SanDisk warnt vor Überkapazitäten

Donnerstag, 1. Februar 2007 00:00

(IT-Times) Obwohl der US-Flashspeicherhersteller SanDisk (Nasdaq: SNDK<SNDK.NAS>, WKN: 897826<SSK.FSE>) einmal mehr die Gewinnerwartungen der Börse übertreffen und erstmals in einem Quartal mehr als eine Mrd. Dollar umsetzen konnte, geraten die Anteile des Unternehmens deutlich unter die Räder.

Hintergrund ist der schwache Ausblick des Unternehmens auf das Jahr 2007. Für das erste Quartal 2007 rechnet SanDisk lediglich mit Einnahmen von 700 bis 800 Mio. Dollar. SanDisk-Finanzchefin Judy Bruner macht am Flashspeichermarkt erste Überkapazitäten aus, die zu schwächeren durchschnittlichen Verkaufspreisen insbesondere im ersten Quartal führen dürften.

weiterer Preisverfall erwartet

Nachdem die Bruttomargen im jüngsten Quartal bereits auf 30,7 Prozent sanken, nach 34,4 Prozent im Vorjahreszeitraum, fürchten Investoren und Analysten nunmehr weiter sinkende Margen. SanDisk erwartet nach einem Preissturz im vergangenen Jahr einen weiteren Preisverfall bei den durchschnittlichen Verkaufspreisen von bis zu 50 Prozent in 2007. Zudem würden einige Chiphersteller ihre Lagerbestände bei Flashspeichern weiter aufbauen. Sollte die aktuelle Entwicklung weiter anhalten, sei sogar ein Fall der durchschnittlichen Verkaufspreise um mehr als 60 Prozent möglich, warnt SanDisk.

SanDisk hofft dabei auf die Selbstbereinigung des Marktes sowie auf eine weitere Expansion und Migration auf neue Technologien. So wolle man im ersten Quartal 2007 auf die neue 56-Nanometer-Produktionstechnik beim Produktionspartner Toshiba in Yokkaichi umsteigen. Der monatliche Ausstoß soll dann von 90.000 Wafer im vierten Quartal 2006 auf 125.000 Wafer Ende 2007 steigen, so SanDisk.

Daneben hält SanDisk auch an seine ehrgeizigen Ziele im Musik-Player-Markt fest. Bisher habe man einen Marktanteil von 19 Prozent bei Flash-basierten Playern, heißt es. Dieser soll in naher Zukunft auf 35 Prozent steigen. Langfristig will man Apple in diesem Bereich vom Thron stoßen, gibt sich SanDisk-Chef Eli Harari nach wie vor kämpferisch.

Kurzportrait

Die im Jahre 1998 gegründete im kalifornischen Sunnyvale ansässige SanDisk gilt als einer der weltgrößten Hersteller von Flash-Speicherkarten, welche in einer Reihe von Elektronikprodukten, wie in Digitalkameras, PDAs, Multimedia-Handys, zum Einsatz kommen.

Das SanDisk-Produktprogramm umfasst dabei nicht nur ComactFlash-Karten, sondern auch auch SD-Karten und Memory-Sticks. Die Flash-Drive Produktlinie umfasst daneben MultiMedia-Karten, Flash-Chipsets, sowie TriFlash- und T-Flash-Module (seit Februar 2004). Die von SanDisk entwickelten tragbaren Speicher sind zu nahezu allen Computersystemen und Industriestandards kompatibel.

Das Unternehmen verkauft seine Produkte überwiegend direkt an OEM-Hersteller, wie Eastman Kodak, Ericsson, Matsushita und Siemens, aber auch an Händler, wie Best Buy und Office Depot. SanDisk hält rund 250 Patente im Zusammenhang mit der Flash-Speichertechnik und lizenziert seine Technologie an Kunden wie Intel, Sharp, Sony oder Toshiba.

SanDisk bietet aber nicht nur Speicherkomponenten an, sondern jüngst auch ganze Produkte im Bereich der Unterhaltungselektronik. So ist der Speicherspezialist inzwischen mit einem eigenen Flash-basierten MP3-Musikplayer (Sansa) im Markt vertreten und hat mit dem SanDisk Photo Album ein Gerät auf den Markt gebracht, das digitale Fotos speichern und auf dem Fernseher wiedergeben kann, ohne das hierfür ein PC benötigt wird. Anfang 2006 schloss SanDisk die Übernahme des 3D-Chipentwicklers Matrix Semiconductor ab. Ende 2006 wurde dann die übernommene msystems Ltd. in das Unternehmen integriert.

Mit dem japanischen Partner Toshiba betreibt SanDisk das Joint Venture FlashVision, um die Flash-Speichertechnik weiter zu entwickeln. Gemeinsam mit Toshiba will SanDisk eine neue Flash-Speicherfabrik in Japan erreichten, welche im vierten Quartal 2007 seine Produktion aufnehmen soll. Gleichzeitig betreibt SanDisk zwei hochmoderne Chipfabriken in Japan.

Zahlen

Für das abschließende vierte Quartal 2006 meldet SanDisk einen Umsatzsprung auf 1,16 Mrd. US-Dollar, ein Zuwachs von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei entstand zunächst ein Verlust von 35,1 Mio. Dollar oder 17 US-Cent je Aktie, nachdem SanDisk im Jahr vorher noch einen Gewinn von 133,9 Mio. Dollar realisieren konnte. Die jüngsten Zahlen beinhalten unter anderem Aufwendungen in Höhe von 186 Mio. Dollar in Verbindung mit der Akquisition von M-Systems sowie Kosten in Höhe von 31 Mio. Dollar im Zusammenhang mit Aktienkompensationen.

Ausgenommen einmaliger Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 191,7 Mio. Dollar oder 87 US-Cent je Aktie, womit SanDisk zunächst die Erwartungen der Analysten übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man im Vorfeld zunächst mit Einnahmen von 1,02 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von lediglich 72 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Für das somit abgeschlossene Jahr 2006 meldet SanDisk einen Umsatzanstieg auf 3,26 Mrd. Dollar, nach Einnahmen von 2,31 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Der Nettogewinn kletterte dabei auf 684,8 Mio. Dollar oder 2,51 Dollar je Aktie.

Markt und Wettbewerb

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