Red Hat will Cloud-Betriebssystem der Zukunft stellen

Linux- und Cloud-Services

Mittwoch, 25. September 2013 13:27
Red Hat

(IT-Times) - Ein schwarzer Tag für die Aktionäre des weltgrößten Linux-Distributors Red Hat. Nach einem enttäuschenden Ausblick und schwachen Billings-Zahlen brachen die Papiere an der New Yorker Börse am Vortag unter hohen Umsätzen um rund 12 Prozent ein. Dennoch sehen Analysten das Unternehmen mit seiner Open-Source-Technik langfristig auf den richtigen Weg.

Marktbeobachter führen die schwachen Ergebnisse eher auf Gegenwind in Europa und auf ein schwaches Geschäft mit US-Behörden zurück. Daneben fürchten Marktbeobachter erste Sättigungstendenzen im Linux-Markt, nachdem sich die Industrie rasch in Richtung Cloud-Infrastruktur bewegt.

Zwar ist auch Red Hat (NYSE: RHT, WKN: 923989) mit entsprechenden Speicher- und Virtualisierungsprodukten sowie Cloud Management-Lösungen am Markt aktiv, allerdings sind Angebote wie Red Hat Enterprise Linux OpenStack (RHEL OSP) und die Red Hat Cloud Infrastructure Plattform erst seit dem zweiten Quartal 2013 breitflächig verfügbar.

Red Hat baut auf den Erfolg von OpenStack
Die Hoffnungen von Red Hat ruhen auf der Open-Source Cloud-Plattform OpenStack, die der Linux-Spezialist als Technik-Plattform Firmenkunden schmackhaft machen will. OpenStack hat zahlreiche Unterstützer in der Technikwelt, dazu gehören große Unternehmen wie HP, IBM, RackSpace und natürlich Red Hat.

Allerdings steht Red Hat mit seinem Angebot in direkter Konkurrenz zu VMware und dessen VCloud Software. Bei Red Hat glaubt man trotzdem an die langfristigen Vorteile der Open-Source-Plattform OpenStack, die im Gegensatz zum VMware-Angebot keine Lizenzgebühren verschlingt.

Allerdings sind bei OpenStack die anfänglichen Engineering-Kosten für die Installation und die Inbetriebnahme etwas höher. So ist bei OpenStack erweitertes Fachwissen und Technik-Know-how erforderlich. Diese Nachteile will Red Hat durch ein Bildungs- und Zertifizierungsprogramm für OpenStack mindern. Bei Red Hat jedenfalls sieht man in KVM, RHEL und OpenStack das Cloud Betriebssystem der Zukunft.

Red Hat bringt JBoss Middleware in die Cloud
Daneben nimmt Red Hat die nächste Phase seiner Platform-as-a-Service (PaaS) Strategie in Angriff. So will Red Hat die JBoss Java Enterprise Edition (JEE) Middleware im Rahmen seines OpenShift-Angebots verfügbar machen.

Dadurch soll eine offene Hybrid-Cloud-Plattform entstehen, wodurch JBoss Middleware Techniken in der Cloud via OpenShift als Service zur Verfügung gestellt werden können. Hintergrund dieser Strategie ist es, letztendlich noch mehr Services über die Cloud anbieten zu können.

Kurzportrait

Die im Jahre 1994 von Bob Young und Marc Ewing gegründete Red Hat stieg innerhalb kurzer Zeit zum weltweit führenden Linux-Distributor auf. Verzeichnete die Linux-Gemeinde Anfang der 90er Jahre noch 1,5 Mio. Nutzer, kletterte die geschätzte Zahl der Linux-Anwender zuletzt auf über 61 Millionen (Quelle: LinuxCounter) weltweit. Red Hat vermarktet eine kommerzielle Version des frei verfügbaren Betriebssystems Linux, wobei das Unternehmen insbesondere über den zur Verfügung gestellten Support und Service Einnahmen erwirtschaftet.

Die Internet-Plattform rund um das Red Hat Network spielt im Zusammenhang mit dem Vertrieb eine tragende Rolle. So liefert das Unternehmen über das weltweite Datennetz nicht nur Updates und Patches zu seinen Produkten aus, sondern bietet auch technischen Support und andere Hilfsmittel über das Internet an. Neben der neuesten Version von Red Hat Linux offeriert das Unternehmen auch zahlreiche Angebote für Firmenkunden. Neben Datenbank- und Management-Software stehen vor allem Serversoftware und Embedded Anwendungen für Mobilfunktelefone und Fax-Dienste im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie. Subscription-Einnahmen aus dem Vertrieb des kommerziellen Betriebssystems trugen zuletzt mehr als die Hälfte der gesamten Umsatzerlöse der Gesellschaft.

In den vergangenen Jahren ist das Unternehmen vor allem auch durch zahlreiche Übernahmen gewachsen. Nach der Übernahme des Open-Source Pionier Cygnus im Jahre 2000, folgten im selben Jahr die Übernahme von Hells Kitchen Systems, Bluecurve, WireSpeed Communications, sowie der Zukauf von C2Net. Im Juni 2006 übernahm Red Hat den Open-Source-Softwarehersteller JBoss. Im Frühjahr 2008 wurde der Middleware-Spezialist und IT-Berater Amentra übernommen. Später verstärkte sich Red Hat durch die Übernahme des Virtualisierungsspezialisten Qumranet. Nachdem Ende 2010 der Spezialist Makara übernommen wurde, kaufte Red Hat im Herbst 2011 den Speicherspezialisten Gluster. Ende 2012 kaufte Red Hat den Cloud-Management-Spezialisten ManageIQ und Polymita Technologies.

Heute ist Red Hat mit Hauptsitz in Raleigh mit mehr als 55 Niederlassungen weltweit vertreten und arbeitet mit zahlreichen Technologiefirmen, darunter mit Dell Computer, Intel und vor allem mit IBM zusammen.

Zahlen

Für das vergangene zweite Fiskalquartal 2014 meldet Red Hat einen Umsatzanstieg um 16 Prozent auf 374 Mio. US-Dollar. Die Subscription-Erlöse legten dabei um 17 Prozent auf 327 Mio. US-Dollar zu, wobei sich ohne äußerte Währungseinflüsse ein Zuwachs von 18 Prozent ergeben hätte. Der gesamte Abrechnungsbestand (Billings), der sich aus den Gesamtumsätzen kombiniert aus den Änderungen bei den abgegrenzten Umsätzen ableitet, kletterte nur um acht Prozent auf 376 Mio. Dollar. Analysten hatten an dieser Stelle mit einem Zuwachs von 14 Prozent gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Red Hat

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