Red Hat: OpenStack und Container sorgen für Kurssprung

Open-Source-Software

Dienstag, 23. Dezember 2014 14:15
Red Hat

(IT-Times) - Red Hat-Aktien kletterten zuletzt auf ein neues 10-Jahreshoch bei knapp 70 US-Dollar. Der weltweit führende Linux-Spezialist hatte zuletzt mit sehr guten Zahlen überzeugen können. Im elften Quartal infolge verbuchte der Open-Source-Softwareanbieter ein Wachstum von rund 15 Prozent.

Beeindruckend ist vor allem der Umstand, wie groß inzwischen das Vertrauen in Open Source und Linux ist. Wie Red Hat CEO Tim Whitehurst erklärte, konnte Red Hat (NYSE: RHT, WKN: 923989) im jüngsten Quartal alle Top-25-Deals erneuern. 12 Deals überschritten dabei die Marke von 5,0 Mio. US-Dollar und drei Deals waren größer als 10,0 Mio. US-Dollar - ebenfalls ein neuer Rekord.

Interesse an OpenStack nimmt rasant zu
Weitere Möglichkeiten sieht Red Hat-Chef Whitehurst auch im Geschäft mit OpenStack-Lösungen. Der Linux-Spezialist hatte bereits früh auf die offene Cloud Computing Plattform gesetzt, die inzwischen immer öfter bei Unternehmen zum Einsatz kommt.

Drei der Top-30-Deals umfassen inzwischen eine OpenStack-Komponente, so Whitehurst. Die Marktforscher aus dem Hause 451 Research trauen der Open Source Cloud Computing Plattform in den nächsten Jahren ein kräftiges Wachstum zu. Bis zum Jahr 2016 dürfte das Geschäft rund um OpenStack die Marke von 1,7 Mrd. US-Dollar erreichen, heißt es.

Noch ist das Geschäft verhältnismäßig klein. Der Umsatz im Bereich Application Development und Emerging Technologie kletterte bei Red Hat zuletzt um 45 Prozent auf 62 Mio. US-Dollar und steuerte damit erst 14 Prozent zum Gesamtumsatz bei.

Container bieten große Chancen für Red Hat
Zuversichtlich zeigt sich Whitehurst auch im Bezug auf neue Technologien wie OpenShift und Container. Bei einem Container handelt es sich um eine Technik, die oberhalb einer einzelnen Linux-Instanz sitzt. Anstatt eine Hardware zu virtualisieren, nutzt ein Container bestehende Betriebssysteme, um Apps über ältere Servern auszuliefern.

Der große Vorteil: Container sind sehr viel effizienter als ein Hypervisor, zumindest im Bezug auf die Nutzung der vorhandenen System-Ressourcen. Anwendungen lassen sich einfacher bündeln und ausliefern.

Kooperation mit Docker
Erste Firmen setzen inzwischen auf Docker, einer Open-Source-Plattform, für das Verteilen von Apps. Red Hat hat bereits im Herbst 2013 eine Kooperation mit Docker geschlossen, um die Plattform als Teil von RHEL und OpenShift zu unterstützen.

Mit der kommenden überarbeiteten Version von OpenShift (OpenShift 3.0) wird Red Hat Container und Google Kubernetes unterstützen - damit dürfte Red Hat vom nächsten großen Trend in der Open-Source-Industrie profitieren.

Kurzportrait

Die im Jahre 1994 von Bob Young und Marc Ewing gegründete Red Hat stieg innerhalb kurzer Zeit zum weltweit führenden Linux-Distributor auf. Verzeichnete die Linux-Gemeinde Anfang der 90er Jahre noch 1,5 Mio. Nutzer, kletterte die geschätzte Zahl der Linux-Anwender zuletzt auf über 74 Millionen (Quelle: LinuxCounter) weltweit. Red Hat vermarktet eine kommerzielle Version des frei verfügbaren Betriebssystems Linux, wobei das Unternehmen insbesondere über den zur Verfügung gestellten Support und Service Einnahmen erwirtschaftet. Zum Produktsortiment gehören Red Hat Enterprise Linux, Red Hat JBoss Middleware, Red Hat Enterprise Virtualization und Red Hat Storage Server. Subscription-Einnahmen aus dem Vertrieb des kommerziellen Betriebssystems trugen zuletzt mehr als die Hälfte der gesamten Umsatzerlöse der Gesellschaft.

In den vergangenen Jahren ist Red Hat vor allem auch durch zahlreiche Übernahmen gewachsen. Nach der Übernahme des Open-Source Pionier Cygnus im Jahre 2000, folgten im selben Jahr die Übernahme von Hells Kitchen Systems, Bluecurve, WireSpeed Communications, sowie der Zukauf von C2Net. Im Juni 2006 übernahm Red Hat den Open-Source-Softwarehersteller JBoss. Im Frühjahr 2008 wurde der Middleware-Spezialist und IT-Berater Amentra übernommen. Später verstärkte sich Red Hat durch die Übernahme des Virtualisierungsspezialisten Qumranet. Nachdem Ende 2010 der Spezialist Makara übernommen wurde, kaufte Red Hat im Herbst 2011 den Speicherspezialisten Gluster. Ende 2012 kaufte Red Hat den Cloud-Management-Spezialisten ManageIQ und Polymita Technologies. Nach der Übernahme von Inktank Storage verstärkte sich Red Hat in 2014 durch die Übernahme des OpenStack-Spezialisten eNovance und FeedHenry.

Heute ist Red Hat mit Hauptsitz in Raleigh mit mehr als 55 Niederlassungen weltweit vertreten und arbeitet mit zahlreichen Technologiefirmen, darunter mit Dell Computer, Intel und vor allem mit IBM zusammen.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: Linux

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