Solar Millennium - neues Jahr bringt große Herausforderungen mit sich

Freitag, 2. Januar 2009 12:38
Solar Millennium

(IT-Times) Die in Erlangen ansässige Solar Millennium AG (WKN: 721840) könnte vor einem schwierigen Jahr stehen. Das auf solarthermische Großanlagen spezialisierte Unternehmen sieht sich einer Reihe von Herausforderungen gegenüber. Große solarthermische Anlagen wie sie Solar Millennium entwickelt und realisiert erfordern schon mal 300 Mio. Euro an Investitionskosten.

Durch die jetzige Finanzkrise dürften sich die Bedingungen zur Finanzierung solcher Großprojekte deutlich verschlechtert haben, so dass Projektverschiebungen drohen. So musste auch die Solar Millennium Ende Dezember einräumen, die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr 2007/2008 erst Ende Januar vorlegen zu können, nachdem das Unternehmen nach wie vor auf grünes Licht im Bezug auf die Veräußerung von Anteilen an den Andasol-Kraftwerken an einen Solarfond wartet.

Neben Finanzierungsproblemen sieht sich Solar Millennium noch ein einer weiteren Herausforderung gegenüber. Parabolrinnen-Kraftwerke, wie sie Solar Millennium entwickelt, stellten in der Vergangenheit die effizienteste und kostengünstigste Technologie dar, Sonnenenergie im großen Stil in Strom zu verwandeln. Inzwischen hat sich die Solarindustrie weiter entwickelt.

Parabolrinnen-Kraftwerke out-of-date?
Die erste Technologiewelle hat mit der Einführung Silizium-basierter Solarzellen begonnen. Doch hohe Materialkosten und eine schwache Kapitaleffizienz haben Hersteller zum Umdenken bewogen. Im Rahmen der zweiten Welle, die vor gut einem Jahrzehnt begonnen hat, setzten erste Hersteller zunehmend auf Dünnschichtzellen. Diese waren deutlich günstiger in der Herstellung, mussten aber mit einem deutlich niedrigeren Wirkungsgrad auskommen. Seither tüfteln Solarspezialisten und Technologiefirmen an Alternativen, um Kosten zu senken und Wirkungsgrade von Dünnschichtzellen zu erhöhen.

Dabei werden inzwischen anderen Materialien wie CIGS (Copper Indium Gallium Selenide) große Chancen eingeräumt, die Welle der Solartechnik der dritten Generation anzuführen. Wissenschaftler der National Renewable Energy Labs (NREL) haben bereits CIGS-Zellen im Labor mit Wirkungsgraden von 19,5 Prozent bzw. 17,5 Prozent entwickelt. Neben Nanosolar glauben auch Technologiegrößen wie IBM an die Zukunft von CIGS. Big Blue hat sich mit der Tokyo Ohka Kogyo (TOK) zusammengetan, um kostengünstigere Solartechniken auf CIGS-Basis zu entwickeln. IBM-Sprecher Supratik Guha glaubt, bald Solarmodule mit Kosten von weniger als einem US-Dollar pro Watt hervorbringen zu können.

Sollte den Herstellern der Durchbruch in diesem Bereich gelingen, dürften Solarzellen und Module bald deutlich günstiger und damit für Jedermann zu haben sein. Das Stromerzeugungspotential auf den Dächern der Einwohner könnte künftig eine weit größere Rolle in sonnenreichen Staaten wie in den USA, Italien und Spanien spielen.

Teure solarthermische Kraftwerke und Aufwind-Kraftwerke wie sie Solar Millennium konzipiert, werden zwar nicht von der Bildfläche verschwinden, als Massenphänomen sind sie aber aufgrund der aktuellen Marktsituation kaum vorstellbar…

Kurzportrait

Die in Erlangen ansässige Solar Millenium AG wurde ursprünglich im Jahre 1998 gegründet. Im Jahre 1999 folgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Das Unternehmen hat sich dabei vor allem auf Technologien rund um Parabolrinnen-Kraftwerke spezialisiert. Daneben will das Unternehmen sogenannte Aufwind-Kraftwerke zur Marktreife entwickeln.

Mit Hilfe der Sonneneinstrahlung wird bei Parabolrinnen-Kraftwerken Strom mit einer Dampfturbine erzeugt, die ein angeschlossener Generator erzeugt. Der Dampf wird dabei durch die Sonnenenergie erzeugt, die zuvor durch viele Parabolspiegel gebündelt wurden.

Daneben setzt die Solar Millennium AG auf solarthermische Anlagen, um Sonneneinstrahlung in Wärme zu nutzen. Wie auch herkömmliche Sonnenkollektoren gewinnen solarthermische Anlagen durch die Absorbierung von Sonnenlicht Wärmeenergie.

Um seine Technologie weiter zu entwickeln und Projekte zu realisieren, unterhält die Solar Millennium eine Reihe von Tochterfirmen und Beteiligungen. Die Technikfirmen Flagsol GmbH und Smagsol GmbH gehören zu 100 Prozent zum Unternehmen. Daneben betreibt die Solar Millennium AG ein gemeinsames Joint Venture mit Inner Mongolia Lvneng New Energy Co Ltd. Beide Firmen halten jeweils 50 Prozent der Anteile an dem Venture Inner Mongolia STP Development Co Ltd mit Sitz in Hohhot, dessen Ziel es ist, Parabolrinnen-Kraftwerke in China zu entwickeln. Ferner ist die Solar Millennium an einer Reihe von Projektgesellschaften in Spanien beteiligt. Unter anderem halten die Erlanger 100 Prozent der Anteile an der spanischen Milenio Solar Desarrollo de Proyectos. Mit jeweils 50 Prozent ist die Solar Millennium an den beiden spanischen Projektgesellschaften Ibersol Electricidad Solar Iberica S.A und Murciasol-1 Planta Solar Térmica S.L. beteiligt.

Das Produktangebot der Solar Millennium AG umfasst sowohl die Projektentwicklung, wie auch die Projektfinanzierung und die Umsetzung (Kraftwerksbau). Ferner fungiert die Solar Millennium aber auch als Technologiegeber beim Bau von Solar-Kraftwerken. Minderheitsbeteiligungen an Projekt- und Kraftwerksgesellschaften rund das Geschäftsmodell des Unternehmens ab.

Zahlen

Meldung gespeichert unter: Solar Millennium

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