SAP fährt der Konkurrenz in der Cloud davon - dank Zukäufe

ERP- und Cloud-Software

Montag, 21. Juli 2014 14:02
SAP

(IT-Times) - SAP meldet sich mit starken Zahlen im Cloud-Geschäft zurück. Während die Software AG unter dem Cloud Computing Trend eher leidet, kann Deutschlands größtes Softwarehaus große Erfolge in der Cloud melden. Das Cloud-Geschäft kletterte im jüngsten Quartal um 39 Prozent auf 242 Mio. Euro.

Damit wuchs das Geschäft schneller als bei der Konkurrenz von Oracle (25 Prozent Wachstum) und Salesforce.com (36 Prozent Wachstum). Ferner kann SAP noch auf einen weiteren Pluspunkt verweisen. Im Gegensatz zu manchen US-Konkurrenten konnte SAP in diesem Geschäft profitabel wachsen, so SAP-Vorstandschef Bill McDermott.

Zukäufe stärken Cloud-Geschäft
Bei einer Viertelmilliarde Euro soll aber noch lange nicht Schluss im Cloud-Geschäft sein. SAP-Finanzvorstand Luka Mucic gibt im Interview mit DAF an, dass man bis 2017 das Cloud-Geschäft um weitere 50 Mio. Euro steigern wolle.

Die jüngsten SAP-Zahlen sind beeindruckend, allerdings verweisen Analysten wie Wells Fargo Experte Jason Maynard daraufhin, dass das Cloud-Wachstum bei SAP (WKN: 716460) nicht gänzlich organisch ist. SAP hatte sich zuletzt durch verschiedene Zukäufe in der Cloud verstärkt. Im März wurde der Workforce-Management-Spezialist Fieldglass aufgekauft, im Mai folgte die Übernahme des Cloud-Marketing-Spezialisten SeeWhy. Die jüngsten Zukäufe hätten 5,0 bzw. 8,0 Prozent zum Cloud-Umsatzwachstum beigetragen, rechnet der Wells Fargo Analyst vor.

Keine Übernahme der Software AG - weitere Zukäufe in der Cloud
SAP-Finanzvorstand Mucic machte deutlich, dass SAP für weitere Übernahmen in der Cloud offen sei. Jüngsten Spekulationen bezüglich einer möglichen Übernahme der Software AG erteilte Mucic dagegen eine Absage. Die Software AG passt nicht in das SAP-Portfolio, so der SAP-Manager gegenüber Euro am Sonntag.

Marktbeobachter gehen davon aus, dass SAP weiter in den USA auf Einkaufstour bleiben wird. Mit mehr als 38 Mio. Cloud-Nutzer ist SAP eigenen Angaben bereits die Nummer 1, was die Cloud-Nutzung im Enterprise-Bereich angeht - dies soll auch in Zukunft so bleiben.

Kurzportrait

Das im Jahre 1972 ins Leben gerufene und in Walldorf ansässige Softwarehaus SAP AG stieg in den 80er und 90er Jahren zum weltweit führenden Anbieter im Bereich ERP-Software (Enterprise Resource Planning) auf.

Diese Unternehmenssoftware erlaubt es Firmenkunden wichtige Daten im Bezug auf Geschäftsprozesse, wie der Produktion, Buchhaltung, Personalverwaltung und Vertrieb innerhalb eines Unternehmens im Auge zu behalten und Geschäftsabläufe zu optimieren. Heute setzen bereits mehr als 250.000 Unternehmen in mehr als 180 Ländern weltweit auf Software aus dem Hause SAP.

Mit dem Einzug des Internet ergänzte auch SAP sein Produktangebot entsprechend und bietet neben seinem Internet-Portal mySAP.com auch elektronische Beschaffungssysteme (Supply Chain Management) als auch Kundenmanagement (Customer Relationship Management) an.

Mit NetWeaver will sich SAP weitere Geschäftsmöglichkeiten im Integrationsmarkt und im Markt für Application-Server erschließen. Mit der In-Memory-Datenbank HANA will SAP das Analysieren von großen Datenvolumina binnen Sekunden ermöglichen.

Um die einzelnen Märkte, wie IT-Services und elektronische Beschaffungssysteme effektiv bearbeiten zu können, gründete SAP bereits 1997 die Tochterfirma SAP SI. Später wurde SAP SI wieder in den Konzern rückintegriert. Im Frühjahr 2007 kaufte SAP den norwegischen Softwarehersteller MaXware sowie die finnische Wicom Communications. Im Bereich Business Intelligence verstärkte sich SAP durch die Übernahme von OutlookSoft und Pilot Software. Nach der Übernahme seines Partners SAP Arabia schluckte SAP im Herbst 2007 den französischen Analysesoftwarehersteller Business Objects. Im Frühjahr 2010 kaufte SAP den US-Softwarespezialisten Sybase. Zuvor hatte SAP bereits den langjährigen Kooperationspartner TechniData geschluckt. Anfang 2011 wurden Vermögenswerte von SECUDE übernommen. Ende 2011 übernahm SAP den Cloud-Spezialisten SucessFactors, gleichzeitig wurde die Steeb Anwendungssysteme GmbH abgestoßen. Im Herbst 2012 kaufte SAP den US-Softwarekonzern Ariba. Mitte 2013 kaufte SAP den Logistik-Management-Spezialisten Hybris AG. Zudem wurden im Cloud-Bereich mit Fieldglass und SeeWhy weitere Cloud-Spezialisten dazu gekauft.

Im Bereich elektronische Beschaffungssysteme gründete SAP gemeinsam mit Siemens, Bosch, INA, Continental AG und ZF Friedrichshafen das Joint-Venture SupplyOn AG.

Markt und Wettbewerb

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