RIMs unbeeindruckendes Rekordquartal

Freitag, 13. April 2007 00:00

(IT-Times) Nach eher unbeeindruckenden Zahlen des kanadischen Handheld-Spezialisten Research In Motion (Nasdaq: RIMM<RIMM.NAS>, WKN: 909607<RI1.FSE>) gerieten die Papiere deutlich unter Abgabedruck und verloren mehr als acht Prozent an Wert. Im Analystenlager ist man hingegen weitgehend der Ansicht, dass der jüngste Kurseinbruch in die Kategorie Gewinnmitnahmen fällt.

Zeichen stehen weiter auf Wachstum

Denn RIM konnte einmal mehr Rekordzahlen präsentieren und im jüngsten Quartal mehr Kunden gewinnen als zunächst prognostiziert. Zwar verwiesen Analysten der Deutschen Bank auf die sich aufbauenden Lagerbestände (250.000 Einheiten), doch scheint die Nachfrage nach BlackBerrys insbesondere in den Ländern Lateinamerikas und Asiens weiterhin ungebrochen. Seit Ende des Fiskaljahres 2006 habe man allein in Lateinamerika 40 Carrier als Vertriebspartner gewinnen können, so die Kanadier. Allein im jüngsten Quartal kamen zehn weitere Carrier hinzu.

Auch das Momentum in Indien sei weiter stark, heißt es aus dem RIM-Management. Der Carrier Bharti Airtel habe in den letzten Quartalen eine Reihe von neuen Produkten vorgestellt, während auch Hutch India ebenfalls seit kurzem dem BlackBerry im Angebot habe.

Analysten sehen dann auch die zunehmende Konkurrenz aus dem Hause Palm, Samsung, Motorola und Apple (iPhone) nicht als grundsätzlich gefährlich für den weiteren Wachstumskurs der Kanadier an. Paradigm Capital-Analyst Barry Richards verweist auf einige Schlüsselvorteile des BlackBerrys. Durch den Umstand, dass die Kanadier das Produkt im eigenen Haus fertigen, könne das Unternehmen Kostenvorteile realisieren. Während der durchschnittliche Verkaufspreis für den BlackBerry bei rund 350 Dollar liege, liegt der Durchschnittspreis der vergleichbaren Palm-Produkte bei knapp unter 500 Dollar, argumentiert Richards.

Im Hause Oppenheimer sieht man noch einen weiteren Vorteil für die Kanadier. Der BlackBerry sei inzwischen sehr populär bei den Unternehmen und ist darüber hinaus auch leicht bedienbar, meint Oppenheimer-Analyst Lawrence Harris. Der Schlüssel sei, dass RIM nicht nur ein Gerät verkaufe, sondern eine Gesamtlösung, so Harris.

Kurzportrait

Die im Jahre 1984 in Waterloo/Kanada gegründete Research In Motion (RIM) gilt heute als einer der führenden Anbieter von drahtlosen Kommunikationslösungen. Das im kanadischen Ontario ansässige Unternehmen konnte sich vor allem durch seinen Email-Pushservice BlackBerry einen Namen nicht nur in Nordamerika machen. Mit BlackBerry können Nutzer an einen beliebigen Ort Emails empfangen, bearbeiten und versenden. RIMs kleines Kommunikationswunder wird derzeit bereits von mehr als 50.000 Organisationen und mehr als acht Mio. Kunden in über 100 Ländern weltweit eingesetzt. Durch neue Produkte (BlackBerry Pearl, BlackBerry 8800) will das Unternehmen auch von neuen und schnellen Mobilfunknetzstandards profitieren und seine Marktposition entsprechend sichern. Nach der Expansion in europäische und asiatisch-pazifischen Märkte, will das Unternehmen vor allem in China und Indien weiter wachsen. Durch ein Abkommen mit der ägyptischen Orascom Holdings ist RIM auch in den Märkte des Mittleren Ostens präsent. Durch Kooperationen mit zahlreichen ausländischen Partnern geht die Internationalisierung weiter. Im Mittelpunkt der Expansionsbemühungen stand zuletzt nicht nur Europa, sondern insbesondere auch Asien. Im Frühjahr 2006 verstärkten sich die Kanadier durch die Übernahme des kalifornischen Softwarespezialisten Ascendent Systems.

Neben dem Handheld-Computer BlackBerry bietet das Unternehmen aber auch PC-Steckkarten für Laptops und PDAs an. Entsprechende Softwarelösungen rund um die Hardware ergänzen das Produktportfolio der Kanadier. RIM vertreibt seine Produkte sowohl direkt an Herstellerfirmen, als auch über ein Händlernetz und Carrier wie Hutchison Telecommunications, Cingular, und Motient. Zu den namhaften Vertriebspartnern zählen neben AT&T Wireless, auch T-Mobile, Vodafone und Nextel. Zu den Kunden der Kanadier zählen darüber hinaus Technologiefirmen wie AT&T, Dell, Intel, Panasonic und IBM. Das RIM-Führungsduo bestehend aus Jim Balsillie und Mike Lazaridis hält etwa 20 Prozent der Anteile an der Gesellschaft.

Zahlen

Für abschließende vierte Fiskalquartal 2007 meldet RIM einen Umsatzsprung von 66 Prozent auf 930,4 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 561,2 Mio. Dollar im Jahr vorher. RIM konnte in diesem Zusammenhang 1,02 Mio. neue BlackBerry-Abonnenten hinzu gewinnen, so dass die Kundenzahl auf nunmehr acht Mio. BlackBerry-Nutzer stieg.

Dabei erwirtschafteten die Kanadier einen Nettogewinn von 187,9 Mio. Dollar oder 99 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 18,4 Mio. Dollar oder zehn US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Analysten hatten diesbezüglich aber mit Einnahmen von 935,4 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 1,00 Dollar je Aktie kalkuliert.

Für das somit abgeschlossene Fiskaljahr 2007 meldet RIM einen Umsatzanstieg auf 3,04 Mrd. Dollar, was einem Plus von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei zog der Gewinn auf 634,5 Mio. Dollar oder 3,33 Dollar je Aktie an, nach einem Profit von 382,1 Mio. Dollar oder 1,96 Dollar je Aktie im Jahr vorher. Insgesamt konnte RIM das Fiskaljahr mit Barreserven von 1,4 Mrd. Dollar abschließen.

Markt und Wettbewerb

Nach Meinung von Marktbeobachtern wird sich der Wettbewerb mit der Einführung von schnellen Übertragungsstandards (GPRS, CDMA) deutlich verschärfen. Nicht nur traditionelle PDA-Hersteller wie Palm werden durch neue Produkte Push-Email ermöglichen, sondern auch Mobilfunkspezialisten wie Nokia und Motorola (Q) sind inzwischen mit eigenen Produkten in diesem Markt präsent.

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