ReneSola erwartet schwieriges Marktumfeld - Produktion soll dennoch kräftig ausgebaut werden

Mittwoch, 2. März 2011 12:47
ReneSola

(IT-Times) - Die Aktien des chinesischen Solar-Wafer- und Moduleherstellers ReneSola (NYSE: SOL, WKN: A0NBAR) gehörten am Vortag mit einem Kursminus von 16,8 Prozent mit zu den Hauptverlierern an der New Yorker Börse.

Das Unternehmen hatte zwar im vergangenen vierten Quartal 2010 mit Rekordumsätzen aufwarten und die Gewinnerwartungen der Wall Street erfüllen können, gleichzeitig warnte Chinas zweitgrößter Solar-Waferhersteller vor einem intensiveren Wettbewerb im laufenden Jahr. Bedingt durch den stärkeren Wettbewerb und sinkende Einspeisevergütungen in einigen europäischen Ländern, erwartet ReneSola im ersten Quartal nur noch Umsatzerlöse von 310 bis 330 Mio. Dollar - Analysten hatten im Vorfeld mit Einnahmen von rund 343 Mio. Dollar kalkuliert.

Steigende Polysilizium-Kosten drücken die Gewinnmarge
Für die zuletzt weiter gesunkenen Bruttomargen macht ReneSola insbesondere höhere Polysilizium-Kosten verantwortlich. Der Rohstoff, der für die Produktion von Solarmodulen benötigt wird, wurde zuletzt knapp, was zu steigenden Preisen geführt hat. Dieser Trend dürfte sich auch im laufenden ersten Quartal weiter fortsetzen.

Solar-Waferhersteller wie ReneSola werden daher gezwungen sein, ihre Preise anzuheben. Branchenbeobachtern zufolge dürften die Preise für Solar-Wafer im März auf 3,7 bis 3,8 US-Dollar pro Wafer klettern, nachdem diese Produkte zuletzt für 3,5 bis 3,6 Dollar am Spot-Markt gehandelt wurden, heißt es aus der Industrie.

Einige Solar-Waferhersteller sollen Kunden aus der Zellindustrie bereits über die Preiserhöhungen informiert haben, wobei einige taiwanische Solar-Waferhersteller inzwischen erste Aufträge abgelehnt haben, da die Produktionskapazitäten ausgeschöpft sind.

ReneSola will eigene Polysilizium-Produktion kräftig ausbauen
ReneSola hat rechtzeitig vorgesorgt und seine eigene Polysilizium-Produktion aufgebaut, wodurch das Unternehmen seine Produktionskosten im Februar auf 45 US-Dollar pro Kilogramm senken konnte. Auch in 2011 will man seine Polysilizium-Produktion auf bis zu 3.500 Metric-Tonnen ausbauen und die Produktionskosten bis Ende 2011 auf 35 Dollar pro Kilo senken, so ReneSola-Chef Xianshou Li. Insgesamt kann man bereits in diesem Jahr 30 Prozent seines Polysilizium-Bedarf durch die Produktion im eigenen Haus decken, heißt es aus dem Unternehmen.

Damit scheint das Unternehmen auch für ein schwieriges Marktumfeld in 2011 gerüstet. Das Unternehmen hat sich 20 langfristige Wafer-Lieferabkommen mit einer Leistung von 1,3 Gigawatt für 2011 sichern können, zudem sollen weitere 350 Mio. Dollar für den Ausbau der Wafer-Produktion von 1,3 auf 1,9 Gigawatt investiert werden.

Neuer Virtus Wafer soll noch in 2011 kommen
Daneben hat ReneSola auch auf der technischen Seite mit der Entwicklung des neuen Virtus Solar-Wafers Fortschritte erzielt. Der neue multikristalline Wafer soll einen Zellwirkungsgrad von 17,5 Prozent ermöglichen, wobei die Pilotproduktion schon im laufenden Jahr anlaufen soll...

Kurzportrait
Die im Jahre 2006 gegründete und im chinesischen Jiashan ansässige ReneSola ist einer der größten Hersteller von Solar-Wafer in China. ReneSola bietet sowohl mono- als auch multikristalline Solar-Wafer in verschiedenen Größen an. Daneben fungiert ReneSola aber auch als Projektentwickler.

Daneben bietet das Unternehmen auch Ingots und Wafer-Verarbeitungsservices für Firmenkunden an. Die Fertigung von Solar-Wafern erfolgt für gewöhnlich in zwei Schritten. Zunächst werden monokristalline Ingots im Rahmen chemischer Prozesse produziert. Anschließend werden die produzierten Ingots durch spezielle Maschinen zu mono- und multikristalline Solar-Wafern verarbeitet. Nach einem speziellen Reinigungsverfahren werden die fertigen Solar-Wafer noch Qualitätstests unterzogen, bevor sie verpackt und zu den Kunden ausgeliefert werden.

Zu den Top-Kunden von ReneSola zählen unter anderem MEMC Singapore Ptd, JA Solar, die deutsche Q-Cells AG, sowie Jetion, Suntech Power, Canadian Solar und die deutsche Schott Solar AG.

Im Dezember 2008 trennte sich ReneSola von seiner 49%igen Beteiligung an dem Spezialisten Linzhou Zhongsheng Semiconductor Silicon Material. Im Mai 2009 übernahm ReneSola 100 Prozent der Anteile an dem Solarspezialisten Wuxi Jiacheng Solar Energy Technology Co (JC Solar). Durch die Übernahme von JC Solar erweiterte ReneSola sein Produktspektrum signifikant. JC Solar, ansässig in Yixing in der chinesischen Provinz Jiangsu, fertigt sowohl Solarzellen als Solarmodule. JC Solar ist noch vergleichsweise jung und hat erst im Oktober 2008 seine Zellproduktion aufgenommen. Die Produktionskapazitäten im Modulbereich sollen in 2011 auf 600 Megawatt ausgebaut werden. Zudem will ReneSola in 2011 die Polysilizium-Produktion im eigenen Haus auf 3.500 Metric-Tonnen erhöhen. Die Produktionskapazitäten im Bereich Solar-Wafer sollen auf 1,9 Gigawatt erhöht werden.

Mitte 2009 erhielt ReneSola die exklusiven Rechte zur Entwicklung eines 150-Megawatt Solarprojekts in in Wuzhong. Die 100%ige ReneSola-Tochter Zhejiang Yuhui Solar Energy Source Co Ltd wird in diesem Zusammenhang rund 4,8 Mrd. Renminbi (RMB) bzw. rund 706 Mio. US-Dollar investieren.

Meldung gespeichert unter: ReneSola

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