de Proyectos. Zudem soll Solar Millennium an dem Mammut-Projekt Desertec mitwirken. Ende Oktober 2009 verkaufte Solar Millennium seine Beteiligung an der Ibersol-Projektgesellschaft Ibersol Electricidad Solar Ibérica S.L an die MAN Ferrostaal AG in Essen und an die Ibersol Kraftwerks GmbH. Im Herbst 2010 erwarb Solar Millennium eine im Oktober 2009 an die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Cross Capital AG veräußerte Beteiligung von 25 Prozent an der Projektgesellschaft Ibersol zurück.

Das Produktangebot der Solar Millennium AG umfasst sowohl die Projektentwicklung, wie auch die Projektfinanzierung und die Umsetzung (Kraftwerksbau). Ferner fungiert das Unternehmen aber auch als Technologiegeber beim Bau von Solar-Kraftwerken. Minderheitsbeteiligungen an Projekt- und Kraftwerksgesellschaften rund das Geschäftsmodell des Unternehmens ab.

Zahlen

Die Zahlen zum vergangenen ersten Halbjahr 2010 wollte Solar Millennium ursprünglich am am 19. August 2010 veröffentlichen, nun wird der 13. September dieses Jahres als spätmöglichster Termin genannt.

Meldung gespeichert unter: Solar Millennium

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