Priceline - mit neuem Namen zu neuen Rekordkursen?

Online-Reisen

Mittwoch, 16. April 2014 13:57
Priceline Unternehmenslogo

(IT-Times) - Die populäre Reise-Buchungsseite Priceline.com hat einen neuen Namen. Seit 1. April firmiert das Unternehmen unter Priceline Group, nachdem das Unternehmen in den vergangenen Jahren verschiedene Unternehmen (Booking.com, Agoda.com, Kayak etc.) aufgekauft hatte.

Die Übernahme der von Booking.com im Jahr 2005 dürfte wohl als eine der erfolgreichsten Firmenzukäufe in die Internetgeschichte eingehen. Priceline.com hatte damals nur 135 Mio. US-Dollar bezahlt, heute steuert Booking.com den Großteil zu den Priceline-Einnahmen bei, dies sich allein im Vorjahr auf 6,79 Mrd. Dollar summierten. Der Gewinn der Priceline Gruppe stieg in dieser Zeit von 10,0 Mio. Dollar in 2003, auf 2,2 Mrd. US-Dollar in 2013.

Priceline nimmt Umsatzmarke von 10 Mrd. Dollar ins Visier
Der große Erfolg spiegelt sich auch im Priceline-Aktienkurs wider, der im vergangenen Jahrzehnt um sagenhafte 4.600 Prozent zulegte. Zuletzt notierte der Wert bei rund 1.170 US-Dollar an der New Yorker Nasdaq, das Jahreshoch lag im Februar bei 1.378 Dollar. Trotz des massiven Kursanstiegs und des intensiven Wettbewerbs sehen Analystenhäuser nach wie vor Kurspotential für die Online-Reiseseite, die wohl im Jahr 2015 nach Analystenschätzungen die Umsatzmarke von 10 Mrd. US-Dollar überschreiten dürfte.

Der Grund liegt an der nach wie vor ungebrochenen Reisefreude der Konsumenten. Die Tourismus-Industrie ist inzwischen ein Billionen-Geschäft geworden, von der auch Priceline Group aufgrund seiner starken Marktposition weiter profitieren dürfte. Zudem dürfte die Übernahme von Kayak für 1,8 Mrd. US-Dollar nicht die letzte Übernahme von Priceline gewesen sein.

Gerüchte um Übernahme von HomeAway
Der bisherige Booking.com Chef Darren Huston, der inzwischen Priceline Group (Nasdaq: PCLN, WKN: 766054) als CEO führt, macht zwar in jüngsten Interviews klar, dass die Gruppe vor allem weiter organisch wachsen will, dennoch kursierten zuletzt in den USA Gerüchte, wonach Priceline möglicherweise vor einer weiteren großen Übernahme steht.

Die Rede ist von HomeAway, einem führenden Online-Marktplatz zur Vermietung von Ferienhäusern. Bereits Ende 2012 war HomeAway mit seinem Online-Marktplatz und 44 Webseiten in 13 verschiedenen Sprachen präsent. Mit einem Quartalsumsatz von rund 100 Mio. US-Dollar ist HomeAway bereits profitabel.

Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von etwa 3,0 Mrd. US-Dollar ist HomeAway allerdings kein Schnäppchen. Doch Priceline könnte sich die Übernahme dank Barreserven von 6,8 Mrd. US-Dollar leisten - wenn das Unternehmen will.

Kurzportrait

Die Internet-Plattform Priceline Group, die im Jahre 1998 mit seinem Internet-Service Priceline.com online ging, gilt als eine der größten Online-Reiseseiten im weltweiten Datennetz. Durch sein patentiertes System (US-Patent Nr. 5.794.207) können Interessenten einen Preis für Flugtickets, Hotelzimmer, Kreuzfahrten und Mietautos nennen, während sich das Softwaresystem in der angeschlossenen Datenbank auf die Suche nach übereinstimmenden Angeboten begibt. Findet Priceline.com ein Angebot, welches zum vorgegebenen Preis passt, kommt ein Kaufvertrag zwischen dem Interessenten und Priceline zu Stande.

Insgesamt bietet die in Norwalk/Connecticut ansässige Priceline seinen Service in weit mehr als 1.200 Großstädten der USA an und verfügt über eine Datenbank, an welcher über 250.000 Hotels in USA, Europa, Kanada, Mexiko und der Karibik angeschlossen sind. Im Bereich der Vermittlung von Flugtickets kooperiert das Unternehmen mit mehr als 30 nationalen und internationalen Fluglinien. Die funktionale Online-Plattform wird dabei von einem kostenlosen Newsletter-Service ergänzt, der den Interessenten über aktuelle Angebote informiert. Der Online-Service wird zudem durch einen Last-Minute-Service abgerundet. Gemeinsam mit dem Unternehmen LastMinuteTravel Network offeriert das Unternehmen auch Angebote für kurzentschlossene Kunden. Über seine Beteiligung an Priceline Mortgage Company LLC (49 Prozent) bietet Priceline aber auch Finanzierungsservices an. Kreuzfahrten werden über den Kooperationspartner World Travel Holdings angeboten.

Im Jahr 2002 kaufte das Unternehmen die Domain, sowie die Rechte an der rivalisierenden Online-Plattform Lowestfare.com, welche zuvor ebenfalls Flugtickets über das Internet anbot. Mit der Akquisition von Rentalcars.com stieg Priceline auch in das Mietwagengeschäft ein. Im Jahr 2004 übernahm Priceline schließlich das Reise-Portal Travelweb.com und Active Hotels. Mitte 2005 kaufte Priceline den holländischen Buchungs- und Reservierungsspezialisten Bookings B.V. Die beiden Einheiten wurden in die Plattform Booking.com integriert. Ende 2007 verstärkte sich Priceline in Asien und übernahm den thailändischen Buchungs- und Hotelspezialisten Agoda Company. Im Frühjahr 2010 verstärkte sich Priceline in Europa durch die Übernahme der britischen TravelJigsaw, die inzwischen in Rentalcars.com unbenannt wurde. Im Mai 2013 schloss Priceline die Übernahme von Kayak Software ab.

Zahlen

Für das vergangene vierte Quartal 2013 meldet Priceline Group einen Umsatzanstieg um 29 Prozent auf 1,54 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn schnellte dabei zunächst auf 378 Mio. US-Dollar oder 7,14 Dollar je Aktie nach oben, nach einem Profit von 289 Mio. Dollar oder 5,63 Dollar je Aktie im Jahr vorher. Der bereinigte Nettogewinn (Non-GAAP) kletterte auf 471 Mio. US-Dollar oder 8,85 Dollar je Aktie, womit Priceline die Markterwartungen der Analysten deutlich übertreffen konnte. Analysten hatten an dieser Stelle nur mit einem Nettogewinn von 8,29 Dollar je Aktie gerechnet.

Der Betreiber populärer Reiseseiten wie Booking.com, Kayak, Agoda.com und Rentalcars.com verbuchte im jüngsten Quartal Reisebuchungen in Höhe von 9,1 Mrd. US-Dollar, ein Zuwachs von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz kletterte in 2013 auf 6,79 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 5,26 Mrd. Dollar. Dabei konnte Priceline einen bereinigten Nettogewinn (Non-GAAP) von 2,2 Mrd. Dollar oder 41,72 Dollar je Aktie ausweisen, ein Zuwachs von 36,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: Booking.com

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