Q-Cells steckt weiter in der Krise - keine Besserung in Sicht

Mittwoch, 16. November 2011 14:12

(IT-Times) - Nachdem Q-Cells-Aktien zu Wochenbeginn kräftig einbrachen, setzte bei Q-Cells-Aktien am heutigen Mittwoch eine kräftige Erholung ein. Die Papiere legten um rund 9,7 Prozent auf 0,79 Euro zu. Aufgrund der knappen Mittel und der niedrigen Bewertung steigt die Hoffnung, dass sich Q-Cells einen Partner ins Boot holt.

Auch eine Übernahme durch einen Energieversorger oder Ölkonzern scheint möglich, nachdem Total sich bereits die Mehrheit am US-Solarkonzern SunPower gesichert hat. Fest steht, dass die Solarbranche angesichts der hohen Überkapazitäten vor einer umfangreichen Konsolidierungswelle steht.

Finanzvorstand Helmes nimmt seinen Hut
Nachdem Finanzvorstand Marion Helmes sein Amt niedergelegt hat, sollen es nunmehr Konzernchef Nedim Cen und Ex-Infineon-Vorstand Andreas von Zitzewitz richten. Q-Cells steht dabei mit dem Rücken zur Wand, wird im Februar 2012 eine Wandelanleihe fällig, die voraussichtlich nicht fristgerecht zurückgezahlt werden kann. Man habe bereits Verhandlungen über eine mögliche Verlängerung der Zahlungsfrist eingeleitet, heißt es bei Q-Cells (WKN: 555866).

Obwohl Q-Cells im jüngsten Quartal einen positiven Cashflow von 41,9 Mio. Euro erwirtschaftete und dadurch die liquiden Mittel von 169,5 auf 230,3 Mio. Euro erhöhen konnte, hat sich die Lage insgesamt nicht verbessert. Der Grund ist die weiterhin schlechte Lage an der Preisfront.

Keine Erholung an der Preisfront in Sicht
Die Preisspirale bei Solarzellen dreht sich auch im November weiter nach unten. Die Preise für Solarzellen (Wirkungsgrad von 16,2 bis 16,4 Prozent) brachen am Spot-Markt zuletzt auf 1,02 bis 1,10 US-Dollar ein, Zellen mit einem niedrigeren Wirkungsgrad werden nur noch für 1,00 US-Dollar je Einheit gehandelt, so der Branchendienst DigiTimes mit Verweis auf Industriequellen.

Trotz der bereits niedrigen Preise, scheint die Nachfrage nicht in Gang zu kommen. Die Nachfrage sei weiterhin schwach, heißt es aus der Industrie.

Kurzportrait

Die im Jahre 1999 gegründete und Thalheim/Sachen-Anhalt ansässige Q-Cells SE ist einer der weltweit größten Hersteller von Solarzellen. Im Jahr 2001 nahm Q-Cells die Produktion auf, wobei heute hochmoderne Produktionslinien in Malaysia betrieben werden.

Das Unternehmen hat sich hauptsächlich auf die Produktion von mono- und multikristalline Solarzellen auf Siliziumbasis spezialisiert. Inzwischen bietet Q-Cells aber auch Dünnschichtmodule an. Daneben arbeitet Q-Cells im Bezug auf die Fertigung ganzer Solarmodule mit führenden Moduleherstellern weltweit zusammen.

Die gesamte Solarzellenfertigung bei Q-Cells ist vollautomatisiert. Insgesamt bietet Q-Cells Solarzellen in 48 verschiedenen Qualitätsklassen an. Q-Cells legt bei der Fertigung und Herstellung seiner Zellen auf beste Qualität, Optik und Leistung. Das Unternehmen legt auch großen Wert auf Schwachlichtverhalten und Leistungstoleranzen, die Q-Cells mit +/- 1,5 Prozent angibt. Mit der Einführung der ersten 6-Zoll-Solarzelle Q6 und dem Zellformat Q6L will sich das Unternehmen von seinem Wettbewerbern abgrenzen.

Q-Cells verkauft seine Produkte weltweit in mehr als 32 Ländern (Spanien, Frankreich, Italien, Türkei, Japan, Südkorea, China, USA, Südafrika usw.) und beliefert mehr als 67 Kunden wie zum Beispiel die Solon AG. Der Exportanteil liegt inzwischen bei weit über 50 Prozent, Tendenz steigend. Im Ausland ist das Unternehmen unter anderem mit seiner Tochter Q-Cells Asia Ltd. präsent. Zudem hält das Unternehmen weitere Beteiligungen an der EverQ GmbH und der CSG Solar AG. 33 Prozent werden an der kalifornischen Solaria Corporation gehalten, während Q-Cells 100 Prozent der Anteile an Sontor und Calyxo hält. Die Tochter Sontor wurde in 2009 mit dem Spezialisten Sunfilm fusioniert, um einen neuen Dünnschichtanbieter zu schaffen, an welchem Q-Cells mit 50 Prozent beteiligt sein wird. Darüber hinaus hat Q-Cells eine Kooperation mit der chinesischen LDK Solar im Bereich Silizium-Wafer geschlossen. Mitte 2009 stockte Q-Cells seine Beteiligung an der Solibro GmbH auf 100 Prozent auf.

Mit der Q-Cells International GmbH hat das Unternehmen in 2007 eine neue Tochter gegründet, die sich auf die Projektierung von Dachanlagen und Freiflächenanlagen konzentrieren soll. Im Mai 2009 trennte sich Q-Cells von seiner 17,2%igen Beteiligung an dem norwegischen Spezialisten Renewable Energy Corp (REC). Ende 2010 trennte sich Q-Cells von seiner Tochter Q-Cells Clean Sourcing GmbH. Im Frühjahr 2011 kündigte Q-Cells den Markteinstieg in den japanischen Markt an. Mitte 2011 stieg Q-Cells mit dem Modul Q.Peak in die Fertigung eigener Solarmodule ein.

Insgesamt beschäftigte Q-Cells zuletzt mehr als 2.300 Mitarbeiter, davon über 100 Wissenschaftler und Ingenieure. Die Produktionskapazitäten der Gesellschaft (Solarzellen und Dünnschichtmodule) summierten sich Ende 2010 auf 1,3 GWp.

Zahlen

Der Umsatz der deutschen Q-Cells SE betrug 228,8 Mio. Euro im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres, während es im Vorjahreszeitraum 401,6 Mio. Euro gewesen waren. Das EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) des Solarunternehmens rutschte von plus 58,4 Mio. Euro im Vorjahr auf einen Verlustwert von minus 24,3 Mio. Euro.

Meldung gespeichert unter: Global PVQ

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...