SanDisk hofft auf neuen Nachfrageboom

Freitag, 5. Juni 2009 13:01
SanDisk

(IT-Times) - SanDisk-Aktien legten zuletzt kräftig zu, nachdem der US-Flashspeicherhersteller (Nasdaq: SNDK, WKN: 897826) ein Patentabkommen mit der südkoreanischen Samsung verlängern konnte. Das neue Patentaustauschabkommen ersetzt ein bisheriges Abkommen, dass am 14. August ausläuft und gilt für weitere sieben Jahre.

Durch das neue Abkommen nimmt SanDisk eine große Unsicherheit vom Markt, die zuletzt noch über den SanDisk-Kurs lastete, denn Samsung ist einer der wichtigsten Kunden von SanDisk und zeichnete zuletzt für mehr als die Hälfte der Lizenzgebühren bei SanDisk verantwortlich. Goldman Sachs Analyst James Covello sieht durch das neue Abkommen allein für das Lizenzgebührengeschäft einen Wert von umgerechnet 22 Dollar je Aktie, wodurch SanDisk aktuell unterbewertet sei.

Allerdings verliert SanDisk in seinem Speicherkartengeschäft weiterhin Geld und dürfte auch im laufenden Jahr durchweg rote Zahlen schreiben, wenn man den Analystenprognosen glauben darf. Hintergrund ist der massive Preisverfall bei Flashspeichern, der sich durch die Nachfrageflaute im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise noch verstärkt hat. Allein im ersten Quartal sanken die durchschnittlichen Verkaufspreise pro Gigabyte um 27 Prozent bei SanDisk.

Erholdung im dritten Quartal erwartet
Allerdings gibt es einen kleinen Lichtblick. Nachdem sich die Angebots- und Nachfragesituation leicht verbesserte, hat SanDisk begonnen die Preise leicht anzuheben, was sich positiv auf die Geschäftszahlen im laufenden zweiten Quartal auswirken soll. Auch andere NAND Flashspeicherspezialisten blicken wieder optimistischer in die Zukunft. Phison Electronics Chairman Khein Seng Pua sieht eine Erholung des Flashspeichermarktes im dritten Quartal, nachdem Kunden im Juni begonnen hätten, Aufträge zu platzieren, so der Manager. Hintergrund ist eine Flut neuer Unterhaltungselektronikprodukte, die noch im zweiten Halbjahr 2009 auf den Markt kommen soll, signalisiert Pua.

SanDisk bringt SSD-Laufwerke für Netbooks
Auch SanDisk will seinen Teil dazu beitragen, dass die Nachfrage nach Flashspeichern wieder anspringt. Anfang Juni hat SanDisk damit begonnen, neue Flash-Speicherlaufwerke (Solid State Drives) für Netbooks auszuliefern. Die neuen SanDisk pSSD P2 und S2 Laufwerke kommen mit der neuen nCache-Technik daher und sollen die Leistungsfähigkeit von Netbooks deutlich erhöhen. Marktforscher, wie IDC rechnen damit, dass nach 11,5 Mio. verkauften Mini-Notebooks im Jahr 2008, der Netbook-Absatz auf 50 Mio. Einheiten im Jahr 2013 steigt - eine große Chance für SanDisk an diesem Geschäft mit zu verdienen.

Kurzportrait

Die im Jahre 1998 gegründete im kalifornischen Sunnyvale ansässige SanDisk gilt als einer der weltgrößten Hersteller von Flash-Speicherkarten, welche in einer Reihe von Elektronikprodukten wie in Digitalkameras, PDAs und Multimedia-Handys zum Einsatz kommen.

Das SanDisk-Produktprogramm umfasst dabei nicht nur ComactFlash-Karten, sondern auch auch SD-Karten und USB-Speichersticks. Die Flash-Drive Produktlinie umfasst daneben Multimedia-Karten, Flash-Chipsets, sowie TriFlash und SSD-Laufwerke für Notebook und Netbooks. Die von SanDisk entwickelten portablen Speicher sind zu nahezu allen Computersystemen und Industriestandards kompatibel. Das Unternehmen verkauft seine Produkte überwiegend direkt an OEM-Hersteller wie Eastman Kodak, Ericsson, Matsushita und Siemens, aber auch an Händler, wie Best Buy und Office Depot. SanDisk hält rund 250 Patente im Zusammenhang mit der Flash-Speichertechnik und lizenziert seine Technologie an Kunden wie Intel, Sharp, Sony oder Toshiba. Mit Toshiba besteht zudem ein Kooperationsabkommen im Hinblick auf die Entwicklung von 3D-Speichern.

SanDisk bietet aber nicht nur Speicherkomponenten an, sondern auch ganze Produkte im Bereich der Unterhaltungselektronik. So ist der Speicherspezialist mit einem eigenen Flashspeicher-basierten MP3-Musikplayer (Sansa) im Markt vertreten und hat mit dem SanDisk Photo Album ein Gerät auf den Markt gebracht, das digitale Fotos speichern und auf dem Fernseher wiedergeben kann, ohne das hierfür ein PC benötigt wird. Anfang 2006 schloss SanDisk die Übernahme des 3D-Chipentwicklers Matrix Semiconductor ab. Ende 2006 wurde dann die israelische Msystems Ltd. übernommen und in das Unternehmen integriert.

Mit dem japanischen Partner Toshiba betreibt SanDisk das Joint Venture FlashVision, um die Flash-Speichertechnik weiter zu entwickeln. Gleichzeitig betreibt SanDisk zwei hochmoderne Chipfabriken in Japan. Darüber hinaus ist SanDisk mit einer Minderheitsbeteiligung an seinem Lieferanten, dem israelischen Halbleiterspezialisten Tower Semiconductor, beteiligt.

Zahlen

Für das vergangene Märzquartal meldete SanDisk einen Umsatzrückgang um 22 Prozent auf 659,9 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 850 Mio. Dollar im Jahr vorher. Die Produkt-Erlöse schrumpften im jüngsten Quartal um 19 Prozent auf 588 Mio. Dollar, während die Lizenz- und Gebühreneinnahmen um 43 Prozent auf 71 Mio. Dollar sanken.

Der Verlust nach US-GAAP summierte sich im jüngsten Quartal zunächst auf 208 Mio. Dollar oder 92 US-Cent je Aktie, während im Jahr vorher noch ein Gewinn von 11 Mio. Dollar oder fünf US-Cent je Aktie zu Buche stand.

Ausgenommen außergewöhnlicher Restrukturierungskosten und Einmalfaktoren summiert sich das Minus im jüngsten Quartal auf 108 Mio. Dollar oder 48 US-Cent je Aktie, womit das Minus deutlich niedriger ausfiel, als am Markt erwartet. Analysten hatten im Vorfeld nur mit Einnahmen von 538 Mio. Dollar sowie mit einem Nettoverlust von 76 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: SanDisk

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...