Salesforce.com auf der Überholspur - traditionelle Softwarefirmen haben das Nachsehen

Dienstag, 25. Mai 2010 13:53
Salesforce.com

(IT-Times) - US-Softwarespezialisten Salesforce.com (NYSE: CRM, WKN: A0B87V) bleibt weiter auf der Überholspur. Auch im jüngsten Quartal konnte das Unternehmen unter dem Strich 4.800 neue Firmenkunden für sein Cloud-basiertes Service- und Softwareangebot hinzugewinnen - ein neuer Rekord.

Immer mehr Unternehmen erkennen die Vorteile, die mit Cloud Computing Lösungen verbunden sind. Weniger Wartungskosten in Verbindung mit einem schnellen Zugang zu stets aktuellen Anwendungen gewährleisten einen reibungslosen Geschäftsablauf. Kaum ein Wunder, dass sich bereits Unternehmen wie Dell und die Japan Post für Salesforce.com entschieden haben.

Salesforce.com gewinnt weiter Marktanteile - Wachstumsmotor Asien
Nach Meinung von Marktbeobachtern und Analysten gewinnt Salesforce.com mit seinem kosteneffektiven Geschäftsmodell zunehmend Marktanteile zu Lasten der traditionellen Softwarehersteller. Branchenschwergewichte wie Microsoft fühlen sich zunehmend durch Salesforce.com bedroht und versuchen mit Patentklagen den Vormarsch des Innovators und Herausforderers aufzuhalten.

Doch dies dürfte kaum mehr möglich sein, zu groß ist inzwischen der Vorsprung des CRM-Spezialisten aus San Francisco. Nachdem das Unternehmen bereits im Vorjahr die Umsatzmarke von einer Mrd. US-Dollar geknackt hat, trauen Analysten dem Unternehmen auch in den nächsten Jahren weiter zweistellige Zuwachsraten hinzu.

Ein besonders hohes Wachstumspotential scheint sich für Salesforce.com in Asien aufzutun. Allein 400 neue Kunden gewann Salesforce.com im jüngsten Quartal allein in der Region Asien-Pazifik. Der Umsatz in dieser Region wuchs im jüngsten Quartal um 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Kundenbasis in Asien wuchs um 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wobei nunmehr 7.400 Organisationen und Unternehmen aus Asien auf Salesforce-Lösungen setzen. Asien ist damit der eigentliche Wachstumsmotor im Unternehmen.

Salesforce.com erschließt sich ein neues Marktsegment
Um das Wachstum weiter zu forcieren, hat sich Salesforce.com in der Vorwoche durch eine Übernahme verstärkt. 142 Mio. US-Dollar ließ sich Salesforce.com die Übernahme von Jigsaw kosten, ein Unternehmen, welches zuletzt bereits mehr als 800 Firmenkunden betreute. Die strategische Übernahme bedeutet gleichzeitig den Einstieg in den Markt für Cloud-basierte Geschäfts- und Kontaktdaten, der auf drei Mrd. US-Dollar taxiert wird.

Mit dem Zukauf erschließt sich Salesforce.com aber nicht nur einen völlig neuen Markt, sondern auch ein neues Absatzpotential für seine Cloud-basierten Lösungen wie Service Cloud 2, die bereits bei über 8.000 Unternehmen im Einsatz ist…

Kurzportrait

Salesforce.com, gegründet im Februar 1999 und ansässig in San Francisco, sieht sich selbst als führender Anbieter von Kunden-Management-Lösungen (Customer Relationship Management). Das Unternehmen bietet so gehostete CRM-Lösungen an, welche als vergleichsweise kostengünstiger gelten, als traditionelle Kunden-Management-Lösungen. Der Service der Gesellschaft kann sowohl von einem herkömmlichen PC, als auch von Handys oder Handheld-Computern aufgerufen werden

Die von Salesforce.com angebotene Software soll es Firmenkunden ermöglichen, Kundendaten effektiv zu sammeln und für Marketingzwecke bzw. zur Vertriebsoptimierung zu nutzen. Salesforce.com erzielt seine Umsätze im Wesentlichen aus zwei Einnahmequellen: Abo-Dienste und weiterreichenden Support. Nutzer der Web-basierten Software zahlen an die Gesellschaft Abo-Gebühren, um Zugang zu den On-Demand-Services von Salesforce.com in Anspruch zu nehmen.

Insgesamt bietet Salesforce.com drei verschiedene Produktpakete an, welche auf verschiedene Anforderungen der Unternehmen zugeschnitten sind. So ist die Enterprise-Edition vornehmlich auf große Gesellschaften zugeschnitten und verfügt damit über weit reichende Features, während die Professional-Edition vor allem auf mittlere und kleine Firmenkunden zugeschnitten ist. Die Team-Edition zielt hingegen vornehmlich auf kleine Unternehmen ab. Zu den Kunden von Salesforce.com zählen neben Cisco und Dell auch der Medienkonzern Time Warner, DuPont sowie Nokia, Merrill Lynch und Wachovia. Insgesamt betreut das Unternehmen derzeit mehr als 77.000 Firmenkunden.

Im Dezember 2000 gründete das Unternehmen gemeinsam mit dem japanischen Unternehmen SunBridge das Joint Venture Kabushiki Kaisha Salesforce.com, wobei Salesforce.com zuletzt 67 Prozent der Anteile an dem Joint Venture hielt. Mitte 2007 ging das Unternehmen eine umfangreiche Kooperation mit dem US-Suchmaschinenspezialisten Google ein. Gemeinsam mit dem Virtualisierungsspezialisten VMware betreibt Salesforce.com die Plattform VMforce. Im Frühjahr 2010 verstärkte sich Salesforce.com durch die Übernahme des Cloud-Spezialisten Jigsaw.

Firmengründer und CEO Marc Benioff hielt in der Vergangenheit etwa 30 Prozent der Anteile an Salesforce.com.

Zahlen

Für das vergangene erste Fiskalquartal 2011 meldet Salesforce.com einen Umsatzanstieg um 24 Prozent auf 376,8 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 304,9 Mio. Dollar im Jahr vorher. Dabei musste das Unternehmen einen Gewinn beim Nettogewinn um vier Prozent auf 17,7 Mio. Dollar oder 13 US-Cent je Aktie hinnehmen, nach einem Profit von 18,4 Mio. Dollar oder 15 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen wie Aktienkompensationskosten konnte Salesforce.com einen Nettogewinn von 30 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen der Analysten erfüllen. Diese hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 367,9 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 30 US-Cent je Aktie gerechnet.

Mit ein Grund für den Gewinnrückgang war der starke Anstieg der operativen Kosten. Diese kletterten um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 272,2 Mio. Dollar. Die Vertriebskosten zogen um 16 Prozent auf 71,6 Mio. Dollar an.

Meldung gespeichert unter: Salesforce.com

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