Rambus meldet sich zurück: Lizenzabkommen und neue Märkte im Visier

Speicherchips

Donnerstag, 4. Oktober 2012 13:43
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(IT-Times) - Die Aktien des US-Speicherchipentwicklers Rambus legten Ende September kurzfristig um rund 20 Prozent zu, nachdem ein US-Richter entschieden hat, dass SK Hynix Rambus-Patente verletzt hat.

Allerdings hat der US-Richter Ronald M. Whyte auch festgestellt, dass Rambus etwaige Dokumente vernichtet hat, die im Zusammenhang mit dem Fall von Bedeutung sein könnten. Aus diesem Grunde könnte sich die im Jahre 2009 bereits zugesprochene Schadensersatzsumme von 397 Mio. US-Dollar noch reduzieren.

Nichtsdestotrotz hofft man nunmehr bei Rambus (Nasdaq: RMBS, WKN: 906870), dass der Fall damit abgeschlossen ist und man mit SK Hynix ein entsprechendes Patent-Lizenzabkommen schließen könne. Bereits in den vergangenen Monaten hatte Rambus seine patentierte Speichertechnik erfolgreich an Unternehmen wie nVidia, Broadcom und MediaTek lizenzieren können.

Rambus und Fujitsu schließen 6-Jahresabkommen
Zudem konnte Rambus erst vor wenigen Tagen ein weiteres Lizenzabkommen mit der japanischen Fujitsu unter Dach und Fach bringen.

Im Rahmen des Abkommens kann Fujitsu die patentierte Speichertechnik von Rambus für sechs Jahre in seinen Schaltkreisen (ICs) verwenden. Rambus wird im Gegensatz Lizenzzahlungen auf Basis der ausgelieferten Geräte erhalten. Über finanzielle Details des Deals wurde zunächst nichts bekannt.

Rambus will sich neue Märkte erschließen
Im Februar 2012 gab Rambus bekannt, den Speicherchipspezialisten Unity Semiconductor für rund 35 Mio. US-Dollar kaufen zu wollen. Unity ist im Bereich CMOX-resistente RAM-Technologien aktiv und kombiniert DRAM- mit NAND-Flashspeichertechniken, um die Entwicklung Nichtflüchtiger Speicherzellen und Architekturen voranzutreiben.

Unity hofft einen ersten 1-Terabit-Chip im Jahr 2014 produzieren zu können. Das Unity-Team soll zu Rambus wechseln, womit Rambus weiter in neue Märkte vorstoßen will, nachdem das Unternehmen in jüngsten Zeit seine Fühler in den LED-Bereich und den Markt für Verschlüsselungstechnologien ausgestreckt hat.

Bei Rambus geht man davon aus, dass CMOX-resistente RAM-Speicher eine signifikante Rolle nachdem NAND-Markt spielen werden, sind derartige Speicher kosteneffizienter, verlässlicher und schneller als NAND-Flashspeicher.

Ob sich der Vorstoß und die Investitionen für Rambus auszahlen bleibt abzuwarten. Viele Unternehmen fürchten Rambus aufgrund der langen Liste von Rechtsstreitigkeiten, die viele Firmen davon abhalten könnte, auf Rambus- bzw. Unity-Techniken zu setzen.

Kurzportrait

Die im Jahre 1990 gegründete und im kalifornischen Los Altos ansässige Rambus ist vor allem für seine Speicherchip-Entwicklung Rambus Dynamic Random Access Memory (DRAM) bekannt. Das Unternehmen verfügt inzwischen über mehr als 600 nationale und international anerkannte Patente im Zusammenhang mit Speichertechnologien. Die Kalifornier lizenzieren ihre Speichertechnologie an Chip- und DRAM-Hersteller weltweit und erwirtschaften den Großteil der Einnahmen über Lizenzgebühren. Rambus operiert heute aus zwei wesentlichen Geschäftsbereichen heraus: Semiconductor Business Group (SBG) und New Business Group (NBG).

Gleichwohl entwickelt Rambus aber auch Software und bietet entsprechende Services an. Im Mittelpunkt steht aber die Entwicklung von DRAM-Speichertechnik, die in PCs, als auch in Spielekonsolen zum Einsatz kommt. Zu den Flagschiffprodukten des Unternehmens gehört die XDR, XDR 2, Mobile XDR and RDRAM-Speicherarchitektur und der FlexIO Prozessorbus.

Zu den Lizenzpartnern zählen neben dem weltweit größtem DRAM-Hersteller Samsung, auch Fujitsu, Elpida, Toshiba, NEC, AMD, Fujitsu, Panasonic, Sony, sowie Intel.

Rambus schaffte in Folge einer Reihe von Lizenzabkommen in den 90er Jahren den Aufstieg als vielversprechendes Technologieunternehmen. Schon im Jahre 1992 gründete das Unternehmen mit Rambus Japan eine Zweigstelle im Land der aufgehenden Sonne. Ein Lizenzabkommen mit Intel im Jahre 1996 galt als Meilenstein in der Rambus-Unternehmensgeschichte.

Im Jahre 1997 folgte anschließend der Börsengang an die Technologiebörse Nasdaq. Jahre später expandierte Rambus nach Taiwan, wobei der Speicherspezialist eine weitere Niederlassung in Taipei ins Leben rief. Gleichzeitig lizenzierte Sony Rambus´ DRAM-Technologie für seinen Verkaufsschlager PlayStation 2 (PS2) und PS3.

Meldung gespeichert unter: Rambus

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