Shanda Interactive - steigende Kosten und Steuern belasten

Donnerstag, 29. Mai 2008 12:40
Shanda Interactive

(IT-Times) Nachdem der chinesische Online-Spielentwickler Shanda Interactive Entertainment (Nasdaq: SNDA, WKN: A0CAS4) einen Gewinnrückgang im jüngsten Quartal melden musste, fürchten Investoren nunmehr weiter rückläufige Gewinne, nachdem die Steuerbelastung voraussichtlich zunehmen wird.

Das Unternehmen bereitet sich auf die neue Steuergesetzgebung vor, die eine effektive Steuerrate von maximal 25 Prozent nach sich ziehen könnte. Damit ist allerdings noch nicht das letzte Wort gesprochen, denn Shanda kann und wird eine niedrigere Besteuerung beantragen. Unter dem Strich wird sich die steuerliche Belastung langfristig zwischen 18 und 25 Prozent bewegen, teilt das Unternehmen mit.

Mit Argwohn beobachten Analysten auch die zuletzt stark gestiegenen operativen Kosten. Trotz der um 17,5 Prozent gestiegenen Produktentwicklungskosten, zog die operative Gewinnmarge allerdings von 39,1 auf 40 Prozent vom Umsatz an. Die höheren Produktentwicklungskosten stehen im Zusammenhang mit der Einführung von sechs neuer Spieletitel im ersten Quartal. Insgesamt betreibt Shanda nunmehr 14 MMORPGs und neun herkömmliche PC-Spiele sowie zwei Browser-Spiele.

17 neue Spiele in den nächsten 12 bis 18 Monaten
Auch für die kommenden Quartale scheint die Produktpipeline gut gefüllt. Allein im laufenden zweiten und nachfolgenden dritten Quartal ist die Einführung von sechs neuen Titeln geplant. Insgesamt stehen 11 MMORPGs und sechs herkömmliche Spiele auf dem Programm, die in den nächsten 12 bis 18 Monaten auf den Markt kommen sollen. Darunter auch der mit Spannung erwartete Titel „Aion: The Tower of Eternity“, den Shanda vom Top-Entwickler NCsoft lizenziert hat. Zudem könnte im nächsten Jahr dann der Vorstoß im Bereich In-Game-Werbung zum Tragen kommen. Shanda erhofft sich von dieser Initiative erste spürbare Umsatzbeiträge in 2009.

Shanda will sich weiteres Standbein schaffen
Daneben versucht das Unternehmen auch im Content-Bereich starker Fuß zu fassen. Mit der Tochter Qidian stellt Shanda eine der größten Literatur-Webseiten in China. Zudem habe man Investitionen in zwei weitere populäre Literaturseiten getätigt, die sich in den nächsten Jahren auszahlen sollen. Diese drei Webseiten kommen nach Shanda-Angaben bereits auf 300 Mio. Seitenaufrufe täglich, womit sich das Unternehmen weiteres Potential im Bereich Online-Werbung erschließt...

Kurzportrait

Shanda Interactive Entertainment Networks, ansässig in Schanghai, gilt als der marktführende Online-Spieleentwickler in China. Shanda entwickelt seine Spiele nicht nur in seinen eigenen Studios, sondern lizenziert auch Spiele von Drittanbietern. Insgesamt operiert das Unternehmen aus zwei wesentlichen Geschäftsbereichen heraus: Shanda Online und Shanda Games.

Shanda Online sich dabei vor allem auf die Vermarktung von so genannten Multiplayer Online-Role-Playing-Games (MMORPGs) spezialsiert. Zu den populärsten Shanda-Spielen gehören das von Actoz lizenzierte Online-Rollenspiel „The Legend of Mir II“ und das im eigenen Haus entwickelte Online-Spiel „World of Legend“ (Wool). Neben Adventures und Online-Rollenspiele bietet Shanda auch Action, Brett- und Arcade-Spiele an, die auch von der breiten Masse der Kunden angenommen werden. Insgesamt verzeichnet Shanda nach eigenen Angaben mehr als sechs Mio. aktive Spieler. Inzwischen hat Shanda mit „ArchLord“ und „Dungeons and Dragons Online“, „LaTale“, „Chungchun“, „Thales Runner“, „AION: Tower of Eternity“, „Dragon Nest“, „Atrix“ und „Lazeska“ weitere Online-Rollenspiele lizenziert.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich Shanda vor allem durch Firmenzukäufe. Nachdem das Unternehmen zunächst die Mehrheit beim chinesischen Spieleentwickler Shenzhen Fenglin Haoshan übernahm, beteiligte sich Shanda mit 35 Prozent an dem in Beijing ansässigen Spieleentwickler Digital-Red. Ende Juli 2004 übernahm Shanda dann die Mehrheit bei Haofang Online Information Technology, dem größten chinesischen PC-Spielenetzwerk. Im August folgte dann die Übernahme des Online-Spielespezialisten Hangzhou Bianfeng Software Technology. Biafeng hat sich insbesondere auf die Entwicklung von Schach- und Brettspielen spezialisiert. Anschließend übernahm Shanda die restlichen Anteile an Digital-Red Mobile Software, einem der führenden Entwickler von Handy-Spielen. Ende 2004 erwarb Shanda Interactive 29 Prozent der Anteile an dem südkoreanischen Rivalen Actoz Soft. Inzwischen hat Shanda seine Beteiligung an den Südkoreanern auf über 50 Prozent ausgebaut und kontrolliert den Aufsichtsrat der Südkoreaner. Gleichzeitig übernahm man auch die Online-Literaturseite Rongshuxia.com. Mitte 2007 folgte die Übernahme des Spieleanbieters Aurora Technology Development.

Die chinesische Medienfirma Skyline Media Ltd, welche von Shanda-Firmenchef und Chairman Chen Tianqiao geleitet wird, hält 60 Prozent der Anteile an Shanda Interactive. Daneben sind auch Softbank und der US-Netzwerkgigant Cisco Systems an Shanda beteiligt. In 2005 beteiligte sich Shanda mit 19,5 Prozent an Chinas zweitgrößtem Internet-Portal Sina. Anfang 2007 reduzierte Shanda seine Sina-Beteiligung auf nur mehr 3,9 Prozent. Bereits Ende 2005 übernahm Shanda die Online-Spieleplattform Gametea. Zuletzt gründete Shanda ein Joint Venture mit dem südkoreanischen Online-Spielentwickler NCsoft, um Online-Spiele in China zu vermarkten.

Zahlen

Der Umsatz im ersten Quartal 2008 konnte gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 532,3 Mio. Renmimbi auf 779,8 Mio. Renmimbi (111,1 Mio. US-Dollar) verbessert werden. Umsatzstärkster Bereich bei Shanda blieb mit 757,4 Mio. Renmimbi (RM) die Sparte Online-Games, deren Umsatz um die Hälfte zulegte.

Der Bruttogewinn verbesserte sich gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres um 56,2 Prozent auf 542,1 Mio. RMB. Der Nettogewinn von Shanda fiel jedoch im gleichen Zeitraum von 448,8 Mio. RMBi auf 288,8 Mio. RMB. Dementsprechend gab das Ergebnis je ADS von 6,14 Renmimbi auf 3,94 RMB nach.

Meldung gespeichert unter: Shanda Interactive

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