SMA Solar steckt weiter in der Krise - keine Fortschritte in China

PV-Wechselrichterhersteller in der Krise

Donnerstag, 4. Dezember 2014 14:21
SMA Solar Technology

(IT-Times) - Deutschlands führender Wechselrichter-Hersteller SMA Solar Technology AG steckt weiter tief in der Krise. Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr musste das Unternehmen seinen Ausblick senken. Nun sollen weitere Kostensenkungen den Inverter-Hersteller wieder in die Gewinnzone bringen.

Bis Mitte 2015 will SMA Solar deutlich mehr als 600 Stellen streichen, zudem soll das Entwicklungsbudget um rund 80 Mio. Euro bis Mitte 2015 reduziert werden. Hintergrund ist ein schwächeres Geschäft in Europa, insbesondere in Deutschland und Projektverzögerungen in Großbritannien. Aber auch in China läuft nicht alles rund. SMA Solar Technology AG (WKN: A0DJ6J) will seine chinesische Tochter Zeversolar umstrukturieren.

SMA Solar verliert weiter Marktanteile
Die sinkende Nachfrage in Europa ist nur eine Seite der Medaille. Das Hauptproblem ist, dass SMA Solar seit Jahren Marktanteile an die Konkurrenz verliert - dieser Trend dürfte sich auch in 2014 fortsetzen. Kam SMA Solar im Jahr 2011 noch auf einen Marktanteil von etwa 34 Prozent, sank der Weltmarktanteil der Deutschen in den ersten neun Monaten 2014 auf 13 Prozent, so aktuelle Daten des Marktforschers IHS.

Ursprünglich wollte SMA Solar den Verlust von Marktanteilen in 2014 stoppen und sogar leicht steigern - dieses Ziel scheint nicht mehr erreichbar. Allein in den letzten vier von fünf Quartalen wuchs die Wechselrichter-Industrie schneller als SMA Solar. Im dritten Quartal 2014 hat der weltweite Wechselrichter-Markt ein Volumen von 1,9 Mrd. US-Dollar erreicht, ein Zuwachs von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. SMA Solar zeichnete dabei nur noch für 12 Prozent des Industrie-Umsatzes verantwortlich.

SMA-Tochter Zeversolar hat in China einen schweren Stand
Besonders bitter für SMA Solar ist der Rückstand in China, obwohl sich SMA Solar Ende 2012 mit der Übernahme von Zeversolar in den chinesischen Inverter-Markt eingekauft hatte. Doch im Reich der Mitte sieht die SMA-Tochter bislang kein Land.

Nach einem aktuellen IHS-Bericht (PV Inverter China Market Report – 2014) konnten Zeversolar-Konkurrenten ihre Position im chinesischen Wechselrichter-Markt weiter behaupten, wobei insbesondere Sungrow zuletzt auf einen Marktanteil von 30 Prozent kam. Auf den weiteren Plätzen folgen TBEA Sunoasis, Emerson Network Power, China und Kstar. Die Top-5-Anbieter halten jeweils mehr als 4,0 Prozent der Marktanteile, heißt es bei IHS.

Für die SMA-Tochter Zeversolar dürfte es trotz Umstrukturierung weiter schwierig bleiben, zu den Top-3-Herstellern in China aufzurücken - ein gänzlicher Rückzug von SMA Solar aus China wäre keine wirkliche Überraschung mehr.

Kurzportrait

Die aus der SMA Regelsysteme GmbH hervorgegangene SMA Solar Technology AG gilt als weltweit führender mit Wechselrichterhersteller für Photovoltaikanlagen. Mehr als die Hälfte des Umsatzes wird im Ausland erwirtschaftet, wobei SMA in 21 Ländern präsent ist.

Der von leistungsfähigen Prozessoren gesteuerte Wechselrichter ist heute das Herzstück einer jeden Solaranlage. Der Wechselrichter wandelt den in Solarzellen erzeugten Gleichstrom in netztauglichen Wechselstrom. Darüber hinaus fungiert der Wechselrichter als System-Manager und überwacht die Generatorfunktion sowie den Ertrag, den die Anlage erzielt. Laut Firmenangaben konnte man den maximalen Wirkungsgrad solcher Wechselrichter von 90 Prozent im Jahre 1990 auf über 98 Prozent erhöhen.

Um sich entsprechend breit im Markt aufzustellen, bietet SMA Solar heute Wechselrichter für nahezu alle Größen von Solaranlagen an. In den vergangenen Jahren verstärkte sich SMA Solar durch verschiedene Zukäufe. Mitte 2011 verstärkte sich SMA Solar durch die Übernahme der polnischen dtw Sp.z o.o. Ende 2012 übernahm SMA Solar die Mehrheit am chinesischen Rivalen Jiangsu Zeversolar New Energy. Zudem gründete SMA Tochtergesellschaften in Südafrika und in Chile. Anfang 2014 stieg der dänische Konkurrent Danfoss mit 20 Prozent bzw. 300 Mio. Euro bei SMA Solar ein.

Neben dem Hauptsitz in Niestetal/Kassel, ist das Unternehmen noch mit Niederlassungen in Spanien, Italien, Frankreich, Griechenland, Australien, Südkorea, sowie in China und in den USA vertreten. Zuletzt beschäftigte die Unternehmensgruppe mehr als 5.000 Mitarbeiter weltweit.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: Solarwechselrichter

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