RealNetworks meldet sich zurück

Donnerstag, 10. Mai 2007 00:00

(IT-Times) Der amerikanische Streaming-Mediaspezialist RealNetworks (Nasdaq: RNWK<RNWK.NAS>, WKN: 910681<RNW.FSE>) konnte im ersten Quartal 2007 mit positiven Geschäftszahlen überraschen - Umsatz und Gewinn legten erheblich zu und lagen deutlich über den Markterwartungen.

Positiv machte sich im jüngsten Quartal unter anderem die Integration der übernommenen WiderThan bemerkbar. Der Zukauf verhalf der Technologieprodukt-Division zu einem Umsatzsprung auf 44,4 Mio. Dollar - ein Zuwachs von 277 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig lies das Management keinen Zweifel daran, dass man auch künftig an ausgesuchten Übernahmen in diesem Bereich, vor allem in Europa, interessiert sei.

RealNetworks setzt auf Ingame-Werbung

Gleiches gilt für die Spiele-Einheit, die unter anderem vom Zukauf des niederländischen Spezialisten Zylom profitierte. Die Erlöse zogen hier um 28 Prozent an. Der Service RealArcade freut sich offenbar zunehmender Beliebtheit. Mit “Little Shop of Treasures” brachte RealNetworks jüngst ein Spiel auf den Markt, das bislang alle Rekorde in der Geschichte des RealArcade-Services brach.

Als einen großen Zukunftsmarkt erachtet das Management den Bereich für werbefinanzierte Spiele. Bis dato habe man schon 75 Mio. Ingame-Werbeanzeigen ausliefern können, wobei über 5,5 Mio. Nutzer acht Mio. werbefinanzierte Spiele heruntergeladen hätten, so RealNetworks. Zwar dürften zahlende Kunden kurzfristig weiterhin den Großteil des Spieleumsatzes beisteuern, doch langfristig sieht sich RealNetworks hier auf einen anderen Weg. Die Marktforscher aus dem Hause Yankee Group sehen einen Boom für Ingame-Werbung in den nächsten Jahren. Der Markt soll sich bis zum Jahr 2010 auf 700 Mio. US-Dollar verfünffachen.

Preiserhöhung für Rhapsody Unlimited

Auch im Hinblick auf seinen Musik-Service Rhapsody will RealNetworks demnächst Änderungen vornehmen. Inzwischen verzeichnet der Dienst 2,67 Mio. Kunden, nach 2,55 Mio. Nutzer Ende 2006. Rhapsody.com ist mittlerweile zur viertgrößten Musik-Seite in den USA aufgestiegen (Quelle: Nielsen NetRatings), wobei RealNetworks durch neue Programmfeatures seinen Dienst weiter aufwerten will. Diesen Mehrwert will sich das Unternehmen für seinen Service Rhapsody Unlimited künftig besser bezahlen lassen. Der Preis für das Monatsabo soll Mitte des zweiten Quartals von 9,95 auf 12,95 Dollar steigen.

Kurzportrait

RealNetworks, gegründet im Jahre 1995 und ansässig in Seattle, gilt als Pionier in Sachen Streaming-Media-Software. Mit seiner Abspielsoftware RealPlayer revolutionierte das Unternehmen in der Mitte der 90er Jahre den Markt für digitale Multimedia-Inhalte. So konnten Internet-Nutzer Musikstücke, als auch Live-Veranstaltungen mit Hilfe der RealPlayer-Software direkt aus dem weltweiten Datennetz abspielen. Das Softwarewerkzeug RealJukebox sollte die erfolgreiche Abspielsoftware in Sachen Audioinhalte entsprechend ergänzen. Der Erfolg von RealNetworks zog allerdings bald Konkurrenz in Form von anderen Softwareanbietern an. Allen voran den Redmonder Softwareriesen Microsoft, der mit seinem Windows Media Player RealNetworks-Produkte in den Hintergrund drängte. RealNetworks genießt durch seine Pionierleistung jedoch immer noch einen guten Ruf unter den Anwendern, so dass heute mehr als 300 Mio. registrierte Nutzer auf die RealPlayer-Software setzen, um digitale Medieninhalte abzuspielen.

Daneben entwickelt das Unternehmen aber auch Server-Software und andere Technologien, welche die Verbreitung von digitalen Medienhalten auch auf andere Geräte wie Handys und PDAs beschleunigen sollen. Das für Geschäftskunden konzipierte RealSystem bzw. Helix- und RealServer-System versorgt nach Angaben der Gesellschaft den Großteil aller größeren Web-Seiten mit Multimedia-Inhalten. Die Broacasting-Technologie des Unternehmens transferiert wöchentlich mehr als 350.000 Stunden an Sportinformationen, Musik- und Nachrichten über das weltweite Datennetz Internet.

Im Gegensatz zu verschiedenen kostenlosen und durch Werbung finanzierte Tauschbörsen, will RealNetworks mit seinem Musikdienst Rhapsody einen legalen Download-Service etablieren. Das Unternehmen war zuvor durch die Übernahme von Listen.com und dessen Online-Musikdienst Rhapsody in den Besitz dieses Services gelangt. Anschließend übernahm RealNetworks den Spieleentwickler GameHouse, um seinen kostenpflichtigen Spiele-Service RealArcade weiter zu stärken, wobei im Frühjahr 2005 die Übernahme des finnischen Mobilfunk-Spielentwicklers Mr. Goodliving erfolgte. Anfang 2006 kaufte RealNetworks den holländischen Spielentwickler Zylom. Im Herbst 2006 folgte die Übernahme der südkoreanischen WiderThan.

Zu den Kunden des Unternehmens gehören unter anderem SK Telecom, Cingular Wireless LLC und Verizon Wireless. Der Unternehmensgründer und ehemalige Microsoft-Mitarbeiter Rob Glaser hält weiterhin ein Drittel der Anteile an RealNetworks.

Zahlen

Der Umsatz kletterte im vergangenen Märzquartal auf 129,5 Mio. US-Dollar, nach 86,6 Mio. Dollar in 2006. Die Bruttomarge sank allerdings von 69 Prozent in 2006 auf 65 Prozent. Es wurde ein Nettogewinn von 40 Mio. Dollar ausgewiesen, was einem Nettogewinn je Aktie von 22 Cent entspricht. In 2006 belief sich der Nettogewinn auf 24,9 Mio. Dollar bzw. 14 Cent je Aktie.

Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit Einnahmen von 125,3 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 17 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Im Bereich Games wurden 23,9 Mio. Dollar erzielt, was ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent darstellt. Die Musik-Einheit steuerte 34,1 Mio. Dollar zum Umsatz mit bei, in 2006 waren es 18 Prozent weniger. Das Segment Software und Services verbesserte den Umsatz um ein Prozent auf 27 Mio. Dollar. Das Hauptstandbein von RealNetworks bildeten überraschend die Sparten Technology Products und Solutions mit einem Umsatzanteil von 44,4 Prozent und einem Wachstum um 277 Prozent. Dies sei aber auch auf die erfolgte Übernahme des Anbieters WiderThan zurückzuführen, heißt es. Insgesamt konnte RealNetworks das Quartal mit Barreserven von 663 Mio. Dollar beenden. Gleichzeitig genehmigte der Verwaltungsrat ein zusätzliches Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 100 Mio. Dollar.

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