SanDisk profitiert vom Apple-Boom

Dienstag, 15. Juni 2010 12:32
SanDisk

(IT-Times) - SanDisk-Aktien gehörten am Vortag mit einem Kursplus von mehr als sechs Prozent zu den Hauptgewinnern an der New Yorker Nasdaq. Die Papiere markierten zuletzt ein neues Jahreshoch bei über 48 US-Dollar. Hintergrund des rasanten Kursanstiegs ist die Hoffnung bzw. Erwartung, dass die Preise für NAND-Flashspeicher weiter steigen werden. Davon könnte der führende Flashspeicherhersteller SanDisk (Nasdaq: SNDK, WKN: 897826) maßgeblich profitieren.

Steigende Flashspeicherpreise erwartet
Hintergrund ist die Annahme, dass die hohe Nachfrage nach Smartphones wie dem iPhone und nach neuen Tablet PCs wie dem iPad auch die Nachfrage nach Flashspeichern anheizen wird. Die Preise für einen 16GB Flashspeicher (MLC) waren im März auf dem Spot-Markt auf über 5,0 US-Dollar gestiegen. Nachdem die Nummer zwei der Branche, Toshiba, Investitionen in Höhe von fünf Mrd. Dollar in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten bis 2012 angekündigt hatte, war die Preiserholung zum Stillstand gekommen.

Allerdings könnte die Zeit der Preisrückgänge schon bald wieder vorbei sein. Marktforscher aus dem Hause Gartner gehen davon aus, dass es im dritten Quartal zu signifikanten Engpässen bei der Lieferung von NAND-Flashspeichern kommen wird. Derzeit halten sich Angebot und Nachfrage noch die Waage, doch viele Hersteller wollen und müssen sich im zweiten Halbjahr für das anstehende Weihnachtsgeschäft rüsten und sich mit entsprechenden Speicher eindecken.

Marktforscher sehen iPad und iPhone 4 als Preistreiber
Die Folge: Die Preise könnten wieder steigen. Bei Gartner erwartet man im anstehenden dritten Quartal einen Flashspeicher-Preisanstieg von mindestens fünf Prozent gegenüber dem Vorquartal. Bei NAND-Flashspeichern dürfte vor allem das neue iPhone 4, welches noch in diesem Monat auf den Markt kommen wird, sowie die anhaltend hohe iPad-Nachfrage für steigende Preise sorgen.

Bei DRAMeXchange geht man davon aus, dass im ersten Halbjahr 2010 rund 1,7 Millionen iPads ausgeliefert werden, während im zweiten Halbjahr 2010 bereits sieben bis acht Millionen iPads über die Ladentheke gehen dürften - dies dürfte zu leichten Engpässen führen, glauben auch die Analysten bei DRAMeXchange.

Allein der iPad dürfte drei Prozent der gesamten NAND-Flashspeicherproduktion aufsaugen, glauben die Analysten. Auf das iPhone, dessen Absatz im laufenden Jahr auf 40 Millionen Einheiten taxiert wird, dürften neun Prozent der gesamten Flashspeicherproduktion entfallen…

Kurzportrait

Die im Jahre 1988 gegründete im kalifornischen Sunnyvale ansässige SanDisk gilt als einer der weltgrößten Hersteller von Flashspeichern, welche in einer Reihe von Elektronikprodukten wie in Digitalkameras, Notebooks und Multimedia-Handys zum Einsatz kommen.

Das SanDisk-Produktprogramm umfasst dabei nicht nur ComactFlash-Karten, sondern auch auch SD-Karten und USB-Speichersticks. Die Flash-Drive Produktlinie umfasst daneben Multimedia-Karten, Flash-Chipsets, sowie TriFlash und SSD-Laufwerke für Notebook und Netbooks. Die von SanDisk entwickelten portablen Speicher sind zu nahezu allen Computersystemen und Industriestandards kompatibel. Das Unternehmen verkauft seine Produkte überwiegend direkt an OEM-Hersteller wie Eastman Kodak, Ericsson, Matsushita und Siemens, aber auch an Händler, wie Best Buy und Office Depot. SanDisk hält rund 250 Patente im Zusammenhang mit der Flash-Speichertechnik und lizenziert seine Technologie an Kunden wie Intel, Sharp, Sony oder Toshiba. Mit Toshiba besteht zudem ein Kooperationsabkommen im Hinblick auf die Entwicklung von 3D-Speichern.

SanDisk bietet aber nicht nur Speicherkomponenten an, sondern auch Produkte im Bereich der Unterhaltungselektronik. So ist der Speicherspezialist mit einem eigenen Flashspeicher-basierten MP3-Musikplayer (Sansa) im Markt vertreten und hat mit dem SanDisk Photo Album ein Gerät auf den Markt gebracht, das digitale Fotos speichern und auf dem Fernseher wiedergeben kann, ohne das hierfür ein PC benötigt wird. Anfang 2006 schloss SanDisk die Übernahme des 3D-Chipentwicklers Matrix Semiconductor ab. Ende 2006 wurde dann die israelische Msystems Ltd. übernommen und in das Unternehmen integriert. Mitte 2008 schloss SanDisk die Übernahme von MusicGremlin ab.

Mit dem japanischen Partner Toshiba betreibt SanDisk das Joint Venture FlashVision, um die Flash-Speichertechnik weiter zu entwickeln. Gleichzeitig betreibt SanDisk zwei hochmoderne Chipfabriken in Japan. Darüber hinaus ist SanDisk mit einer Minderheitsbeteiligung an seinem Lieferanten, dem israelischen Halbleiterspezialisten Tower Semiconductor, beteiligt.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2010 meldete SanDisk einen Umsatzsprung auf 1,09 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 659,5 Mio. Dollar in der Vorjahresperiode. Dabei konnte SanDisk einen Gewinn von 234,7 Mio. Dollar oder 99 US-Cent je Aktie generieren, nachdem in der Vorjahresperiode noch ein Verlust von 208 Mio. Dollar oder 92 US-Cent je Aktie zu Buche stand.

Ausgenommen etwaiger Aktienkompensationskosten und sonstigen Einmalaufwendungen konnte SanDisk im jüngsten Quartal einen Nettogewinn von 95 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen der Analysten in den Schatten stellen. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 986 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 59 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: SanDisk

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