SAP - In-Memory-Computing wird zum Massenmarkt

In-Memory-Computing kommt auch im Mittelstand an

Dienstag, 9. April 2013 14:00
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(IT-Times) - SAP-Aktien verloren in den vergangenen Tagen und Wochen deutlich an Wert. Unter Wall Street Analysten wird derzeit heftig diskutiert, wie belastbar die jüngsten Verlautbarungen von SAP im Bezug auf sein schnell wachsendes Geschäft rund um die In-Memory-Datenbank HANA sind.

SAP Co-CEO Bill McDermott deklarierte HANA als das schnellst wachsendste Softwareprodukt aller Zeiten. Tatsächlich summierte sich der Umsatz von HANA in 2011 auf 160 Mio. Euro, in 2012 wuchs das Geschäft bereits auf 392 Mio. Euro. Weiteres Wachstum scheint vorprogrammiert.

Sind die HANA-Wachstumszahlen übertrieben?
Analysten wie Cowen-Experte Peter Goldmacher hinterfragen jedoch die Aussagen von SAP kritisch. Steht hinter den SAP-Verlautbarungen nur Marketing-Kalkül oder ist das Wachstum substantiell von der Erstklassigkeit des Produktes getragen? Cowen-Experte Goldmacher glaubt, dass SAP (WKN: 716460) die HANA-Wachstumszahlen künstlich nach oben treibt, indem das Softwarehaus andere Produkte im Bundle (Apps und Analysesoftware) zu Discount-Preisen abgibt.

Dies würde zwar dazu führen, dass das HANA-Geschäft schneller wächst, aber zu Lasten des Kerngeschäfts rund um ERP- und Analysesoftwareprodukte, so Goldmacher. Ausgenommen der HANA-Wachstumszahlen wachse das übrige SAP-Softwaregeschäft nur um zwei Prozent, rechnet Goldmacher gegenüber AllThingsD vor.

SAP HANA 250.000 Mal schneller als konventionelle Datenbanken
Bei SAP widerspricht man den Vorwurf gegenüber dem Business Insider energisch und verweist darauf, dass die Hälfte des HANA-Geschäfts stand-alone Deals sind, womit die Nachfrage nach HANA tatsächlich nachhaltig ist. Zudem ist längst erwiesen, dass SAP HANA die derzeit schnellste In-Memory-Datenbank auf den Markt ist. In einigen Tests war SAP HANA um bis zu 250.000 Mal schneller als herkömmliche relationale Datenbanken, heißt es bei SAP.

Auch bei der US-Investmentbank Morgan Stanley verteidigt man die Aussagen von SAP. Die US-Investmentbanker verweisen darauf, dass alle große Firmen Wachstumsdaten zu Marketingzwecken nutzen. Fakt ist: HANA ist ein außergewöhnliches Produkt, was auch zahlreiche Kundenmeinungen belegen. Auch die Wachstumszahlen im Bezug auf HANA sind real.

Gartner: In-Memory-Computing wird zum Mainstream
Dass der Trend hin zu In-Memory-Datenbanken keine Luftnummer ist, belegen auch Aussagen aus dem Hause Gartner. Die Marktforscher sehen In-Memory-Computing auf den Weg zum Mainstream.

Bis zum Jahr 2015 dürften rund 35 Prozent der mittelgroßen und kleinen Firmen In-Memory-Computing adoptiert haben, schätzen die Gartner-Analysten. Allein der Schlüsselmarkt In-Memory-Datagrid-Lösungen dürfte in 2016 ein Marktvolumen von einer Mrd. US-Dollar erreichen, schätzen die Analysten.

Kurzportrait

Das im Jahre 1972 ins Leben gerufene und in Walldorf ansässige Softwarehaus SAP AG stieg insbesondere in den 80er und 90er Jahren zum weltweit führenden Anbieter im Bereich ERP-Software (Enterprise Resource Planning) auf.

Diese Unternehmenssoftware erlaubt es Firmenkunden wichtige Daten im Bezug auf Geschäftsprozesse, wie der Produktion, Buchhaltung, Personalverwaltung und Vertrieb innerhalb eines Unternehmens im Auge zu behalten und Geschäftsabläufe zu optimieren. Heute setzen bereits mehr als 30.000 Unternehmen in mehr als 120 Ländern weltweit auf Software aus dem Hause SAP.

Mit dem Einzug des Internet ergänzte auch SAP sein Produktangebot entsprechend und bietet neben seinem Internet-Portal mySAP.com mit der komplexen Softwarereihe mySAP Business Suite sowohl Lösungen rund um elektronische Beschaffungssysteme (Supply Chain Management) als auch Kundenmanagement (Customer Relationship Management) an.

Mit NetWeaver will sich SAP weitere Geschäftsmöglichkeiten im Integrationsmarkt und im Markt für Application-Server erschließen. Mit dem Projekt „Business By Design“ will sich SAP stärker im Mittelstand und im Markt für Cloud-basierte Angebote engagieren. Mit der In-Memory-Datenbank HANA will SAP das Analysieren von großen Datenvolumina in sekundenschnelle ermöglichen..

Um die einzelnen Märkte, wie IT-Services und elektronische Beschaffungssysteme effektiv bearbeiten zu können, gründete SAP bereits 1997 die Tochterfirma SAP SI. Später wurde SAP SI wieder in den Konzern rückintegriert. In den letzten Jahren verstärkte sich SAP durch eine Reihe von Übernahmen. Im Frühjahr 2006 übernahm SAP den Softwareanbieter Virsa Systems sowie den Softwarespezialisten Frictionless Commerce. Mitte 2006 wurde der Softwarespezialist Praxis Software übernommen. Im Frühjahr 2007 kaufte SAP den norwegischen Softwarehersteller MaXware sowie die finnische Wicom Communications. Im Bereich Business Intelligence verstärkte sich SAP durch die Übernahme von OutlookSoft und Pilot Software. Nach der Übernahme seines Partners SAP Arabia schluckte SAP im Herbst 2007 den französischen Analysesoftwarehersteller Business Objects. Im Frühjahr 2010 kaufte SAP den US-Softwarespezialisten Sybase. Zuvor hatte SAP bereits den langjährigen Kooperationspartner TechniData geschluckt. Im Herbst 2010 gründete SAP anschließend die Mobile Business Unit. Anfang 2011 wurden Vermögenswerte von SECUDE übernommen. Ende 2011 übernahm SAP den Cloud-Spezialisten SucessFactors, gleichzeitig wurde die Steeb Anwendungssysteme GmbH abgestoßen. Im Herbst 2012 kaufte SAP den US-Softwarekonzern Ariba.

Im Bereich elektronische Beschaffungssysteme gründete SAP gemeinsam mit Siemens, Bosch, INA, Continental AG und ZF Friedrichshafen das Joint-Venture SupplyOn AG. Zahlen

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