Qualcomm drängt in den Markt für Smartphone-Chips

Freitag, 18. Juni 2010 12:35
Qualcomm

(IT-Times) - Der weltgrößte Mobile-Chiphersteller Qualcomm (Nasdaq: QCOM, WKN: 883121) sorgte zuletzt für Aufsehen, nachdem sich das Unternehmen für eine Mrd. US-Dollar eine Mobilfunklizenz in Indien sicherte.

Man wolle mit den indischen Mobilfunknetzbetreiber aber nicht in Konkurrenz treten, sondern vielmehr beim Aufbau eines 3G-Netzes in Indien helfen und dieses später abgeben, ließ Qualcomm India Manager und Präsident Kanwalinder Singh durchblicken. Beim Aufbau des 3G-Netzes will das Unternehmen mit lokalen Partnern zusammenarbeiten, so der Manager.

Qualcomm meldet 140 Design-Wins für Snapdragon
Der indische Mobilfunkmarkt gilt als einer der am schnellsten wachsendsten Märkte weltweit, doch Qualcomm hat nicht nur Indien und das Geschäft mit Mobilfunkausrüstungstechnik im Blick. Große Hoffnungen setzen die Amerikaner auch auf ihren Smartphone-Prozessor Snapdragon. Mit etwa 140 Design-Wins gehört der Snapdragon-Chipsatz bereits heute zu den drei erfolgreichsten Smartphone-Prozessoren, weiß etwa Will Strauss von Forward Concepts.

Der Qualcomm-Chip läuft unter anderem im Google Nexus One, sowie im HTC Incredible, im Sprint EVO 4G und im neuen Tablet PC von Dell (Dell Streak). Während das Nexus One bislang kein großer Hit war, erfreuen sich HTC-Smartphones immer größerer Beliebtheit. Im ersten Quartal konnte HTC 3,3 Millionen Handys verkaufen, was einem Plus von 37 Prozent entspricht. Nach diversen Medienberichten zufolge soll auch im neuen HTC Supersonic ein Snapdragon-Chipsatz zum Einsatz kommen.

Noch machen Smartphones nur etwa 17 Prozent des gesamten Handy-Marktes aus, dies könnte sich schon bald ändern. Glaubt man Analysten und Marktbeobachtern, dürfte der Smartphone-Anteil am gesamtem Mobilfunkmarkt schon im Jahr 2014 38 Prozent erreichen.

Konkurrenz schläft nicht - Intel will mit Medfield kontern
Um die Konkurrenz in Form von Texas Instruments, Infineon und Marvell weiter in Schach zu halten, arbeitet Qualcomm bereits an einem 1,5 Gigahertz Snapdragon-Prozessor, nachdem die 1,2 Gigahertz Version gerade erst zu Testzwecken an die Hersteller ausgeliefert wurde. Die Zeit drängt, denn im nächsten Jahr will auch Intel mit dem Atom-basierten Medfield ebenfalls einen Smartphone-Prozessor ins Rennen schicken…

Kurzportrait

Die im Jahre 1985 gegründete und in San Diego ansässige Qualcomm ist einer der weltweit führenden Anbieter im Bereich Mobilfunkchips. Dabei gilt das Unternehmen als Pionier der sogenannten CDMA-Technologie (Code Division Multiple Access). Qualcomm dominiert diesen Mobilfunkstandard mit einem Marktanteil von mehr als 70 Prozent. Dabei vermarktet das Unternehmen seine CDMA-Technik inklusiver zugehöriger Software über die im Jahre 1995 gegründete Qualcomm CDMA Technologies (QCT). Die Einheit gehört zu den insgesamt vier Hauptgeschäftssegmenten: Qualcomm Technology Licensing (QTL). Qualcomm Wireless & Internet (QWI) und Qualcomm Strategic Initiatives (QSI).

Zu den weltweit mehr als 140 Lizenznehmern zählt unter anderem auch der weltgrößte Mobilfunkhersteller Nokia. Die Einheit QCT produziert die Chipsätze allerdings nicht selbst, sondern lässt diese von anderen Technologiespezialisten wie IBM und anderen Halbleiterherstellern fertigen.

Die Qualcomm-Sparte Qualcomm MEMS Technologies (QMT) entwickelt Display-Technologien für Mobilfunkprodukte. Weitere Geschäftseinheiten sind die Qualcomm Flarion Technologies (QFT) sowie der MediaFLO-Entwickler MediaFLO Technologies (MFT).

In den vergangenen Jahren folgten eine Reihe von Firmenzukäufen. So wurde Ende 2004 der Interface-Spezialist Trigenix Ltd gekauft. Im Jahr 2005 schluckte man den britischen Softwarespezialisten Elata sowie den Technologieanbieter Flarion Technologies. Anfang 2006 wurde der Halbleiterspezialist Berkana Wireless übernommen. Mit dem Mobilfunktester Qualphone, dem Technikspezialisten nPhase und Airgo Networks folgten in 2006 weitere Übernahmen. Gleichzeitig wurde das Bluetooth-Geschäft von RF Micro Devices übernommen. In 2007 schluckte Qualcomm unter anderem die Spezialisten Firethorn und SoftMax. Anfang 2008 verstärkte sich Qualcomm durch die Übernahme des irischen Mobile-Spezialisten Xiam. Mitte 2010 sicherte sich Qualcomm eine Mobilfunk-Spektrumlizenz in Indien im 2,3-Gigahertz-Bereich, um ein 3G-Netz zu errichten. Gleichzeitig gründete Qualcomm mit Hughes Telematics und American Medical Alert Corp das Joint Venture „Lifecomm“.

Mit mehr als 1.900 eingetragenen Patenten will sich Qualcomm den notwendigen technischen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz sichern. Durch Content-Lizenzabkommen mit CBS, FOX, NBC, MTV, Comedy Central und Nickelodeon will Qualcomm dem Mobile-TV zum Durchbruch verhelfen. Zu den Kunden von Qualcomm zählen Technologiefirmen aus Asien wie Acer, HTC, Kyocera, Via und LG Electronics, aber auch US-Firmen wie Verizon Wireless, Dell, Sprint und die finnische Nokia.

Zahlen

Für das vergangene Märzquartal meldete Qualcomm einen Umsatzanstieg um acht Prozent auf 2,66 Mrd. US-Dollar. Dabei konnte der CDMA-Spezialist einen Nettogewinn von 774 Mio. Dollar oder 46 US-Cent je Aktie erwirtschaften, nachdem in der Vorjahresperiode noch ein Verlust von 289 Mio. Dollar oder 18 US-Cent je Aktie zu Buche stand.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen summierte sich der Nettogewinn im jüngsten Quartal auf 59 US-Cent je Aktie, während Analysten lediglich mit einem Plus von 56 US-Cent je Aktie gerechnet hatten.

Meldung gespeichert unter: Qualcomm

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