Software AG setzt weiter auf Expansion

Dienstag, 29. Januar 2008 13:31
Software AG

(IT-Times) Trotz eines kräftigen Umsatz- und Gewinnanstiegs und dem besten Ergebnis in der 38jährigen Firmengeschichte, verloren die Anteile des Softwarespezialisten Software AG (WKN: 330400) zuletzt deutlich an Wert. Analysten sehen auf dem jetzigen Kursniveau allerdings gute Einstiegschancen.

Einkaufstour dürfte auch in 2008 weitergehen
Die Einschätzung der Analysten ist nicht unbegründet. Zum einen sind weitere kleine Zukäufe zu erwarten, nachdem sich die Software AG bereits durch die Übernahme des US-Spezialisten webMethods entscheidend verstärkt hat. Ende 2007 ließ die Software AG bereits die künftige Strategie erkennen, indem das Unternehmen die Softwareeinheit des israelischen Softwarespezialisten Jacada für 26 Mio. Dollar schluckte. Die Akquisition dürfte sich in 2008 ertragssteigernd auswirken, heißt es aus dem Management.

Auch im laufenden Jahr ist die Software AG auf der Suche nach geeigneten Übernahmekandidaten, wobei insbesondere kleinere Zukäufe bis 30 Mio. Euro jederzeit möglich seien, ließ Vorstandsmitglied Arnd Zinnhardt jüngst durchblicken. Insgesamt stünden für Akquisitionen 500 Mio. Euro zur Verfügung, hieß es.

Brasilien - Wachstumsmarkt der Zukunft
Anfang 2008 ist die Software AG wie geplant in Brasilien mit einer Niederlassung in Sao Paulo gestartet. Das deutsche Softwarehaus erhofft sich durch den Direktvertrieb im größten Land Lateinamerikas einen Umsatzbeitrag von 20 bis 30 Mio. US-Dollar im laufenden Jahr.

Der IT- und Softwaremarkt in Brasilien steckt noch in den Kinderschuhen. Entsprechend hoch sind die Wachstumserwartungen für die kommenden Jahre. Unabhängige Marktforscher gehen davon aus, dass die brasilianische Software- und Serviceexporte von 2007 bis 2010 um jährlich durchschnittlich um 35,7 Prozent wachsen werden. Allein für den Markt für mobile Unternehmenssoftware erwarten die Marktforscher aus dem Hause IDC ein jährliches Wachstum von 28,8 Prozent bis 2010.

Summierten sich die IT-Ausgaben der BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China im Jahr 2005 auf 65 Mrd. Dollar, dürften diese Ausgaben im Jahr 2009 bereits ein Volumen von 110 Mrd. US-Dollar erreichen. Ideale Voraussetzungen also für die Software AG, um neben Südafrika, China und in Japan in einem weiteren wichtigen Zukunftsmarkt Fuß zu fassen.

Kurzportrait

Die in Darmstadt ansässige Software AG ist ein weltweit agierender Provider von Produkten und Dienstleistungen für IT-Infrastrukturen mit serviceorientierten Architekturen (SOA). Das Unternehmen ist auf zwei Geschäftsfeldern tätig und hat Produktentwicklung sowie Vertrieb in zwei Geschäftsbereiche ausgerichtet: Enterprise Transaction Systems (ETS) und Crossvision.

ETS besetzt das Feld Datenbanken und basiert vor allem auf dem Datenbankmanagementsystem Adabas sowie der Entwicklungsumgebung Natural. Crossvision ist eine SOA-Suite, die XML (Extended Markup Language ist eine universale Datenbeschreibungssprache; Tamino XML Server ist eines der Hauptprodukte in diesem Bereich) und Prozessintegrationstechnologien (EntireX, ApplinX) miteinander kombiniert. Hierdurch können Nutzer neue Geschäftsprozesse in ihre bestehende IT-Infrastruktur integrieren. Operativ agiert das Unternehmen in den drei Regionen Zentral- und Osteuropa/Asien, Nordamerika/Nordeuropa und Süd- und Westeuropa/ Lateinamerika. Die Software AG bietet Wartung, Lizenzierung und weitere Dienstleistungen an. Inzwischen wird ein Drittel des Umsatzes über Lizenzen erwirtschaftet. Im Frühjahr 2007 verstärkte sich das Unternehmen im Bereich Web Services und SOA-Lösungen durch die Übernahme der amerikanischen webMethods. Bereits zuvor übernahm das Softwarehaus mehrheitlich die israelische SPL Software. Ende 2007 schluckte die Software AG die Softwaresparte von Jacada.

Sechs Mitarbeiter des Beratungshauses AIV (Institut für Angewandte Informationsverarbeitung) gründeten das Unternehmen 1969 in Darmstadt. Adabas ist eines der ersten Produkte, schnell folgte die Internationalisierung mit dem Markteintritt in den USA. Am 26. April 1999 ging die Software AG an die Börse und notiert heute im TecDAX. Das Unternehmen hat mehr als 2.700 Mitarbeiter und betreut weltweit mehr als 4.000 Kunden in über 70 Ländenr.

Zahlen

Die Software AG hat nach eigenen Angaben 2007 das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte erzielt. Das Softwarehaus verbesserte den Umsatz wechselkursbereinigt auf 621,3 Mio. Euro, nach 483 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2006. Dies entspricht einem Zuwachs um 36 Prozent. Um 53 Prozent stiegen dabei die Erlöse aus Lizenzen auf 241,3 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) legte um 23 Prozent auf 136,8 Mio. Euro zu.

Den Jahresüberschuss 2007 gab die Software AG mit 88,4 Mio. Euro an, einer Steigerung um 21 Prozent gegenüber den 73,2 Mio. Euro des Vorjahres. Der freie Cashflow stieg um 73 Prozent auf 37,8 Mio. Euro. Damit hat die Software AG nach eigenen Angaben die Prognosen für das Geschäftsjahr erreicht, teilweise sogar übertroffen.

Meldung gespeichert unter: Software AG

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