Software AG treibt Umbau voran - BPE im Mittelpunkt

Business Process Excellence

Mittwoch, 2. April 2014 13:56
Software AG

(IT-Times) - Mit dem Verkauf des SAP-Beratungsgeschäfts konzentriert sich Deutschlands zweitgrößtes Softwarehaus Software AG mehr auf das Geschäft mit eigenen Softwarelösungen, welches höhere Gewinnmargen abwirft. Vor allem der Bereich Business Process Excellence (BPE) soll künftig im Vordergrund stehen, was den Aktienkurs der Software AG zuletzt beflügelte.

Doch worum geht es beim Buzzword Business Process Excellence (BPE) überhaupt, fragen sich viele Anleger. Hinter BPE steckt in erster Linie ein neuer Ansatz zur Optimierung von Betriebsabläufen. Vor allem die zunehmende Digitalisierung und komplexe IT-Systeme stellen Unternehmen heute vor große Herausforderungen. Die Software AG (WKN: 330400) will mit seinen Lösungen dazu beitragen, dass Unternehmen nicht nur schlanker und effizienter werden, sondern auch neue IT-Lösungen einfacher in bestehende IT-Infrastrukturen integrieren können.

Basis bildet hier die übernommene US-Gesellschaft webMethods. Durch die Kombination von webMethods-Lösungen mit der Produktfamilie ARIS ist ein System entstanden, welches eine ganzzeitliche Steuerung, Überwachung und effektive Ausrichtung von Betriebsabläufen ermöglicht.

BPE-Geschäft soll 80 Prozent zum Umsatz beitragen
Das BPE-Geschäft zeichnete in 2013 bereits für 60 Prozent der Produkt-Umsätze der Software AG verantwortlich. Diesen Anteil will das deutsche Softwarehaus bis 2018 auf 80 Prozent erhöhen.

Das BPE-Geschäft wuchs im vergangenen vierten Quartal auf 127 Mio. Euro, ein Zuwachs von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das Big Data Produktgeschäft innerhalb der BPE-Produktfamilie verdoppelte sich nahezu auf 37 Mio. Euro. In 2014 sollen die BPE-Erlöse um weitere 12 bis 18 Prozent zulegen.

Weitere Zukäufe erwartet
Nachdem die Software AG in 2013 fünf Akquisitionen im Volumen von 110 Mio. Euro durchgeführt hat, um sein BPE-Produktportfolio weiter auszubauen, will das Unternehmen auch in diesem Jahr weiter zukaufen, wie Software AG CEO Karl-Hein Streibich zu Jahresbeginn andeutete. Dabei scheint es mehr als wahrscheinlich, dass sich das deutsche Softwarehaus erneut in die USA begeben wird, um geeignete Übernahmekandidaten ausfindig zu machen.

Der BPE-Bereich bietet für die Software AG interessante Wachstumsmöglichkeiten, allerdings sieht sich das deutsche Softwarehaus auch hier einem starken Wettbewerber gegenüber. In der Vergangenheit dominierte IBM diesen Markt und es bleibt abzuwarten, ob die Software AG den bisherigen Platzhirschen - ob mit oder ohne Zukäufe - von der Spitze verdrängen kann. Die jüngsten Zahlen sind jedenfalls vielversprechend, nachdem die Software AG in diesem Marktsegment zuletzt doppelt so stark als der Gesamtmarkt wachsen konnte.

Kurzportrait

Die in Darmstadt ansässige Software AG ist ein weltweit agierender Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für IT-Infrastrukturen mit serviceorientierten Architekturen (SOA). Das Unternehmen ist auf zwei Geschäftsfeldern tätig und hat Produktentwicklung sowie Vertrieb in zwei Geschäftsbereiche ausgerichtet: Enterprise Transaction Systems (ETS) und Business Process Excellenice (BPE).

ETS besetzt das Feld Datenbanken und basiert vor allem auf dem Datenbankmanagementsystem Adabas sowie der Entwicklungsumgebung Natural. Das BPE-Geschäft umfasst vor allem die Optimierung von Geschäftsabläufen, wobei die übernommene webMethods und ARIS die Basis für die Produkte bilden. Hierdurch können Nutzer neue Geschäftsprozesse in ihre bestehende IT-Infrastruktur integrieren. Operativ agiert das Unternehmen in den drei Regionen Zentral- und Osteuropa/Asien, Nordamerika/Nordeuropa und Süd- und Westeuropa/ Lateinamerika. Die Software AG bietet Wartung, Lizenzierung und weitere Dienstleistungen an. Das BPE-Geschäft steuert bereits rund 60 Prozent des Produktumsatzes bei.

Nach der Übernahme der US-amerikanischen webMethods schluckte die Software AG Ende 2007 die Softwaresparte von Jacada. Mitte 2009 übernahm die Software AG den Schweizer IT-Spezialisten Teconomic AG. Gleichzeitig übernahm die Software AG im Jahr 2009 Deutschlands drittgrößtes Softwarehaus IDS Scheer. Im Frühjahr 2010 wurde der CEP-Spezialist RTM Realtime Monitoring GmbH übernommen. In 2011 verstärkte sich die Software AG durch die Übernahme von Metismo und Terracotta. Anfang 2012 übernahm die Software AG den britischen Technologieanbieter my-Channels. In 2013 blieb die Software AG weiter auf Einkaufstour und schluckte neben den Cloud-Spezialisten LongJump auch die Event Prozess-Plattform Apama sowie den Analyse- und Visualisierungsspezialisten JackBe. In 2013 wurden weitere fünf Firmen aufgekauft, darunter die alfabet AG. Im Frühjahr 2014 verkaufte die Software AG sein verbliebendes SAP-Beratungsgeschäft.

Die Software AG beschäftigte zuletzt mehr als 5.500 Mitarbeiter und betreut weltweit mehr als 5.000 Kunden in über 70 Ländern. Die Software AG gehört zu 29 Prozent der Software AG Stiftung.

Zahlen

Im vierten Quartal 2013 wies die Software AG einen Gesamtumsatz von 271,5 Mio. Euro aus, der somit um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr sank. Das operative Ergebnis ging ebenfalls um neun Prozent auf 65,67 Mio. Euro zurück. Insgesamt erwirtschaftete die Software AG ein Nettoergebnis von 46,88 Mio. Euro nach 50,69 Mio. Euro in 2012. Daraus ergab sich ein (verwässertes) Ergebnis je Aktie von 0,57 nach 0,58 Euro.

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