SAP geht in der Cloud in die Offensive - HANA-Geschäft soll sich verdoppeln

Freitag, 9. März 2012 14:07
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(IT-Times) - Das deutsche Softwarehaus SAP hat in dieser Woche mit SAP Business One OnDemand ein neues SaaS-basiertes Angebot vorgestellt, mit dem das Unternehmen gleichzeitig auch sein Cloud-Angebot erweitert. Mit "Business One OnDemand" will SAP insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen für die Wolke gewinnen. Vermarktet werden soll das On-Demand-Angebot zunächst über zertifizierte Partner in 18 Ländern, wie in China, Brasilien, USA, England, Italien, Mexiko und natürlich in Deutschland.

Kostengünstige Cloud-Lösung soll Neukunden locken
Bei SAP (NYSE: SAP, WKN: 716460) hofft man nicht nur, dass die 34.000 Kunden, die bislang auf die On-Premise-Lösung von Business One setzen, auch das neue Cloud-Angebot annehmen, sondern vielmehr auf Neukunden. Lockmittel ist nicht zuletzt der günstige Einstiegspreis, den SAP-Partner wie Versino AG auf etwa 99 Euro pro Monat und Nutzer taxieren. Auch verweisen SAP-Manager darauf, dass die Einsteiger-ERP-Lösung mit einer integrierten Mobile-Plattform ausgestattet ist. Das Angebot richtet sich laut SAP insbesondere an solche Unternehmen, die noch nicht über ein ganzheitliches ERP-System verfügen, dies sind oft Tochterfirmen von Großunternehmen.

Daneben wirbt SAP auch mit der schnellen Implementierung der SaaS-Version von SAP Business One. Die Lösung aufzusetzen, dauere nur Wochen, in einigen Fällen sogar nur Tage, verspricht SAP-Manager Kevin Gilroy, der für SAP den Bereich Global Indirect Channels verantwortet. Als zertifzierte Hosting-Partner konnte SAP für sein neues Cloud-Angebot bereits namhafte Firmen wie Hungarian Telecom, itelligence, Seidor, Singtel, Versino und Virtustream gewinnen. Weitere namhafte Partner könnten dem Beispiel bald folgen.

HANA-Geschäft soll sich in 2012 verdoppeln
Neben dem neuen Cloud-Angebot Business One OnDemand, hat SAP noch ein weiteres heißes Eisen im Feuer. Die In-Memory-Technik HANA, welche traditionelle Datenbanken ersetzen soll. Durch die spezielle Technologie ist HANA in der Lage, Daten rund 100 Mal schneller zu analysieren, als dies mit gewöhnlichen Datenbanken möglich war. Aktuell würden sich etwa 50 Kunden in der Anlaufphase und etwa 2.000 Kunden in der Warteschleife befinden, heißt es bei SAP.

SAP Co-CEO Jim Hagemann Snabe sieht in der Datenbank-Management-Technik enormes Wachstumspotential. Die Umsätze der HANA-Einheit sollen sich von 160 Mio. Euro im vergangenen Jahr 2011, in diesem Jahr verdoppeln, so der Manager gegenüber dem Handelsblatt. Bis Jahresende will SAP 1.000 neue HANA-Kunden hinzugewinnen. Dabei hat SAP insbesondere die rund 12.000 Business Warehouse-Kunden im Visier.

Umsatz in Brasilien soll auf 500 Mio. Euro klettern
Stark wachsen will SAP aber nicht nur durch neue Produkte, sondern auch geografisch. Allein der Umsatz in Brasilien soll auf eine halbe Mrd. Euro klettern, so SAP-Finanzvorstand Werner Brand gegenüber der Börsen-Zeitung. Dieses Wachstum will SAP insbesondere durch Investitionen vor Ort bewerstelligen. Insgesamt bleibt das Unternehmen bei seinem langfristigen Ziel: In 2015 soll ein Umsatz von 20 Mrd. Euro erwirtschaftet werden.

Kurzportrait

Das im Jahre 1972 ins Leben gerufene und in Walldorf ansässige Softwarehaus SAP AG stieg insbesondere in den 80er und 90er Jahren zum weltweit führenden Anbieter im Bereich ERP-Software (Enterprise Resource Planning) auf.

