Server und Rechenzentren benötigen 1,8 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland

Mittwoch, 22. Oktober 2008 15:42
BITKOM

- Borderstep-Studie im Auftrag des BITKOM: Stromkosten für Unternehmens-IT über 1 Milliarde Euro

- 20 Prozent Sparpotenzial durch einfache Maßnahmen

- Thin Clients und Virtualisierung reduzieren Stromverbrauch

- Deutsche Fassung des Leitfadens „High Tech – Low Carbon“ zu Green IT veröffentlicht

München, 22. Oktober 2008    

Server und Rechenzentren in Deutschland verbrauchen in diesem Jahr 10,1 Terawattstunden (TWh) Strom. Dies entspricht der Stromproduktion von vier mittelgroßen Kohlekraftwerken und einem Anteil von rund 1,8 Prozent am gesamten Stromverbrauch hierzulande. Das ergab eine aktuelle Studie des Borderstep-Instituts im Auftrag des BITKOM, die heute auf der Hightech-Messe in München vorgestellt wurde. Die Stromkosten für die rund 2,2 Millionen installierten Server betragen in diesem Jahr 1,12 Milliarden Euro. Die Server und zentrale IT von kleineren Verwaltungen und mittelständischen Unternehmen (KMU) mit je bis zu 250 Mitarbeitern verbrauchen rund 3,6 TWh. Damit sind Energiekosten von 400 Millionen Euro verbunden.

„Erfahrungsgemäß lassen sich durch eine erste Energieanalyse und das Ergreifen einfacher Sparmaßnahmen im Schnitt rund 20 Prozent an Energie einsparen“, sagte Ralph Hintemann, Bereichsleiter IT-Infrastruktur beim BITKOM. Sollte dieses Potenzial in den kommenden Jahren erschlossen werden, so könnten allein im deutschen Mittelstand und bei kleineren Verwaltungen in den Jahren 2009 und 2010 insgesamt 204 Millionen Euro an Energiekosten eingespart werden. „Durch umfangreiche energieeffizienz-steigernde Maßnahmen könnten im deutschen Mittelstand im Zeitraum 2009 bis 2013 sogar rund 1,3 Milliarden Euro an Energiekosten bei Servern und Rechenzentren eingespart werden“, so Hintemann.

„Die Zukunft der Grünen IT wird sich nicht nur mit Einzelkomponenten oder -themen beschäftigen, sondern IT-Infrastrukturen gesamtheitlich betrachten mit allen Komponenten von der Entwicklung, Produktion und Beschaffung bis hin zur Entsorgung. Auch Teilkomponenten wie PCs, Drucker, Netzwerke bis hin zu den Speichersystemen werden dabei berücksichtigt“, sagte Ingolf Wittmann, Vorsitzender des BITKOM-Lenkungsausschusses IT-Infrastruktur & Digital Office. Alle Komponenten würden in Zukunft über entsprechende Metering- und Überwachungssysteme gesteuert und geregelt unter dem Aspekt von Service Level Agreements bei möglichst geringen Betriebskosten.

Energie und Material können durch neue bauliche Konzepte in der Unternehmens-IT gespart werden. „Mit dem Reifegrad der heutigen Virtualisierungstechniken steigt die Marktbedeutung von Thin Clients“, sagte Jürgen Graf, der stellvertretende Vorsitzende des BITKOM-Arbeitskreises Thin Client & Server Based Computing. „Eine Verdrei- bis Vervierfachung des heutigen Marktpotentials bis 2012 scheint durchaus realistisch“, so Graf. In Zukunft werde man weder von PCs oder Thin Clients sprechen, sondern nur noch allgemein von „Access Devices“ – also von ITK-Geräten, mit denen auf Unternehmensanwendungen zugegriffen wird. Beim Thin-Client-Konzept haben die einzelnen Arbeitsplätze – die Clients – innerhalb eines Netzwerks im Wesentlichen nur noch die Funktion der Ein- und Ausgabe von Daten. Über die Netzwerkverbindungen werden lediglich Tastaturbefehle und Bildschirminformationen ausgetauscht. Die eigentliche Rechnerlast wird in der Regel komplett auf die Server übertragen. Das Thin-Client-Konzept ist in diesem Sinne ein wesentlicher Bestandteil des so genannten Server Based Computing- und Virtualisierungs-Marktes. Dank Virtualisierung ist der parallele Betrieb verschiedener Betriebssysteme wie Windows und Linux auf der gleichen Hardware möglich. Unternehmen brauchen nicht mehr für jede Anwendung einen eigenen Server. Denn zwischen Ressource und Anwendung wird eine Virtualisierungsschicht eingezogen. Aus einem realen Server können so virtuell mehrere Server werden.

Der BITKOM hat zudem einen aktualisierten Leitfaden über ITK und Klimaschutz veröffentlicht. Gemeinsam mit dem europäischen Partnerverband EICTA und dem britischen Pendant Intellect hatte der BITKOM einen Leitfaden über Green IT erstellt. Die 76-seitige Publikation („High Tech – Low Carbon. The role of the European digital technologies in tackling climate change“) liegt nun in einer neuen Fassung mit einem Vorwort und einer Zusammenfassung auf Deutsch vor. Die Publikation benennt den Handlungsbedarf für die ITK-Industrie bei Green IT, zum einen beim Design ihrer Produkte, zum anderen beim Energieverbrauch in der Nutzungsphase. Im zweiten Abschnitt beschreibt der Leitfaden ITK-Technologien und -Lösungen, die Energieeinsparungen in anderen Branchen ermöglichen. Zudem beschreibt der Leitfaden über 30 konkrete Beispiele für den erfolgreichen Einsatz von Green IT.

Beide Publikation können kostenlos herunterladen werden unter http://www.bitkom.org/de/themen_gremien/51049.aspx

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