Software AG: Solides Wachstum mit neuer Führungsstruktur

Dienstag, 24. August 2010 12:11
Software AG

(IT-Times) - Auch dieser Sommer steht bei der Software AG (WKN: 330400) noch ganz unter dem Zeichen der Integration der übernommenen IDS Scheer AG. Zudem stehen bei dem Unternehmen Änderungen in der Führungsstruktur ins Haus. In diesem Zusammenhang hat ein Top-Manager das Unternehmen bereits verlassen.

Integration von IDS Scheer kommt gut voran

Nach Plan lief jüngst die Hauptversammlung der Software AG. Dort wurde mit einer Mehrheit von 92 Prozent des Grundkapitals der Verschmelzung von der Software AG mit IDS Scheer zugestimmt. Personell wurde definiert, dass Wolfram Jost und Josef Bommersbach so lange Mitglieder des Vorstandes der IDS Scheer AG bleiben sollen, bis die Verschmelzung beider Unternehmen mit Eintrag ins Handelsregister rechtlich wirksam ist, also die IDS Scheer AG Teil der Software AG ohne eigenen Vorstand wird. Wolfram Jost wurde auf der Hauptversammlung mit sofortiger Wirkung zum Sprecher des Vorstands der IDS Scheer AG ernannt. Die bisherigen Vorstandsmitglieder der IDS Scheer AG, Peter Gérard und Rudolf Keul, sind zum 8. Juli 2010 aus dem Unternehmen ausgeschieden. Man habe sich in beidseitigem Einvernehmen getrennt.

Schon im Juli 2009 hatte die Software AG Pläne zur Übernahme der IDS Scheer AG bekannt gegeben. Die nächste Etappe auf dem Weg zur völligen Integration der IDS Scheer AG war der Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag im Februar dieses Jahres. Die Übernahme von IDS Scheer durch die Software AG beschäftigt momentan noch immer die Justiz. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt wegen des Verdachtes des Insiderhandels gegen Mitarbeiter beider Unternehmen. Auslöser der Ermittlungen war eine Strafanzeige der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Sowohl Mitarbeiter der Software AG als auch der IDS Scheer AG waren wegen auffälliger Handelsaktivitäten mit Aktien in den Blick der staatlichen Behörden geraten.

Neuausrichtung der Leitungsstruktur

Nicht nur im Hinblick auf die Integration von IDS Scheer will die Software AG ihre Leitungsstruktur verändern. Der Aufsichtsrat hat die Einrichtung eines neuen Leitungsgremiums bereits beschlossen. Demnach soll die Software AG zukünftig durch das Group Executive Board angeführt werden. Dabei handele es sich um ein achtköpfiges Gremium, in welchem neben dem Vorstand auch die operativen Managementbereiche mit Bereichsvorständen vertreten sind. Diese Umstrukturierung geht mit einer Verkleinerung des Vorstands einher. Diesem gehörten bisher sechs Mitglieder an, nun soll er auf vier Mitglieder reduziert werden. Diese Reduktion erfolge „in einer ersten Stufe“.

Die Software AG spricht in diesem Zusammenhang von einer erweiterten Leitungskultur, welche der Größe und dem Wachstum des Unternehmens Rechnung tragen soll. Vorsitzender des Group Executive Board ist Karl-Heinz Streibich, der Vorstandsvorsitzende der Software AG. Des Weiteren gehören dem Vorstand nun Arnd Zinnhardt, David Broadbent und Dr. Wolfram Jost an. Ein wenig überraschend: Der bisherige Produktvorstand der Software AG, Dr. Peter Kürpick, verließ das Unternehmen auf eigenen Wunsch, wie es hieß. Nähere Gründe wurden indes nicht bekannt.

