Research In Motion will Margen-Schwund stoppen

Montag, 29. Dezember 2008 12:56
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(IT-Times) Trotz aktueller Wirtschafts- und Finanzkrise konnte der BlackBerry-Hersteller Research In Motion (Nasdaq: RIMM, WKN: 909607) zuletzt noch einmal mit einem optimistischen Ausblick aufwarten.

Dank neuer Produkte, wie dem Touchscreen-Smartphone BlackBerry Storm, will der kanadische Hersteller im laufenden Februarquartal zwischen 7,8 und 8,0 Geräte zur Auslieferung bringen. Dank neuer Premium-Produkte soll auch der durchschnittliche Verkaufspreis wieder auf 370 Dollar anziehen, nachdem dieser zuvor auf 337 Dollar gesunken war.

RIM verspricht stabile Margen für 2010
Für Irritationen sorgten zuletzt allerdings die deutlich rückläufigen Gewinnmargen, die auch im laufenden vierten Fiskalquartal weiter sinken werden. An dieser Stelle stellt RIM Bruttomargen zwischen 40 und 41 Prozent in Aussicht, nachdem RIM im Vorquartal noch Margen von 46 Prozent und in den Vorjahren noch Margen von 50 Prozent vorweisen konnte.

Doch auch an diesem Punkt will RIM nachbessern und seine Margen im anstehenden Fiskaljahr stabilisieren. Im Fiskaljahr 2010 können Aktionäre und Investoren mit Bruttomargen im niedrigen 40%igen Prozentbereich rechnen, verspricht der Smartphone-Hersteller.

Auch Genuity Capital Markets Analyst Deepak Chopra sieht die Entwicklung von RIM positiv. RIM gewinne mit seinen BlackBerry-Modellen weiterhin Marktanteile zu Lasten anderer Mobilfunkprodukte, meint Chopra. Doch mit Apples 3G-iPhone ist jüngst ein ernstzunehmender Konkurrent zumindest im Markt für Privatkunden aufgetaucht.

BlackBerry Storm mit Anlaufschwierigkeiten
Wie eine jüngste ChangeWave-Umfrage unter über 3.800 Smartphone-Nutzern zeigt, hat Apple seinen Marktanteil allein seit September um sechs Prozentpunkte ausbauen können und ist den Kanadiern bereits dicht auf den Fersen. Auch beim Marktdebüt des BlackBerry Storm, dem ersten Touchscreen-Smartphone der Kanadier, verlief nicht alles glatt. Kunden berichten in diversen Foren über verschiedene Bugs und Ausfälle, sowie Schwierigkeiten mit der Bedienung des Smartphones.

Marktbeobachter glauben, dass RIM sein Flagschiffprodukt noch pünktlich zum Weihnachtsgeschäft in den Handel bringen wollte, um das lukrative Feiertagsgeschäft nicht zu versäumen, obwohl das Produkt noch nicht 100%ig ausgereift war. Aus diesem Grunde rechnen Technikexperten damit, dass RIM im Softwarebereich nochmals nachlegen wird, um die Kinderkrankheiten zu beheben. Sollte den Kanadiern dies innerhalb kurzer Zeit gelingen, dürfte auch das Fiskaljahr 2010 als ein weiteres Wachstumsjahr in die Annalen der Kanadier eingehen…

Kurzportrait

Die im Jahre 1984 in Waterloo/Kanada gegründete Research In Motion (RIM) gilt heute als einer der führenden Anbieter von Smartphones. Das im kanadischen Ontario ansässige Unternehmen konnte sich durch seinen Email-Pushservice BlackBerry einen Namen nicht nur in Nordamerika machen. Mit dem BlackBerry können Nutzer an einen beliebigen Ort Emails empfangen, bearbeiten und versenden. RIMs kleines Kommunikationswunder wird derzeit bereits von mehr als 500.000 Organisationen und mehr als 21 Mio. Kunden in über 150 Ländern weltweit eingesetzt. Durch neue Produkte (BlackBerry Storm, BlackBerry Bold, BlackBerry Pearl Flip) will das Unternehmen auch von neuen und schnellen Mobilfunknetzstandards profitieren und seine Marktposition entsprechend sichern. So brachte das Unternehmen mit dem BlackBerryStorm im Jahr 2008 sein erstes Touchscreen-Smartphone auf den Markt.

Nach der Expansion in europäische und asiatisch-pazifische Märkte, will das Unternehmen vor allem in China und Indien weiter wachsen. Durch ein Abkommen mit der ägyptischen Orascom Holdings ist RIM auch in den Märkten des Mittleren Ostens präsent. Durch Kooperationen mit zahlreichen ausländischen Carrier-Partnern geht die Internationalisierung weiter. Im Mittelpunkt der Expansionsbemühungen stand zuletzt nicht nur Europa, sondern insbesondere auch Asien. Im Frühjahr 2006 verstärkten sich die Kanadier durch die Übernahme des kalifornischen Softwarespezialisten Ascendent Systems. Ende 2008 gab RIM die Übernahme des kanadischen Spezialisten Chalk Media bekannt. Zudem hat RIM Pläne offengelegt, die kanadische Certicom übernehmen zu wollen.

Neben dem Handheld-Computer BlackBerry bietet das Unternehmen aber auch PC-Steckkarten für Laptops und PDAs an. Entsprechende Softwarelösungen rund um die angebotene Hardware ergänzen das Produktportfolio der Kanadier. RIM vertreibt seine Produkte sowohl direkt an Herstellerfirmen, als auch über ein Händlernetz und Carrier wie Hutchison Telecommunications, Cingular und Motient. Zu den namhaften Vertriebspartnern zählen neben AT&T Wireless, auch T-Mobile, Vodafone und Sprint Nextel. Zu den Kunden der Kanadier zählen darüber hinaus Technologiefirmen wie AT&T, Dell, Intel, Panasonic und IBM. Das RIM-Führungsduo bestehend aus Jim Balsillie und Mike Lazaridis hielt zuletzt noch eine Minderheitsbeteiligung an der Gesellschaft.

Zahlen

Für das vergangene Novemberquartal meldete Research In Motion (RIM) einen Umsatzsprung um 66,3 Prozent auf 2,78 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 1,67 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Der Gewinn kletterte dabei um sieben Prozent auf 396,3 Mio. Dollar oder 69 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 370,5 Mio. Dollar oder 65 US-Cent je Aktie in der Vorjahresperiode.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein Nettogewinn von 477,3 Mio. Dollar oder 83 US-Cent je Aktie, womit die Kanadier die Gewinnerwartungen der Analysten punktgenau erfüllen konnten. Analysten hatten zuvor mit Einnahmen von 2,82 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 83 US-Cent je Aktie gerechnet.

Wie RIM weiter mitteilt, kletterte die Zahl der BlackBerry-Abonnenten im jüngsten Quartal um 2,6 Mio. Teilnehmer, wobei das Unternehmen 6,7 Mio. Geräte zur Auslieferung bringen konnte. Im jüngsten Quartal stellten die Kanadier drei neue BlackBerrys vor, darunter auch das erste Touchscreen-BlackBerry, welches dem iPhone von Apple Konkurrenz machen soll.

Insgesamt konnte RIM im jüngsten Quartal einen positiven Cashflow in Höhe von 566 Mio. Dollar aus der operativen Geschäftstätigkeit generieren, womit die Barreserven zum Quartalsende auf 2,49 Mrd. Dollar stiegen.

Meldung gespeichert unter: BlackBerry

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