Seagate schlägt zurück - Festplattenmarkt künftig von zwei Herstellern dominiert

Mittwoch, 20. April 2011 12:51
Seagate Technology Public Limited Co.

(IT-Times) - Der ruinöse Preisverfall in der Festplattenindustrie hat ein weiteres Opfer gefordert. Nachdem im März erst der Festplattenhersteller Western Digital Corp (WDC) den Konkurrenten Hitachi GST übernommen hat, wirft nunmehr auch Samsung im HDD-Geschäft das Handtuch und verkauft seine defizitäre Festplattensparte an den Rivalen Seagate für rund 1,4 Mrd. US-Dollar.

Seagate (NYSE: STX, WKN: A1C08F) reagiert damit auf den Vorstoß des Rivalen WDC, der sich erst im Vormonat durch die Übernahme der Hitachi-Festplattensparte an die Spitze des Marktes gesetzt hatte. Seagate war dadurch zum Handeln gezwungen, dominierte der nunmehr in Irland ansässige Hersteller lange Zeit den Festplattenmarkt. Trotz der Übernahme von Samsungs Festplatteneinheit wird Seagate dadurch nicht an WDC vorbeiziehen.

Da waren`s nur noch drei
Zusammengenommen werden Seagate und Samsung künftig auf einen Marktanteil von 40 Prozent kommen, während WDC den Markt mit einem Marktanteil von 50 Prozent weiter kontrollieren wird, so die Industrieanalysen aus dem Hause iSuppli. Schlusslicht ist damit die japanische Toshiba mit einem Marktanteil von rund zehn Prozent.

Marktbeobachter gehen davon aus, dass möglicherweise auch Toshiba sein HDD-Geschäft verkaufen wird, nachdem das Unternehmen im Jahr 2009 noch das Festplattengeschäft von Fujitsu übernommen hatte, jedoch bislang nicht nennenswert Marktanteile hinzugewinnen konnte.

Samsung hatte zuvor einen Marktanteil von 18 Prozent inne und lieferte im Vorjahr rund 66 Millionen Festplatten aus, dennoch war das HDD-Geschäft für die Südkoreaner nicht profitabel - dies soll sich durch den Zusammenschluss mit Seagate ändern. Seagate erhofft sich von dem Deal nicht nur Umsatzzuwächse und positive Synergieeffekte bei der Entwicklung und Markteinführung neuer Produkte, sondern insbesondere eine stabile Versorgung mit NAND Flash-Speichern.

Seagate hofft auf Synergieeffekte - fundamentale Probleme noch nicht gelöst
Im Rahmen der Transaktion haben Seagate und Samsung eine enge Zusammenarbeit vereinbart, wonach die beiden Firmen neue Speicherlösungen für Firmenkunden entwickeln wollen. Analysten und Marktteilnehmer bewerten den Deal positiv, dürften durch die Marktbereinigung die Gewinnmargen bei den beiden verbliebenen Herstellern langfristig wieder steigen, glauben zumindest Analysten aus dem Hause Standard & Poors.

Ob Seagate durch den Schachzug fundamentale Probleme lösen kann, bleibt dagegen abzuwarten. Durch den Boom bei Smartphones und Tablet PCs werden immer weniger Festplatten benötigt, da diese Geräte mit Flash-Speichern arbeiten...

Kurzportrait

Die ursprünglich im kalifornischen Scotts Valley beheimatete und inzwischen in Irland ansässige Seagate Technology gilt als einer der führenden Festplattenhersteller weltweit. Die Laufwerke der Gesellschaft finden sich aber nicht nur in Desktop-PCs, sondern auch in Notebook-, Server-, Workstation- und Mainframe-Systeme sowie in Mobile-Computer und Handhelds wieder.

Das Unternehmen vertreibt seine Produkte überwiegend direkt an OEM-Hersteller wie Dell, EMC, Hewlett-Packard, IBM und Sun Microsystems. Daneben unterhält Seagate aber auch Schlüsselpartnerschaften mit Vertriebshändlern und Systemintegratoren auf der ganzen Welt. Das Geschäft mit OEM-Hersteller steuerte zuletzt weiterhin mehr als die Hälfte zum Gesamtumsatz bei. Die Wirtschaftsregion rund um Nordamerika zeichnete für rund ein Drittel Prozent der Gesamterlöse verantwortlich. Europäische Kunden trugen zuletzt rund ein Viertel der Gesamtumsätze, während Asien mit über 40 Prozent Umsatzanteil für Seagate die wichtigste Wirtschaftsregion ist.

Zu den Kernprodukten des Unternehmens gehören unter anderem die Produktfamilien Cheetah, Savvio und Barracuda. Während Cheetah-Laufwerke überwiegend in E-Commerce Servern, Mainframe-Computern bzw. Super-Computern zum Einsatz kommen, ist die Savvio-Produktfamilie für den Einsatz bei großen Unternehmen konzipiert. Die U-Serie X- und Barracuda-Laufwerke sind insbesondere für den Einsatz in Desktop-Rechnern, Workstations und low-end Server bestimmt.

Ende 2005 gab Seagate die Übernahme des Rivalen Maxtor für rund 1,9 Mrd. US-Dollar bekannt. Seagate schluckte damit die Nummer drei der Branche, womit das Unternehmen seine marktführende Position weiter ausbaut. Anfang 2006 übernahm Seagate zudem das Software-Startup Mirra. Ende 2006 schluckte Seagate den Backup-Spezialisten EVault. Auch der Softwareprovider MetaLINCS wurde übernommen. Im Frühjahr 2011 kaufte Seagate das Festplattengeschäft des Konkurrenten Samsung für rund 1,4 Mrd. Dollar. Als Teils des Deals wird Samsung künftig 9,6 Prozent der Anteile an Seagate halten.

Nach der Privatisierung im Jahr 2000, sind die US-Beteiligungsgesellschaften Silver Lake Partners und Texas Pacific Group heute noch an dem weltgrößten Festplattenhersteller beteiligt.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2011 meldet Seagate einen Umsatz von 2,7 Mrd. US-Dollar erzielen, nach Einnahmen von 3,05 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Der Nettogewinn summierte sich dabei auf 113 Mio. US-Dollar oder 25 US-Cent je Aktie, während Analysten im Vorfeld im Schnitt einen Profit von 27 US-Cent je Aktie erwartet hatten.

Meldung gespeichert unter: Seagate Technology Public Limited Co.

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