SAP im Wandel der Zeit - Cloud rückt in den Vordergrund

Software und Cloud Services

Donnerstag, 23. Januar 2014 14:42
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(IT-Times) - Deutschlands größtes Softwarehaus SAP AG schiebt seine Margenziele nach hinten. Statt in 2015 will man erst in 2017 eine operative Gewinnmarge von 35 Prozent erreichen. Im Vorjahr lag diese bei 32,6 Prozent. Der Grund: SAP will mehr Geld in sein Coud-Geschäft investieren. Bei Investoren und Anleger kommt diese Ankündigung bislang nicht so gut an - SAP-Aktien geben deutlich nach.

Allerdings bleibt dem Walldorfer Softwarekonzern keine Wahl. Konkurrenten wie Oracle und IBM drängen mit Macht in die Cloud. Daneben machen sich reine Cloud-Player wie Salesforce.com, Workday und NetSuite in der Cloud breit. Auch große SAP-Kunden wie Coca-Cola, Vodafone und McDonald`s wollen ihr Geschäft stärker in die Cloud verlagern, um Kosten- und Flexibilitätsvorteile zu nutzen. SAP (WKN: 716460) muss hierauf reagieren, will das Unternehmen auch in zehn Jahren noch im Unternehmenssoftwaremarkt eine führende Rolle spielen.

SAP definiert Ziele neu
Für 2017 strebt SAP nunmehr einen Umsatz von 22 Mrd. Euro an, der Cloud-Umsatz soll dann bei 3,0 bis 3,5 Mrd. Euro liegen. Insgesamt sollen die Softwareverkäufe in 2014 um sechs bis acht Prozent zulegen.

Im Vergleich dazu: In 2013 erzielte SAP einen Gesamtumsatz von 16,8 Mrd. Euro und erwirtschaftete dabei einen Cloud-Umsatz von 787 Mio. Euro. Das Geschäft rund um die In-Memory-Datenbank HANA wuchs mit 3.000 Kunden um 69 Prozent auf 664 Mio. Euro.

Weitere Übernahmen im Cloud-Geschäft erwartet
SAP Co-CEO Bill McDermott stellte gegenüber Journalisten dann auch klar, dass man in der Cloud ambitionierte Ziele verfolge. Dabei wollte der SAP-Manager auch Übernahmen nicht ausschließen. Seit 2012 hatte sich SAP im Cloud-Bereich unter anderem durch Übernahmen wie Ariba, SuccessFactors und Hybris verstärkt.

Marktbeobachter erwarten daher weitere Übernahmen von SAP in diesem Bereich, da die ehrgeizigen ohne Zukäufe nur schwer zu erreichen sein dürften. Nach aktuellen Planungen von SAP soll das Cloud-Geschäft bis 2017 rund 15 Prozent zum SAP-Gesamtumsatz beitragen, nachdem dieses Geschäft zuletzt gerade einmal fünf Prozent beisteuerte.

SAP vor schwierigem Balance-Akt
SAP steht damit in den nächsten zwei bis drei Jahren vor einem schwierigen Balance-Akt. Einerseits muss das Unternehmen darauf achten, dass das Kerngeschäft mit traditionellen Softwarelizenzen und Anwendungen nicht wegbricht, zum anderen muss das Unternehmen den Umstieg auf das Cloud-Geschäft weiter forcieren, will das deutsche Softwarehaus hier nicht gegenüber der Konkurrenz in Rückstand geraten.

Kurzportrait

Das im Jahre 1972 ins Leben gerufene und in Walldorf ansässige Softwarehaus SAP AG stieg insbesondere in den 80er und 90er Jahren zum weltweit führenden Anbieter im Bereich ERP-Software (Enterprise Resource Planning) auf.

Diese Unternehmenssoftware erlaubt es Firmenkunden wichtige Daten im Bezug auf Geschäftsprozesse, wie der Produktion, Buchhaltung, Personalverwaltung und Vertrieb innerhalb eines Unternehmens im Auge zu behalten und Geschäftsabläufe zu optimieren. Heute setzen bereits mehr als 250.000 Unternehmen in mehr als 180 Ländern weltweit auf Software aus dem Hause SAP.

Mit dem Einzug des Internet ergänzte auch SAP sein Produktangebot entsprechend und bietet neben seinem Internet-Portal mySAP.com mit der komplexen Softwarereihe mySAP Business Suite sowohl Lösungen rund um elektronische Beschaffungssysteme (Supply Chain Management) als auch Kundenmanagement (Customer Relationship Management) an.

Mit NetWeaver will sich SAP weitere Geschäftsmöglichkeiten im Integrationsmarkt und im Markt für Application-Server erschließen. Mit der In-Memory-Datenbank HANA will SAP das Analysieren von großen Datenvolumina in Sekundenschnelle ermöglichen.

Um die einzelnen Märkte, wie IT-Services und elektronische Beschaffungssysteme effektiv bearbeiten zu können, gründete SAP bereits 1997 die Tochterfirma SAP SI. Später wurde SAP SI wieder in den Konzern rückintegriert. Im Frühjahr 2007 kaufte SAP den norwegischen Softwarehersteller MaXware sowie die finnische Wicom Communications. Im Bereich Business Intelligence verstärkte sich SAP durch die Übernahme von OutlookSoft und Pilot Software. Nach der Übernahme seines Partners SAP Arabia schluckte SAP im Herbst 2007 den französischen Analysesoftwarehersteller Business Objects. Im Frühjahr 2010 kaufte SAP den US-Softwarespezialisten Sybase. Zuvor hatte SAP bereits den langjährigen Kooperationspartner TechniData geschluckt. Anfang 2011 wurden Vermögenswerte von SECUDE übernommen. Ende 2011 übernahm SAP den Cloud-Spezialisten SucessFactors, gleichzeitig wurde die Steeb Anwendungssysteme GmbH abgestoßen. Im Herbst 2012 kaufte SAP den US-Softwarekonzern Ariba. Mitte 2013 kaufte SAP den Logistik-Management-Spezialisten Hybris AG.

Im Bereich elektronische Beschaffungssysteme gründete SAP gemeinsam mit Siemens, Bosch, INA, Continental AG und ZF Friedrichshafen das Joint-Venture SupplyOn AG.

Zahlen

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