Diese Unternehmenssoftware erlaubt es Firmenkunden wichtige Daten im Bezug auf Geschäftsprozesse, wie der Produktion, Buchhaltung, Personalverwaltung und Vertrieb innerhalb eines Unternehmens im Auge zu behalten und Geschäftsabläufe zu optimieren. Heute setzen bereits mehr als 25.000 Unternehmen in mehr als 120 Ländern weltweit auf Software aus dem Hause SAP.

Mit dem Einzug des Internet ergänzte auch SAP sein Produktangebot entsprechend und bietet neben seinem Internet-Portal mySAP.com mit der komplexen Softwarereihe mySAP Business Suite sowohl Lösungen rund um elektronische Beschaffungssysteme (Supply Chain Management) als auch Kundenmanagement (Customer Relationship Management) an.

Um die einzelnen Märkte, wie IT-Services und elektronische Beschaffungssysteme effektiv bearbeiten zu können, gründete SAP 1997 die Tochterfirma SAP SI. Später wurde SAP SI wieder in den Konzern rückintegriert. Anfang 2005 übernahm SAP den US-Softwaredienstleister TomorrowNow, der dann nach Rechtsstreitigkeiten mit Oracle wieder geschlossen wurde. Im Frühjahr 2006 übernahm SAP zudem den Softwareanbieter Virsa Systems sowie den Softwarespezialisten Frictionless Commerce. Mitte 2006 wurde der Softwarespezialist Praxis Software übernommen. Im Frühjahr 2007 kaufte SAP den norwegischen Softwarehersteller MaXware sowie die finnische Wicom Communications. Im Bereich Business Intelligence verstärkte sich SAP durch die Übernahme von OutlookSoft und Pilot Software. Nach der Übernahme seines Partners SAP Arabia schluckte SAP im Herbst 2007 den französischen Analysesoftwarehersteller Business Objects. Im Frühjahr 2010 kaufte SAP den US-Softwarespezialisten Sybase. Zuvor hatte SAP bereits den langjährigen Kooperationspartner TechniData geschluckt. Im Herbst 2010 gründete SAP anschließend die Mobile Business Unit. Anfang 2011 wurden Vermögenswerte von SECUDE übernommen. Ende 2011 übernahm SAP den Cloud-Spezialisten SucessFactors für 3,4 Mrd. Dollar, gleichzeitig wurde die Steeb Anwendungssysteme GmbH abgestoßen.

Im Bereich elektronische Beschaffungssysteme gründete SAP gemeinsam mit Siemens, Bosch, INA, Continental AG und ZF Friedrichshafen das Joint-Venture SupplyOn AG. Während SAP acht Prozent an dem Unternehmen beteiligt ist, hält der Autozulieferer Bosch mit 30 Prozent den Löwenanteil an diesem Projekt. Mit seiner neuesten Version von NetWeaver will sich SAP weitere Geschäftsmöglichkeiten im Integrationsmarkt und im Markt für Application-Server erschließen. Mit dem Projekt "Business By Design" will sich SAP stärker im Mittelstand und im Markt für Cloud-basierte Angebote engagieren.

Zahlen

Im vergangenen vierten Quartal 2011 stieg das Ergebnis bei SAP im Softwarebereich um 16 Prozent auf 1,74 Mrd. Euro. 3,72 Mrd. Euro setzte die SAP AG mit Software und softwarebezogene Services um, ein Plus von 14 Prozent. Das Betriebsergebnis kletterte auf 1,67 Mrd. Euro oder um 206 Prozent. Die operative Marge lag folglich deutlich über dem Vorjahreswert von 13,4 Prozent bei nun 37 Prozent.

Um 22 Prozent und damit noch einmal deutlich stärker als im vierten Quartal 2011 steigerte SAP die Softwareerlöse auf Gesamtjahressicht. Diese lagen somit bei 3,97 Mrd. Euro. Um 16 Prozent und ebenso stärker als im letzten Quartal des Jahres kletterten auf Gesamtjahressicht die Erlöse mit Software und softwarebezogenen Services. Sie summierten sich auf 11,32 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis wies SAP mit 4,88 Mrd. Euro aus, es lag 88 Prozent über dem Vorjahreswert.

Meldung gespeichert unter: SAP

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