Salesforce.com will SAP als größter Unternehmenssoftwareanbieter ablösen

Cloud-Software

Montag, 7. April 2014 14:31
Salesforce.com

(IT-Times) - Salesforce.com President und Vice Chairman Keith Block hat in der Vorwoche einen verbalen Angriff gegen das deutsche Softwarehaus SAP gestartet. Salesforce.com will SAP als weltgrößten Anbieter von Unternehmenssoftware ablösen, so die vollmundige Ankündigung von Block im Rahmen der Salesforce1 World Tour in Boston.

Aktuell ist die Walldorfer Softwareschmiede mit seiner Enterprise Ressource Planing (ERP) Software mit Umsätzen von 16,8 Mrd. Euro noch der weltweit drittgrößte Softwarehersteller. Allerdings ist die amerikanische Salesforce.com dem deutschen Softwareunternehmen bereits auf den Fersen. Laut Gartner ist Salesforce.com die erste Cloud-Softwarefirma überhaupt, die im vergangenen Jahr den Sprung unter die Top-10-Softwareanbieter schaffte.

Salesforce.com wächst am schnellsten
Die Äußerungen von Block, einem ehemaligen Oracle-Manager, der im vergangenen Jahr zu Salesforce.com gestoßen war, kommen nicht von ungefähr. Salesforce.com wuchs unter den Top-10-Herstellern im vergangenen Jahr nachweislich am schnellsten. In diesem Jahr dürfte der Salesforce-Umsatz erstmals die Umsatzmarke von 5,0 Mrd. US-Dollar überschreiten. Analystenhäuser aus dem Hause Pacific Crest glauben, dass Salesforce.com (NYSE: CRM, WKN: A0B87V) auch in den nächsten Jahren um rund 30 Prozent jährlich wachsen wird.

Wie das Unternehmen dieses ehrgeizige Ziel erreichen will, deutete Salesforce.com ebenfalls in der Vorwoche an. Mit der neuen New Industries Business will der Cloud-Spezialist mehr vertikale und industriespezifische Lösungen anbieten.

Salesforce.com goes vertikal - weitere Zukäufe erwartet
Dabei sollen insbesondere sechs vertikale Industriebereiche wie die Finanz- und Versicherungswirtschaft, Gesundheit und Wissenschaft, der Handel und die Konsumgüterindustrie, sowie die Kommunikations- und Media-Industrie als auch der öffentliche Sektor und die herstellende Industrie im Vordergrund stehen.

Neben der Fokussierung auf sechs vertikale Märkte, will Salesforce.com auch durch organische Weiterentwicklung, Partnerschaften oder - wie in der Vergangenheit bereits geschehen - durch Akquisitionen. Damit scheint klar: Salesforce.com wird auch weiterhin auf ausgesuchte Zukäufe setzen, um sein Geschäft auszubauen.

SAP gibt sich gelassen
Bei SAP gibt man sich derweil gelassen auf den Vorstoß von Salesforce.com. Gegenüber der PC World verwies der deutsche Softwarekonzern auf die Zahl der Cloud Application Nutzer. Hier ist SAP mit über 35 Millionen Anwendern in der SAP Cloud die Nummer eins.

Kurzportrait

Salesforce.com, gegründet im Februar 1999 und ansässig in San Francisco, sieht sich selbst als führender Anbieter von Kunden-Management-Lösungen (Customer Relationship Management). Das Unternehmen bietet Cloud-basierte CRM-Lösungen an, welche als vergleichsweise kostengünstiger gelten, als traditionelle Kunden-Management-Lösungen.

Die von Salesforce.com angebotene Software soll es Firmenkunden ermöglichen, Kundendaten effektiv zu sammeln und für Marketingzwecke bzw. zur Vertriebsoptimierung zu nutzen. Salesforce.com erzielt seine Umsätze im Wesentlichen aus zwei Einnahmequellen: Abo-Dienste und weiterreichenden Support. Nutzer der Web-basierten Software zahlen an die Gesellschaft Abo-Gebühren, um Zugang zu den On-Demand-Services von Salesforce.com zu erhalten.

Insgesamt bietet Salesforce.com drei verschiedene Produktpakete an, welche auf verschiedene Anforderungen der Unternehmen zugeschnitten sind. Zu den Kunden von Salesforce.com zählen neben Cisco und Dell auch der Medienkonzern Time Warner, DuPont sowie Nokia, Merrill Lynch und Wachovia. Insgesamt betreut das Unternehmen mehr als 100.000 Firmenkunden.

Im Dezember 2000 gründete das Unternehmen gemeinsam mit dem japanischen Unternehmen SunBridge das Joint Venture Kabushiki Kaisha Salesforce.com, wobei Salesforce.com Ende 2010 die Einheit vollständig übernahm. Mitte 2007 ging das Unternehmen eine umfangreiche Kooperation mit dem US-Suchmaschinenspezialisten Google ein. Gemeinsam mit dem Virtualisierungsspezialisten VMware betreibt Salesforce.com die Plattform VMforce. Im Frühjahr 2010 verstärkte sich Salesforce.com durch die Übernahme des Cloud-Spezialisten Jigsaw. Im Herbst 2010 wurde zudem der Messaging-Spezialist Activa Live übernommen. Auch in 2011 setzte Salesforce.com seinen aggressiven Expansionskurs weiter fort. Nach der Übernahme von Heroku und Dimdim, kaufte Saleforce.com Ende März den Social-Media-Spezialisten Radian6. Mit Rypple und Assistly kaufte Salesforce.com weitere Firmen auf. Anfang 2012 rief Salesforce.com mit Desk.com einen neuen Support-Dienst ins Leben, zudem wurden mit Buddy Media und GoInstant weitere Zukäufe abgeschlossen. In 2013 setzte Salesforce.com seine Einkaufstour weiter fort und schluckte mit Clipboard und ExactTarget weitere Firmen. Im Frühjahr 2014 schuf Salesforce.com mit New Industries Business einen neuen Geschäftsbereich.

Firmengründer und CEO Marc Benioff hielt in der Vergangenheit etwa 30 Prozent der Anteile an Salesforce.com.

Zahlen

Für das vergangene Januarquartal meldet Salesforce.com einen Umsatzsprung um 37 Prozent auf 1,15 Mrd. US-Dollar. Die Subscription- und Support-Erlöse zogen ebenfalls um 37 Prozent 1,08 Mrd. US-Dollar an, während das Geschäft mit Professional Services um 43 Prozent auf 70 Mio. Dollar kletterte. Im jüngsten Quartal entstand zunächst ein Verlust von 19 US-Cent je Aktie, wobei Salesforce.com einen bereinigten Nettogewinn (Non-GAAP) von sieben US-Cent je Aktie ausweisen konnte. Analysten hatten in diesem Zusammenhang mit Einnahmen von 1,13 Mrd. US-Dollar sowie mit einem Nettogewinn von sechs US-Cent je Aktie gerechnet.

Im jüngsten Quartal konnte Salesforce.com einen positiven Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit in Höhe von 271 Mio. Dollar erwirtschaften, ein Rückgang von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt stand für das abgelaufene Fiskaljahr 2014 ein Cashflow von 875 Mio. Dollar zu Buche, ein Zuwachs von 19 Prozent gegenüber 2013. Dabei konnte der Cloud-Spezialist das Jahr mit Barreserven von 1,32 Mrd. Dollar beenden.

Meldung gespeichert unter: Software-as-a-Service (SaaS)

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