Sky legt mit Snap vor - Kampf um Streaming-Kunden hat begonnen

Pay-TV und Film-Streaming

Donnerstag, 13. Februar 2014 13:09
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(IT-Times) - Deutschlands führender Pay-TV-Sender Sky Deutschland AG hat ein wichtiges Etappenziel erreicht. Erstmals konnte das Unternehmen auf Jahressicht ein positives Betriebsergebnis (EBITDA) von 34,8 Mio. Euro ausweisen. In 2014 soll das EBITDA auf 70 bis 90 Mio. Euro klettern, indem Sky 400.000 bis 450.000 neue Abonnenten gewinnen will. Damit soll die Zahl der Abonnenten Ende 2014 erstmals die Marke von 4,0 Millionen überschreiten.

Geht es nach den Planungen von Sky, soll sich das Kundenwachstum im laufenden Jahr nochmals beschleunigen, nachdem Sky (WKN: SKYD00) in 2013 rund 304.000 neue Abonnenten gewinnen konnte. Die Hoffnung der Münchner ist nicht unbegründet, gilt der deutsche Pay-TV-Markt noch als vergleichsweise unterentwickelt.

Deutschlands Pay-TV-Markt gilt als unterentwickelt
Deutschland gilt mit 42 Millionen TV-Haushalten als der potentiell größte Pay-TV-Markt in Europa, so Morgan Stanley. Die Marktdurchdringung liegt derzeit nur bei rund 15 Prozent, während in Frankreich und in England 50 Prozent der Haushalte und mehr über einen Pay-TV-Anschluss verfügen. Selbst in Spanien und Italien liegt die Marktdurchdringung mit 27 bis 35 Prozent deutlich höher als in Deutschland. Dennoch ist Pay-TV in Deutschland kein Selbstläufer, auch wenn sich Sky die exklusiven Live-Rechte an der Bundesliga und an der UEFA Champions League in Deutschland und Österreich bis 2018 gesichert hat.

Netflix bereitet Deutschlandstart vor
Konkurrenz droht Sky nicht nur durch staatliche und private Programmangebote, sondern insbesondere aus dem Internet. Streaming-Spezialisten wie Lovefilm, Maxdome und Watchever buhlen um TV- und Film-Fans. Mit Netflix blieb bislang einer der größten Player außen vor. Dies dürfte sich in diesem Jahr ändern. Netflix CEO Reed Hastings deutete unlängst an, dass man eine substantielle Expansion in Europa plant. Ein Markteintritt von Netflix in Deutschland scheint damit nur noch eine Frage der Zeit.

Sky reagiert mit Snap auf die Internet-Konkurrenz
Zwar hat auch Sky bereits auf die Konkurrenz aus dem Internet reagiert und Ende 2013 mit Snap eine eigene Online-Videothek ins Leben gerufen, über die zunächst 4.000 Filme und TV-Serien zur Verfügung stehen. Während Sky-Kunden für das Streaming-Angebot 4,90 Euro im Monat zahlen, steht das Angebot für Nicht-Sky-Kunden ab 9,90 Euro im Monat zur Verfügung.

Laut Süddeutsche Zeitung soll das Angebot später auf 10.000 Titel ausgebaut werden. Gänzlich neue Filmhits und TV-Serien wird es allerdings bei Snap nicht geben, will Sky keine Konkurrenz im eigenen Haus. Doch genau hier könnte das Problem für Sky liegen.

Streamaggedon - wer bleibt auf der Strecke?
Netflix kann als reiner Streaming-Player Film- und TV-Serien-Fans mit günstigen Preisen ins Visier nehmen, muss das Unternehmen nicht auf konkurrierende Angebote im eigenen Haus Rücksicht nehmen. Zwar hat Netflix kein Zugpferd wie etwa die Bundesliga oder die Champions League, muss dafür aber auch nicht die immensen Kosten tragen.

Stattdessen setzt Netflix auf eigene exklusive Erfolgsserien wie „House of Cards“, die letztlich entscheidend beim Kampf um Streaming-Kunden sein könnten.

Kurzportrait

Die in Unterföhring bei München ansässige Sky Deutschland ist Deutschlands führender Pay-TV-Sender. Anfang Juli 2009 folgte die Umbenennung in Sky, nachdem das Unternehmen zuvor unter dem Namen Premiere firmierte. Das Unternehmen ging ursprünglich im Jahr 1990 aus dem ersten deutschen Bezahlsender Teleclub hervor und baute seither sein TV-Angebot sukzessive aus.

Heute präsentiert sich Sky als ein führender europäischer TV-Konzern, der seine Programme nicht nur Deutschland, sondern auch in Österreich und teilweise auch in der Schweiz ausstrahlt. Zum Unternehmen gehören die 100%igen Tochterfirmen Sky Fernsehen GmbH & Co KG, die wiederum 100% der Anteile an der Sky Media Solutions hält, sowie die Sky Star GmbH. Gleichzeitig ist das Unternehmen an der Servicegesellschaft Sky Service Center Schwerin GmbH, der Premus Logistik und Service GmbH als auch an der Sky Hotel Entertainment GmbH beteiligt.

Sky ist mit dem Programmen Sky Cinema, Sky Cinema+1, Sky Cinema+24, Sky Action, Sky Comedy, Sky Emotion, Sky Nostalgie, Sky Cinema Hits und Sky Sport am Markt vertreten. Einzelne Programmpakete sind im Abo ab 16,90 Euro (Sky Welt) im Monat erhältlich. Weitere Programmpakete können optional hinzugebucht werden. Zuletzt betreute Sky über 3,66 Millionen Abonnenten im Rahmen seines kostenpflichtigen TV-Programms. Ende 2006 übernahm Sky die Kunden des Erotik-Senders „Blue Movie“ von Kabel Deutschland (KDG). Anfang 2008 wurde der Jugendsender Giga Digital Television GmbH (Giga TV) aufgekauft, der allerdings wieder eingestellt wurde. Der US-Medienkonzern News Corp hat seine Beteiligung an Sky Anfang 2013 auf 54,5 Prozent aufgestockt. Zudem wurde in 2013 die Einheit Sky Hotel Entertainment GmbH vollständig übernommen. Ende 2013 beteiligte sich Sky beim Sportsender Sport1 und erwarb 25,1 Prozent der Anteile sowie die Produktionsfirma Plazamedia.

Ergänzt wird das Pay-TV-Geschäft durch das Film- und Sportportal (sky.de, sky.at), welches mehr als zwei Millionen Besucher monatlich verzeichnet. Hier ist das Unternehmen auch mit seinem Internet TV-Programm aktiv. Daneben überträgt Sky auch die Bundesliga live im Internet.

Zahlen

Im vierten Quartal 2013 konnte Sky Deutschland seinen Umsatz um 16,1 Prozent auf 414,3 Mio. Euro steigern. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich von minus 52,1 Mio. Euro im Vorjahresquartal auf nun minus 37 Mio. Euro. Unterm Strich stand ein Nettoergebnis in Höhe von minus 80,3 Mio. Euro nach minus 91,9 Mio. Euro im Vorjahr. Das negative operative Ergebnis rechtfertigt das zur Hälfte in der Hand von 21st Century Fox befindliche Unternehmen mit den traditionell hohen Marketingausgaben im Weihnachtsgeschäft. Im jüngsten Quartal konnte Sky 138.000 neue Abonnenten dazugewinnen.

Meldung gespeichert unter: Sky Deutschland

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