Schwere Zeiten für Garmin - Umsatzdiversifikation soll helfen

Dienstag, 22. November 2011 14:05
Garmin

(IT-Times) - Der US-Navi-Hersteller Garmin leidet weiterhin an der rückläufigen Nachfrage nach portablen Navigationssystemen. Im vergangenen dritten Quartal verkaufte das Unternehmen 3,5 Millionen Navi-Geräte, was einem Rückgang von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Insbesondere im Automobilbereich gestaltet sich die Situation weiterhin schwierig, nachdem viele Neufahrzeuge der oberen Preisklasse bereits mit integrierten Navigationssystemen ausgestattet sind. Zudem verdrängen Smartphones mit integrierten Navi-Apps zunehmend die globigen Navigationsgeräte.

Garmin (Nasdaq: GRMN, WKN: A1C06B) versucht durch die Expansion in andere Geschäftsbereiche gegenzusteuern. Insbesondere im Fitness- und Outdoor-Bereich ist das Unternehmen bereits mit einer Vielzahl von neuen Produkten am Start, um das rückläufige Geschäft mit portablen Navigationsgeräten aufzufangen.

Garmin expandiert in neue Märkte
Zur Jahresmitte gab Garmin die Übernahme von Tri-Tronics bekannt, einen Hersteller von Geräten zur Hundeausbildung. Mit den von Tri-Tronics entwickelten Geräten lassen sich beispielsweise Jagdhunde mit GPS-Systemen ausstatten und orten.

Garmin ergänzt mit diesem Zukauf seine bisherige Produktpalette, nachdem das Unternehmen im Jahr 2007 mit der Astro-Produktreihe in den GPS-Tracking-Markt für Hunde eingestiegen war. Zu Jahresbeginn brachte Garmin den Mobilfunk-basierten GTU 10 GPS Locator und den Web-basierten Garmin Tracker Service für Computer und Smartphones auf den Markt.

Navigon 2.0 für das iPhone verfügbar
Nachdem Garmin die Versuche aufgegeben hat, mit einem eigenen Smartphone im Mobile-Markt Fuß zu fassen, versucht das Unternehmen nunmehr mit entsprechenden Apps für das iPhone und Android-Geräte neue Umsatzquellen zu erschließen.

Nach der Übernahme des deutschen Navi-Herstellers Navigon, hat Garmin das Unternehmen inzwischen integriert und mit Navigon 2.0 in der Vorwoche eine neue Version der populären iPhone App auf den Markt gebracht.

Die Benutzeroberfläche der App wurde überarbeitet, wobei Navigon 2.0 gleichzeitig auch die erste iPhone Navigation App ist, über die sich gegen eine Einmalgebühr die Kartensoftware quartalsweise updaten lässt. Navigon 2.0 ist auch die erste Onboard Navi App, in der Kartenmaterial separat von der App erhältlich ist. Bis zum 30. November bietet Garmin die Navigon App 2.0 für das iPhone zum Vorteilspreis an. Die Navigon 2.0 App für Zentral-, Ost- und Westeuropa kostet bis Ende November statt 29,99 nur 19,99 US-Dollar.

Kurzportrait

Die im Jahre 2000 gegründete und in der Schweiz ansässige Garmin Ltd ist ein führender Anbieter von Navigationssystemen auf Basis von GPS-Technologie (Global Positioning Systems). Garmin bietet jedoch längst nicht mehr nur Produkte für die Marine und Luftfahrttechnik an, sondern auch für den Privatverbraucher. Darüber hinaus finden die Navigationssysteme der Gesellschaft auch immer mehr Einzug in die Automobilindustrie.

Garmins Geschäftsstruktur besteht aus vier Kerngeschäftsbereiche: Automotive/Mobile, Marine, Outdoor/Fitness und Aviation. Nach der Übernahme von UPS Aviation Technologies im August 2003 vermarktet Garmin die übernommene Technik unter dem Dach von Garmin AT. Ende 2005 verstärkte sich Garmin durch die Übernahme des Softwarespezialisten MotionBased Technologies LLC. Ende 2006 kaufte Garmin die kanadische Dynastream Innovations, nachdem zuvor bereits die Spezialisten Digital Cyclone und Nautamatic Marine Systems übernommen wurden. Anfang 2007 folgte die Übernahme des französischen GPS-Vertriebshändler EME Tec Sat SAS. Später kaufte man sowohl den deutschen Vertriebspartner GPS GmbH, als auch den spanischen GPS-Händler Electronica Trepat SA, den italienischen Vertriebspartner Synergy und den dänischen Garmin-Händler Fairpoint Navigation AS sowie die österreichische Puls Elektronik GmbH. Anfang 2008 gründete Garmin mit der Garmin Australasia Pty Ltd. eine neue Asien-Pazifik-Tochter.

Zudem übernahm Garmin mit Formar Electronics N.V./S.A., der finnischen NavCor Oy und der schwedischen Sportmanship International AB weitere Garmin-Händler in Belgien, Finnland und Schweden. Auch die portugiesische SatSignal- Equipamentos de Comunicacoes e de Navegacao wurde hinzugekauft. Im Frühjahr 2010 verstärkte sich Garmin durch die Übernahme der britischen Raymarine, im Herbst wurde der norwegische Distributor Belanor AS übernommen.

Mit dem Forerunner hat Garmin einen Trainingsassistenten für Freizeitsportler und Marathonläufer im Programm. Im Herbst 2010 verkündigte Garmin den Ausstieg aus dem Smartphone-Segment, nachdem das Unternehmen bislang mit seinem nüvifone in diesem Segment aktiv war. Nachdem Garmin den deutschen Navi-Hersteller Navigon übernahm, schluckte Garmin Mitte 2011 den Spezialisten Tri-Tronics.

Der Geschäftsbereich Aviation entwickelt spezielle Navigationssysteme für die Luftfahrtindustrie. So setzen auch die Flugzeugspezialisten Cessna und New Piper als auch der Boothersteller Ranger auf Navigationsprodukte aus dem Hause Garmin. Produkte für den Privatverbraucher vertreibt Garmin unter anderem über die Einzelhändler Bass Pro Shops, Best Buy und Wal-Mart.

Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal 2011 meldet Garmin einen Quartalsumsatz von 667 Mio. US-Dollar, ein Rückgang von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Pro Forma Gewinn kletterte dabei um ein Prozent auf 71 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 70 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Meldung gespeichert unter: Garmin

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