Investitionen in kleinere Übernahmen und Forschung

Die Übernahme von kleineren Übernahmen will die Software AG auch in Zukunft nicht ausschließen. Einen großen Fisch wie IDS Scheer möchte sich das Unternehmen aber zunächst nicht wieder angeln. Durch die Fusion wolle man die Marktführerschaft im Bereich Business-Process Engineering (BPE) erreichen, Umsatz und Ergebnis sollen dann alle fünf bis sechs Jahre verdoppelt werden können. Die Software AG setzt zudem auf Forschung und Entwicklung made in Leipzig. In diesem Jahr sollen am Forschungsstandort itCampus Mitarbeiterzahl und Investitionssumme erhöht werden. Bei itCampus handelt es sich um ein Tochterunternehmen der Software AG, bislang befanden sich 51 Prozent der Anteile in Unternehmensbesitz, nun soll diese Zahl auf 100 Prozent erhöht werden. Gleichzeitig plane man auch die Einstellung von neuen Mitarbeitern.

Kurzportrait

Die in Darmstadt ansässige Software AG ist ein weltweit agierender Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für das Management von Geschäftsprozessen. Das Unternehmen ist in den Geschäftsfeldern Produktentwicklung und Dienstleistung tätig und hat diese auf zwei Geschäftsbereiche ausgerichtet: Enterprise Transaction Systems (ETS) und webMethods. ETS besetzt das Feld Datenbanken und basiert vor allem auf dem Datenbankmanagementsystem Adabas sowie der Entwicklungsumgebung Natural. webMethods ist eine BPMS-Suite, die hilft, Geschäftsprozesse zu automatisieren, zu monitoren und zu optimieren sowie SOA-Projekte effizient zu steuern. Hierdurch können Nutzer neue Geschäftsprozesse in ihre bestehende IT-Infrastruktur integrieren. Operativ agiert das Unternehmen in den drei Regionen Zentral- und Osteuropa/Asien, Nordamerika/Nordeuropa und Süd- und Westeuropa/ Lateinamerika. Die Software AG bietet Wartung, Lizenzierung und weitere Dienstleistungen an. Inzwischen wird ein Drittel des Umsatzes über Lizenzen erwirtschaftet. Im Frühjahr 2007 verstärkte sich das Unternehmen im Bereich Web Services und SOA-Lösungen durch die Übernahme der amerikanischen webMethods. Bereits zuvor übernahm das Softwarehaus mehrheitlich die israelische SPL Software. Ende 2007 schluckte die Software AG die Softwaresparte von Jacada. Mitte 2009 übernahm die Software AG den Schweizer IT-Spezialisten Teconomic AG. Gleichzeitig übernahm die Software AG im Jahr 2009 Deutschlands drittgrößtes Softwarehaus IDS Scheer AG. Durch die rechtlich noch nicht abgeschlossene Akquisition erweitert sich das Geschäftsmodell um die Sparte Entreprise Process Innovation. Im Frühjahr 2010 wurde zudem noch der CEP-Spezialist RTM Realtime Monitoring GmbH übernommen.

Sechs Mitarbeiter des Beratungshauses AIV (Institut für Angewandte Informationsverarbeitung) gründeten das Unternehmen 1969 in Darmstadt. Adabas ist eines der ersten Produkte, schnell folgte die Internationalisierung mit dem Markteintritt in den USA. Seit 2008 vermarktet die Software AG seine Produkte direkt in Brasilien. Am 26. April 1999 ging die Software AG an die Börse und notiert heute im TecDAX. Die Software beschäftigte zuletzt rund 6.000 Mitarbeiter und betreut weltweit mehr als 4.000 Kunden in über 70 Ländern.

Zahlen

Die Software AG (WKN: 330400) hat im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres bei Umsatz und Ergebnis deutlich zulegen können. Als Umsatztreiber erwies sich dabei die Servicesparte. Der Gesamtumsatz verbesserte sich im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr von 176,4 Mio. Euro auf 267,3 Mio. Euro, was einem Zuwachs von 52 Prozent entspricht. 150 Prozent Wachstum erzielten die Umsatzerlöse im Servicebereich und schnellten von 41,7 Mio. Euro auf 104,4 Mio. Euro. Das Produktsegment (Lizenzen und Wartung) legte um 21 Prozent von 133,7 Mio. Euro auf 161,9 Mio. Euro zu. Der Umsatz im Bereich webMethods stieg von 75,5 Mio. Euro auf 89,4 Mio. Euro (plus 18 Prozent). Einzig die Sparte Enterprise Transaction (ETS) Systems lag mit 96,3 Mio. Euro um vier Prozent unter dem Vorjahreswert von 100,9 Mio. Euro.

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