Seagate profitiert weiter von steigenden Preisen - keine Entspannung auf der Angebotsseite in Sicht

Donnerstag, 9. Februar 2012 13:20
Seagate Technology Public Limited Co.

(IT-Times) - Für die Aktien des weltweit führenden Festplattenherstellers Seagate Technology ging es im vergangenen Monat weiter nach oben. Die Papiere haben sich seit September 2011 nahezu verdreifacht.

Seagate hatte Glück im Unglück, wenn man so will. Die Flut-Katastrophe in Thailand hatte die Festplattenindustrie im vergangenen Jahr empfindlich getroffen. Während die Fabriken von Konkurrenten wie Western Digital Corp (WDC) stark beschädigt wurden, blieben die Seagate-Anlagen von den Überschwemmungen weitgehend verschont. Damit wurde Seagate (NYSE: STX, WKN: A1C08F) ungewollt ein Wettbewerbsvorteil zu Teil, den das Unternehmen nunmehr für sich nutzen kann.

HDD-Laufwerke - nach Preisexplosion stabile Preise erwartet
Im Markt entstand zuletzt ein Nachfrageüberhang, der die Preise für Festplatten nach oben trieb. Die durchschnittlichen Verkaufspreise schnellten im vergangenen Quartal um 24 Prozent auf 68 US-Dollar pro HDD-Laufwerk nach oben, so Seagate-Chef Steve Luczo. Der Seagate-Manager geht zwar nicht davon aus, dass sich der Preisanstieg in den nächsten Monaten weiter fortsetzt, doch dürften die Preise auch nicht sinken.

Der Seagate-Chef verweist dabei auf die aktuelle Marktsituation. Noch immer fehlen rund 50 Millionen Laufwerke am Markt. Die Industrie produzierte im jüngsten Quartal 119 Millionen HDD-Laufwerke (davon Seagate 47 Millionen), die Industrie hätte aber 175 Millionen Laufwerke verkaufen können, glaubt der Manager.

Noch immer fehlen 50 Millionen Laufwerke im Markt
Die Nachfrage dürfte sich aktuell auf gut 200 Millionen Festplatten summieren und dürfte sogar noch weiter steigen, glaubt der Manager und verweist dabei auf das anstehende Marktdebüt von Windows 8. Das neue Microsoft-Betriebssystem dürfte im Herbst 2012 auf den Markt kommen und eine Anschaffungs- und Ersetzungswelle in der PC-Branche auslösen. Damit dürfte auch die Nachfrage nach Festplatten weiter steigen.

Die Festplattenindustrie wird sich von der Flutkatastrophe voraussichtlich erst in 2013 wieder gänzlich erholt haben, glaubt der Seagate-Chef. Der Seagate-Manager verweist darauf, dass die beschädigten Fertigungsanlagen ausgetauscht werden müssen. Bei vielen Anlagen handelt es sich um Präzisionsteile, die eine Vorlaufzeit von etwa sechs bis 12 Monaten benötigen. Zudem müssen einige Hersteller noch Versicherungszahlungen abwarten, um neues Equipment anschaffen zu können.

Seagate plant kleinere Laufwerke für Ultrabooks
Die Konkurrenz dürfte Seagate in den nächsten Monaten daher kaum zu schaffen machen, vielmehr jedoch der Trend zu Tablet PCs und Ultrabooks, die ohne HDD-Laufwerke auskommen. Aber auch vor diesen Trend hat der Seagate-Manager keine Angst. Luczo verweist darauf, dass SSD-Laufwerke vor allem in high-end Ultrabooks zum Einsatz kommen, während in Einstiegs- und Mittelklasse-Geräten häufig Hybrid-Laufwerke zu finden sind. Seagate arbeitet daher bereits an wesentlich dünneren Laufwerken, um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen. Analysten gehen daher davon aus, dass trotz dieser Herausforderungen der Seagate-Umsatz in 2012 die Marke von 20 Mrd. Dollar erreichen wird.

Kurzportrait

Die ursprünglich im kalifornischen Scotts Valley beheimatete und inzwischen in Irland ansässige Seagate Technology gilt als einer der führenden Festplattenhersteller weltweit. Die Laufwerke der Gesellschaft finden sich aber nicht nur in Desktop-PCs, sondern auch in Notebook-, Server-, Workstation- und Mainframe-Systeme sowie in Mobile-Computer und Handhelds wieder.

Das Unternehmen vertreibt seine Produkte überwiegend direkt an OEM-Hersteller wie Dell, EMC, Hewlett-Packard, IBM und Sun Microsystems. Daneben unterhält Seagate aber auch Schlüsselpartnerschaften mit Vertriebshändlern und Systemintegratoren auf der ganzen Welt. Das Geschäft mit OEM-Hersteller steuerte zuletzt weiterhin mehr als die Hälfte zum Gesamtumsatz bei. Die Wirtschaftsregion rund um Nordamerika zeichnete für rund ein Drittel Prozent der Gesamterlöse verantwortlich. Europäische Kunden trugen zuletzt rund ein Viertel der Gesamtumsätze, während Asien mit über 40 Prozent Umsatzanteil für Seagate die wichtigste Wirtschaftsregion ist.

Zu den Kernprodukten des Unternehmens gehören unter anderem die Produktfamilien Cheetah, Savvio und Barracuda. Während Cheetah-Laufwerke überwiegend in E-Commerce Servern, Mainframe-Computern bzw. Super-Computern zum Einsatz kommen, ist die Savvio-Produktfamilie für den Einsatz bei großen Unternehmen konzipiert. Die U-Serie X- und Barracuda-Laufwerke sind insbesondere für den Einsatz in Desktop-Rechnern, Workstations und low-end Server bestimmt.

Ende 2005 gab Seagate die Übernahme des Rivalen Maxtor für rund 1,9 Mrd. US-Dollar bekannt. Seagate schluckte damit die Nummer drei der Branche, womit das Unternehmen seine marktführende Position weiter ausbaut. Anfang 2006 übernahm Seagate zudem das Software-Startup Mirra. Ende 2006 schluckte Seagate den Backup-Spezialisten EVault. Auch der Softwareprovider MetaLINCS wurde übernommen. Im Frühjahr 2011 kaufte Seagate das Festplattengeschäft des Konkurrenten Samsung für rund 1,4 Mrd. Dollar. Als Teils des Deals wird Samsung künftig 9,6 Prozent der Anteile an Seagate halten.

Nach der Privatisierung im Jahr 2000, sind die US-Beteiligungsgesellschaften Silver Lake Partners und Texas Pacific Group heute noch an dem weltgrößten Festplattenhersteller beteiligt.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldete Seagate einen Umsatzanstieg um 17,5 Prozent auf 3,2 Mrd. US-Dollar, nachdem das Unternehmen 47 Millionen Festplatten-Laufwerke zur Auslieferung bringen konnte.

Meldung gespeichert unter: Seagate Technology Public Limited Co.

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