Rambus bleibt seiner Strategie treu - erneute Klagewelle gegen Chiphersteller

Donnerstag, 2. Dezember 2010 13:41
Rambus

(IT-Times) - Der US-Speicherchipentwickler Rambus (Nasdaq: RMBS, WKN: 906870) konnte zwar seinen Umsatz im jüngsten Quartal um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern, blieb aber insgesamt weiter in der Verlustzone.

Rambus führt die schwächere Geschäftsentwicklung auf ausgebliebene Lizenzverträge zurück, von denen Rambus ausging, dass diese erneuert werden. Die Verhandlungen würden andauern und Rambus-Chef Harold Hughes gab sich Ende Oktober noch zuversichtlich, dass diese Gespräche erfolgreich in ein Lizenzabkommen münden werden.

Dies war bislang nicht der Fall, so dass sich Rambus nunmehr für eine Offensive entschied. Am Vortag reichte Rambus erneut eine Patentklage gegen Broadcom, nVidia und weitere Chiphersteller wie Freescale Semiconductor, LSI und STMicroelectronics ein. Im Mittelpunkt der Klage stehen Patente im Zusammenhang mit DRAM-Technologien und Speicher-Controllern. Sollte Rambus mit seiner Klage bei der U.S. International Trade Commission (ITC) Erfolg haben, droht den verklagten Chiphersteller ein Verkaufs- bzw. Importverbot betroffener Produkte.

Separat reichte Rambus auch eine Zivilklage gegen Broadcom, Freescale, LSI, Nvidia, MediaTek und STMicroelectronics ein, um Schadensersatzzahlungen von den Chipherstellern einzufordern. Sollte die IDC tatsächlich eine Patentverletzung von Seiten der Chiphersteller feststellen, erwarten Marktbeobachter eine außergerichtliche Einigung, von der Rambus durch weitere Lizenzverträge profitieren könnte.

Rambus nimmt LCD TV-Markt ins Visier
Um seine Umsatzbasis zu erweitern will Rambus verstärkt auch auf anderen Märkten aktiv werden. Wie der Branchendienst DigiTimes meldet, will Rambus mit seiner MicroLens-Technik den Markt für LCD TV Fernseher mit Hintergrundbeleuchtung ins Visier nehmen.

Die entsprechende Technik von Rambus soll im Jahr 2011 in der Massenproduktion zum Einsatz kommen, wobei die Technologie insbesondere die Zahl der benötigten LEDs für ein LCD-TV-Gerät signifikant reduzieren soll. Für einen 40-Zoll großen LCD-TV-Fernseher sollen beispielsweise nur noch 142 LEDs notwendig sein, statt bislang 240 Einheiten, verspricht Rambus. Durch den Einsatz der neuen MicroLens-Technik sollen gleichzeitig sinkende Material- und Produktionskosten für die herstellende Industrie einhergehen, verspricht der Speicherchipentwickler - ob sich die Hersteller angesichts der erneuten Klagewelle aber von Rambus locken lassen, bleibt abzuwarten...

Kurzportrait

Die im Jahre 1990 gegründete und im kalifornischen Los Altos ansässige Rambus ist vor allem für seine Speicherchip-Entwicklung Rambus Dynamic Random Access Memory (RDRAM) bekannt. Das Unternehmen verfügt inzwischen über mehr als 600 nationale und international anerkannte Patente im Zusammenhang mit Speichertechnologien. Die Kalifornier lizenzieren ihre Speichertechnologie an Chip- und DRAM-Hersteller weltweit und erwirtschaften den Großteil der Einnahmen über Lizenzgebühren. Gleichwohl entwickelt Rambus aber auch Software und bietet entsprechende Services an. Im Mittelpunkt steht aber die Entwicklung von DRAM-Speichertechnik, die in PCs, als auch in Spielekonsolen zum Einsatz kommt. Zu den Lizenzpartnern bzw. Lizenzkunden, welche auf Rambus-Technologie setzen, zählen neben dem weltweit größtem DRAM-Hersteller Samsung, auch Fujitsu, Elpida, Hynix, Toshiba, NEC, AMD, Fujitsu, nVidia, Panasonic, Sony, sowie Intel.

Rambus schaffte in Folge einer Reihe von Lizenzabkommen in den 90er Jahren den Aufstieg als vielversprechendes Technologieunternehmen. Schon im Jahre 1992 gründete das Unternehmen mit Rambus Japan eine Zweigstelle im Land der aufgehenden Sonne. Ein Lizenzabkommen mit Intel im Jahre 1996 galt als Meilenstein in der Rambus-Unternehmensgeschichte, nachdem bereits ein Jahr zuvor Nintendo Rambus´ Bus-Interface für seine Chips verwendete.

Im Jahre 1997 folgte anschließend der Börsengang an die Technologiebörse Nasdaq. Jahre später expandierte Rambus nach Taiwan, wobei der Speicherspezialist eine weitere Niederlassung in Taipei ins Leben rief. Gleichzeitig lizenzierte Sony Rambus´ DRAM-Technologie für seinen Verkaufsschlager PlayStation 2 (PS2) und PS3.

Jahre später folgten weitere Lizenzabkommen mit dem Router-Spezialisten Juniper und dem Chiphersteller Texas Instruments (TI). Neu entwickelte Speichertechnologien sollen das Unternehmen wieder zurück auf die Erfolgsspur führen, nachdem sich Rambus in den letzten Jahren in zahlreichen Patentstreitigkeiten mit Mitbewerbern verschließ. Daneben kaufte Rambus Patente und ausgesuchte Vermögenswerte des Speicher-Spezialisten Velio Communications. Velio-Produkte sollen in die neue RaSer-Produktlinie mit einfließen. Mitte 2004 übernahm Rambus verschiedene Patente und Technologien von Cadence Design Systems. Im April 2005 übernahm Rambus Kern-Technologien und Patente (Interface IP) von GDA Technologies. Im Dezember 2009 verstärkte Rambus sein Produktportfolio durch die Übernahme von Vermögenswerten von Global Lighting Technologies (GLT).

Anfang 2010 schloss Rambus einen umfassenden Patentvertrag mit Samsung Electronics, der Rambus insgesamt Zahlungen in Höhe von 900 Mio. Dollar in den nächsten fünf Jahren sichert.

Meldung gespeichert unter: Rambus

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