Sina bleibt auf Wachstumskurs

Mittwoch, 19. Mai 2010 12:39
Sina

(IT-Times) - Chinas führendes Internet-Portal Sina (Nasdaq: SINA, WKN: 929917) konnte zuletzt die Märkte positiv überraschen, nachdem das Unternehmen seinen Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppeln konnte.

Den 150%igen Gewinnanstieg führt RBC Capital Markets Experte Stephen Ju unter anderem auf den starken Anstieg im Online-Werbegeschäft zurück. Dieses legte um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 54,3 Mio. US-Dollar zu. Damit wuchs das Online-Werbegeschäft von Sina deutlich stärker als das des Konkurrenten Sohu.com, der lediglich ein Wachstum von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr melden konnte.

Sina sucht Ersatz für Google
Marktbeobachter und Analysten glauben allerdings, dass Sina die zuletzt gesehenen Wachstumsraten von 26 Prozent im Werbemarkt nicht wird halten können. Zudem sieht sich das Unternehmen insbesondere im Suchmaschinenmarkt einer größeren Herausforderung gegenüber, nachdem sich der Sina-Partner Google teilweise auch China zurückgezogen hat. Sina-Chef Charles Chao deutete dann auch im Rahmen der Pressekonferenz an, dass Sina möglicherweise gezwungen ist, einen neuen Suchmaschinenpartner zu suchen.

Die Auswahl an Alternativen ist nicht besonders groß, denn Sina steht mit den meisten anderen Suchmaschinenanbietern in direkter Konkurrenz, wenn es um Werbegelder oder Internetbesucher geht. Dennoch hat sich der Sina-Konkurrent Tom Online zuletzt gegen die weitere Zusammenarbeit mit Google entschieden, wobei das Unternehmen nunmehr auf die Suchservices von Baidu setzt.

Sina erhielt durch die Partnerschaft mit Google zuletzt kaum signifikante Werbegelder. Dies könnte sich möglicherweise durch einen neuen Partner wie Baidu ändern, wenn das Unternehmen geschickt verhandelt.

Sina wagt sich im Spielemarkt wieder vor
Nachdem die Vorstöße von Sina im chinesischen Online-Spielemarkt bislang nicht von großen Erfolgen gekrönt waren, wagt sich das Unternehmen wieder vorsichtig an den Markt heran. Seit Mai testet das Unternehmen seine neue Webgame-Plattform (wanwan.sina.com.cn). Erste Webgames sollen ebenfalls demnächst veröffentlicht werden, meldet das Unternehmen auf seiner Seite.

Daneben hat sich Sina die Vertriebsrechte für ein Mobile-Game basierend auf den Kinohit „Avatar“ in China gesichert, wie das Internet-Portal Sohu.com meldet. Das Game wurde vom französischen Spielentwickler Gameloft entwickelt, wobei das chinesische Kultur-Ministerium inzwischen grünes Licht für das Mobile-Spiel gegeben hat. Dies überrascht, hatten die Behörden zuvor den Science-Fiction-Streifen aus traditionellen Kinos verbannt, weil der Film die chinesische Besucher zu sehr an Zwangsumsiedlungen erinnert. Ein wenn auch kleiner, aber nicht zu unterschätzender Erfolg für Sina, spielte allein der Film weltweit mehr als 2,7 Mrd. Dollar ein…

Kurzportrait

Die im Jahre 1997 gegründete und in Schanghai ansässige Sina betreibt vier große Web-Portale in China, Hongkong, Taiwan, sowie in den USA. Mit mehr als 280 Mio. registrierten Nutzern gilt Sina als eines der größten Internet-Portale in China. Zuletzt erzielten die Nachrichten-Seiten des Unternehmens durchschnittlich mehr als 200 Mio. Seitenaufrufe täglich. Insgesamt operiert Sina heute aus fünf Kerngeschäftsbereiche heraus: Sina.com, Sina Mobile, Sina Community (Web 2.0 basierte Services und Spiele), Sina.net (Such- und Firmenkundenservices) und Sina E-Commerce (Online-Shopping).

