Sky: Neuer Name, alte Probleme

Donnerstag, 19. November 2009 13:59
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(IT-Times) - Trotz einer Namensänderung und einer umfangreichen Werbekampagne konnte sich Deutschlands führenden Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland AG (WKN: SKYD00) bislang nicht aus der Misere befreien. Die Trendwende lässt weiter auf sich warten, zumal weiterhin viele Kunden ihr Abonnentment kündigten. Unter dem Strich kamen damit im jüngsten Quartal nur 67.000 neue Kunden hinzu, womit Sky zum Ende des dritten Quartals insgesamt 2,43 Mio. Abonnenten betreute.

Strategie der hohen Preise geht nicht auf
Deutlich zu wenig um die Gewinnzone zu erreichen. Sky setzt daher auf höhere Preise, um künftig auch mit weniger Abonnenten schwarze Zahlen zu schreiben. So wurden jüngst die Preise für das Bundesligapaket um fast 50 Prozent von 19,90 Euro auf 32,90 Euro angehoben. Nicht zuletzt dadurch stieg der Umsatz pro Kunde, eine wichtige Kenngröße in der Branche, von 25,20 Euro im Vorquartal auf 25,77 Euro.

Für das laufende vierte Quartal rechnet Sky-Chef Mark Williams dann mit einem weiteren Anstieg auf dann 27 Euro, wobei im ersten Quartal 2010 dann schon 29 Euro pro Kunde umgesetzt werden sollen. Dadurch will das Unternehmen bereits mit 2,8 bis 3,0 Mio. Abonnenten Gewinne schreiben, was Ende 2010 erreicht werden soll.

Durch die hohen Preise hat sich allerdings auch das Neukundenwachstum spürbar verlangsamt, womit das Erreichen der Kundenzahlen bis Ende 2010 wenig realistisch scheint.

Deutsche Telekom macht Druck
Zudem hat Sky mit dem jüngsten Vorstoß an der Preisfront unfreiwillig die Tür für die Konkurrenz geöffnet. Vor allem die Deutsche Telekom versucht ihrerseits mit einem günstigen Unterhaltungsangebot durch die Hintertür Sky Kunden abzuluchsen.

Die Deutsche Telekom macht nunmehr Druck und bietet mit Entertain Pur ein Telefon- und IPTV-Angebot aus einer Hand an, in dessen Rahmen das Unternehmen mit LIGA total eine Zusatzoption für Fußball-Fans anbietet. Im Vergleich mit Sky kostet das entsprechende Sky-Programmpaket knapp 33 Euro und ist damit zwar um zehn Euro günstiger als das Telekom-Angebot, dafür beinhaltet die Telekom-Offerte einen vollwertigen Telefonanschluss sowie weitere Features. Damit dürfte Sky ein ernsthafter Wettbewerber wachsen, zumal die Telekom bei der Vermarktung seines Angebots auf eine breite Kundenbasis im Telekom- und Internetmarkt zurückgreifen kann…

Kurzportrait

Die in Unterföhring bei München ansässige Sky Deutschland ist Deutschlands führender Pay-TV-Sender. Anfang Juli 2009 folgte die Umbenennung in Sky, nachdem das Unternehmen zuvor unter dem Namen Premiere firmierte. Das Unternehmen ging ursprünglich im Jahr 1990 aus dem ersten deutschen Bezahlsender Teleclub hervor und baute seither sein TV-Angebot sukzessive aus.

Heute präsentiert sich Sky als ein führender europäischer TV-Konzern, der seine Programme nicht nur Deutschland, sondern auch in Österreich und teilweise auch in der Schweiz ausstrahlt. Zum Unternehmen gehören die 100%igen Tochterfirmen Sky Fernsehen GmbH & Co KG, die wiederum 100% der Anteile an der Sky Media Solutions hält, sowie die Sky Star GmbH. Gleichzeitig ist das Unternehmen an der Servicegesellschaft Sky Service Center Schwerin GmbH, der Premus Logistik und Service GmbH als auch an der Sky Hotel Entertainment GmbH beteiligt.

Sky ist mit dem Programmen Sky Cinema, Sky Cinema+1, Sky Cinema+24, Sky Action, Sky Comedy, Sky Emotion, Sky Nostalgie, Sky Cinema Hits und Sky Sport am Markt vertreten. Einzelne Programmpakete sind im Abo ab 16,90 Euro (Sky Welt) im Monat erhältlich. Weitere Programmpakete können optional hinzugebucht werden. Zuletzt betreute Sky mehr als 2,4 Mio. Abonnenten im Rahmen seines kostenpflichtigen TV-Programms. Ende 2006 übernahm Sky die Kunden des Erotik-Senders „Blue Movie“ von Kabel Deutschland (KDG). Anfang 2008 wurde der Jugendsender Giga Digital Television GmbH (Giga TV) aufgekauft, der allerdings wieder eingestellt wurde. Der US-Medienkonzern News Corp hat seine Beteiligung an Sky zuletzt auf knapp 40 Prozent an Premiere aufgestockt und hält zudem eine Option, seine Beteiligung weiter zu erhöhen.

Ergänzt wird das Pay-TV-Geschäft durch das Film- und Sportportal (sky.de, sky.at), welches mehr als 2,3 Mio. Besucher und über 21 Mio. Seitenaufrufe monatlich verzeichnet. Hier ist das Unternehmen auch mit seinem Internet TV-Programm aktiv. Künftig will Sky auch die Bundesliga live im Internet übertragen.

Zahlen

Der Umsatz des dritten Quartals 2009 bezifferte sich auf 208,5 Mio. Euro nach 221,9 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Mit minus 87,9 Mio. Euro rutschte das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) weiter in die roten Zahlen. Im dritten Quartal 2008 hatte Sky Deutschland ein EBITDA von minus 27 Mio. Euro gemeldet. Diesen Rückgang führt Sky Deutschland in erster Linie auf erhöhte Programm- sowie Sales- und Marketingkosten zurück. Nach 248,9 Mio. Euro in 2008 lagen diese im dritten Quartal 2009 bei 296,5 Mio. Euro und hätten sich direkt auf das EBITDA niedergeschlagen. Das Periodenergebnis lag mit minus 116,7 Mio. Euro ebenfalls unter dem Vorjahreswert von minus 89,1 Mio. Euro.

Zum 30 September 2009 betreute Sky 2,43 Millionen Abonnenten. Damit wurde, verglichen mit 2008, ein Bruttozuwachs um 201.0000 Abonnenten verbucht, der Nettozuwachs lag bei 67.0000 Kunden. Somit lag Sky Deutschland hinter der eigenen Planung zurück. Der Pay-TV-Anbieter verbuchte zum Ende des ersten Halbjahres 2009 2,36 Millionen Abonnenten und wollte eigentlich pro Quartal 100.000 bis 170.000 neue Kunden gewinnen. Dies wäre, so CEO Mark Williams, nötig, um das Ziel von drei Millionen bis 3,4 Millionen Kunden zum Jahresende 2010 zu erreichen. Der monatliche ARPU (Umsatz je Kunde) lag mit 25,77 Euro über dem Wert des zweiten Quartals von 25,20 Euro. Allerdings stieg die Kündigungsquote im Quartalsvergleich leicht von 22,4 auf 23,3 Prozent. Sky Deutschland führt diesen Effekt dabei auf das Auslaufen von stark rabattierten sowie von Flex-Abonnements zurück.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: Sky Deutschland

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