Salesforce.com goes Europe - neue Datenzentren geplant

Europa soll seine eigene Salesforce Cloud bekommen

Donnerstag, 28. August 2014 12:47
Salesforce.com

(IT-Times) - Der SAP-Rivale Salesforce.com will in Europa stärker Fuß fassen. Hierfür will das Unternehmen in den nächsten 18 Monaten in der Region drei neue Datenzentren eröffnen. Damit reagiert der weltgrößte Cloud-Spezialist auf die Sicherheitsbedenken der europäischen Kunden.

Vor allem in Deutschland tat sich Salesforce.com zuletzt schwer, fürchten Unternehmen nach der Spionage-Attacke auf Angela Merkel und den Enthüllungen des Ex-NSA-Mitarbeiters Edward Snowden von US-Behörden ausspioniert zu werden. Auch die Gesetze zum Schutz der Privatsphäre sind in Europa und in Deutschland strikter als in den USA. Darüber hinaus sieht sich Salesforce.com in Deutschland einer starken Marktstellung von SAP gegenüber.

Salesforce.com nimmt Deutschland stärker ins Visier
Salesforce.com (NYSE: CRM, WKN: A0B87V) hat jedoch bereits Maßnahmen ergriffen, um diese Probleme anzugehen. In Deutschland ist der Cloud-Softwareanbieter auf der Suche nach geeigneten Übernahmekandidaten, zudem wurde eine Kooperation mit der Deutschen Telekom geschlossen, um ein Rechenzentrum zu eröffnen.

Damit soll auch Deutschland seine eigene Salesforce Cloud bekommen. Die Daten in der Cloud wären dann vom Zugriff der NSA geschützt, da die US-Agentur keinen Zugriff auf eine Cloud außerhalb der USA hat.

Salesforce.com wandelt auf den Spuren von LinkedIn
Darüber hinaus will Salesforce.com mit neuen Services Kunden locken. So stellte der Cloud-Spezialist mit der Salesforce1 jüngst einen neuen Social Network Service für Firmenkunden vor. Über die Community Cloud können Firmen ihre eigenen Social Networks errichten und so Kontakte mit Lieferanten und Konsumenten pflegen.

Mit diesem Schachzug expandiert Salesforce.com in einem Bereich (Enterprise Social Networking), der bislang von Unternehmen wie Yammer und Jive Software abgedeckt wurde. Dieses Markt erreichte schon im Vorjahr ein Volumen von 2,4 Mrd. US-Dollar und soll nach IDC-Angaben bis 2018 auf 3,5 Mrd. US-Dollar klettern.

Die Preise für die neue Lösung beginnen ab 500 US-Dollar im Monat. Aktuell werden rund 2.000 Social Networks durch die Technik unterstützt, heißt es bei Salesforce1 Community Managerin Lisa Hammitt.

Salesforce.com hebt Umsatzprognose an
Ob Salesforce.com mit dieser Lösung weitere Kunden locken kann, wird sich zeigen. Für das laufende Fiskaljahr 2015 hat Salesforce.com seine Umsatzprognose schon mal um 170 Mio. Dollar angehoben. Die Börse ist begeistert, Salesforce-Aktien markierten zuletzt ein 3-Monatshoch bei knapp 60 US-Dollar.

Kurzportrait

Die im Februar 1999 gegründete und in San Francisco ansässige Salesforce.com sieht sich selbst als führender Anbieter von Kunden-Management-Lösungen (Customer Relationship Management). Das Unternehmen bietet Cloud-basierte CRM-Lösungen an.

Die von Salesforce.com angebotene Software soll es Firmenkunden ermöglichen, Kundendaten effektiv zu sammeln und für Marketingzwecke bzw. zur Vertriebsoptimierung zu nutzen. Salesforce.com erzielt seine Umsätze im Wesentlichen aus zwei Einnahmequellen: Abo- und Support-Dienste. Nutzer der Web-basierten Software zahlen an die Gesellschaft Abo-Gebühren, um Zugang zu den On-Demand-Services von Salesforce.com zu erhalten.

Zu den Kunden von Salesforce.com zählen neben Cisco und Dell auch der Medienkonzern Time Warner, DuPont sowie Nokia, Merrill Lynch und Wachovia. Insgesamt betreut das Unternehmen mehr als 100.000 Firmenkunden.

Im Dezember 2000 gründete das Unternehmen gemeinsam mit dem japanischen Unternehmen SunBridge das Joint Venture Kabushiki Kaisha Salesforce.com, wobei Salesforce.com Ende 2010 die Einheit vollständig übernahm. Gemeinsam mit dem Virtualisierungsspezialisten VMware betreibt Salesforce.com die Plattform VMforce. Im Frühjahr 2010 verstärkte sich Salesforce.com durch die Übernahme des Cloud-Spezialisten Jigsaw.

Im Herbst 2010 wurde der Messaging-Spezialist Activa Live übernommen. Auch in 2011 setzte Salesforce.com seinen aggressiven Expansionskurs weiter fort. Nach der Übernahme von Heroku und Dimdim, kaufte Saleforce.com den Social-Media-Spezialisten Radian6. Anfang 2012 rief Salesforce.com mit Desk.com einen neuen Support-Dienst ins Leben, zudem wurden mit Buddy Media und GoInstant weitere Zukäufe getätigt. In 2013 setzte Salesforce.com seine Einkaufstour weiter fort und schluckte mit Clipboard und ExactTarget weitere Firmen. Im Frühjahr 2014 schuf Salesforce.com mit New Industries Business einen neuen Geschäftsbereich.

Firmengründer und CEO Marc Benioff hielt in der Vergangenheit etwa 30 Prozent der Anteile an Salesforce.com.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: Cloud Computing

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