Mit Sina.com betreibt das Unternehmen eine Online-Plattform bestehend aus über 15 lokalen Web-Seiten, welche neben Nachrichten auch Spiele anbieten. Gleichzeitig haben Nutzer kostenlosen Zugriff auf 30 verschiedene Themen-Rubriken. Die Inhalte auf den Online-Seiten werden durch Partnerschaften mit 600 nationalen und internationalen Content-Providern gefüllt. Der kostenlose Email-Service Sinas gilt hinter Hotmail, Netease Mail, Yahoo Mail und AOL als einer der weltgrößten Freemailer. Aufgrund der starken Nutzerbasis dominiert Sina auch den Online-Werbemarkt. So kann das Unternehmen mehr als 700 Firmenkunden vorweisen, welche auf den Online-Seiten der Gesellschaft Werbung schalten.

Über Sina Mobile bietet das Unternehmen insbesondere mobile Mehrwertservices wie Klingeltöne und Spiele an. Durch die Übernahme von Memestar im Januar 2003 baute das Unternehmen sein SMS-Angebot erheblich aus. Mit der im Februar 2002 gegründeten Sina.net will das chinesische Portal verstärkt kleine und mittelständische Firmenkunden ansprechen. Sina.net bietet den inzwischen mehr als 300.000 registrierten Geschäftskunden Verzeichnisdienste, Email-Services, Marketing- und E-Commerce-Dienste an.

Im Januar 2003 gründete Sina gemeinsam mit der koreanischen NCsoft ein Joint Venture im Online-Spielbereich. Mit dem Online-Portal iGame will das Unternehmen im Bereich Online-Spiele stärker Fuß fassen. Im Februar 2004 kaufte Sina dann den Online-Reisespezialisten Bravado Investments. Einen Monat später akquirierte Sina den SMS-Diensteanbieter Crillion. Anschließend kaufte Sina den Instant Messaging-Anbieter Davidhill Capital. Im Jahr 2007 schloss Sina eine Partnerschaft mit Google im Bereich Suchdienste. Anfang 2008 gründete Sina ein Joint Venture mit dem Immobilienspezialisten E-House, um ein neues Immobilienportal zu errichten. Im Frühjahr 2008 startete Sina dann auch seine beiden Web 2.0 Dienste Sina Space und Sina TV. Mitte 2009 brachte Sina sein Online-Immobiliengeschäft in die China Online Housing Technology Corporation (CRIC) ein und sicherte sich im Gegenzug 39 Prozent der Anteile an CRIC. Inzwischen ist CRIC börsennotiert, wodurch Sina nunmehr eine 33%ige Beteiligung an dem Unternehmen hält.

Zahlen

In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2010 erlöste Sina 85 Mio. US-Dollar oder 15 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Auf den Bereich der Werbeeinnahmen entfielen davon 54,3 Mio. Dollar. Damit war dieser Bereich der einzige Wachstumsmotor im Unternehmen mit einem Zuwachs von 26 Prozent. Denn der Nicht-Werbebereich stagnierte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Umsatz blieb damit bei 30,7 Mio. Dollar (Vorjahr: 30,6 Mio. Dollar).

Negativ entwickelte sich zudem der MVAS-Bereich, in dem man, nach 29 Mio. Euro Umsatz vor einem Jahr, nur noch 24,6 Mio. Dollar erlöste. Zurückzuführen war diese negative Entwicklung laut Sina auf neue Messsysteme, welche auf dem chinesischen Markt eingeführt worden seien.

Die Bruttomarge des Internet-Portals bezifferte sich für das erste Quartal 2010 auf 57 Prozent nach 52 Prozent vor einem Jahr. Um knapp 68 Prozent gestiegen ist dabei der operative Gewinn, welcher sich nach drei Monaten auf 14,6 Mio. Dollar summierte. Der nicht-operative Gewinn lag bei 11,6 Mio. Dollar gegenüber drei Mio. Dollar vor einem Jahr. Mit 24,4 Mio. Dollar wies Sina den ausschüttungsfähigen Nettogewinn aus. Dieser hatte im Vorjahr bei 9,7 Mio. Dollar gelegen.

Pro Aktie ergibt sich hieraus ein Gewinn von 34 US-Cent je Aktie, womit Sina die Markterwartungen der Analysten übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 80 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 27 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Sina

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