Phoenix Solar stürzt ab - Solarbranche vor längerer Stagnationsphase

Donnerstag, 12. Mai 2011 13:39
Phoenix Solar

(IT-Times) - Die Aktien des deutschen Photovoltaik-Systemhauses Phoenix Solar AG gerieten in den letzten Tagen kräftig unter die Räder. Wurden die Papiere im April noch bei über 23 Euro gehandelt, brach der Aktienkurs zuletzt auf rund 17,50 Euro ein.

Phoenix Solar (WKN: A0BVU9) hatte in Folge einer schwachen Nachfrage im ersten Quartal einen deutlichen Umsatzeinbruch ausweisen müssen. Infolge dessen rutschte das EBIT in die roten Zahlen. Eine Besserung ist vorerst nicht in Sicht, denn auch im April blieb die Auftragslage weiter verhalten, heißt es aus dem Unternehmen.

Italien dreht den Subventionshahn zu - Geschäft kommt zum Erliegen
Verantwortlich für das schwache Geschäft war nicht nur ein langer Winter, sondern insbesondere auch die Absenkung der Einspeisetarife in wichtigen europäischen PV-Märkten wie in Deutschland, Frankreich und Italien. Vor allem die gesetzlichen Änderungen in Italien haben das Geschäft dort inzwischen fast vollständig zum Erliegen gebracht, heißt es bei Phoenix Solar.

Der Nachfrageeinbruch trifft Phoenix Solar besonders hart, ist das Unternehmen zum Großteil vom europäischen PV-Markt abhängig. Zwar erzielt Phoenix Solar knapp 72 Prozent der Erlöse außerhalb Deutschlands, jedoch spielen dabei Frankreich, Italien und Griechenland eine große Rolle. Um so wichtiger ist der Ausbau des Übersee-Geschäfts, wie im Vorjahr in den USA geschehen.

Bis sich diese Investitionen auszahlen, wird es allerdings noch eine Weile dauern. Nachdem Boomjahr 2010 rechnet man bei Phoenix Solar in diesem Jahr mit einer Stagnation des PV-Marktes. Im nachfolgenden Jahr 2012 soll es dann wieder aufwärts gehen, wobei man bei Phoenix Solar auf positive Effekte für die Branche durch die Atomkatastrophe in Japan hofft.

PV-Dachanlagen sollen stärker in den Vordergrund rücken
Neben dem Ausbau des Auslandsgeschäfts sehen Investmentbanker aus dem Hause Jefferies noch weiteren Handlungsbedarf bei Phoenix Solar. Das Unternehmen müsse sich im Markt für PV-Dachlanlagen besser aufstellen, heißt es. Die jüngsten gesetzlichen Änderungen bevorzugen insbesondere kleine Dachanlagenprojekte. Phoenix Solar habe bislang aber vor allem bei größeren PV-Projekten einen Namen, ist aber im kleinen Dachanlagen-Markt eher unterpräsentiert.

Allerdings sind die Jefferies-Experten überzeugt davon aus, dass man beim Management diesen Schwachpunkt bereits erkannt hat. Die Analysten glauben, dass Phoenix Solar bereits daran arbeitet, um sich eine stärkere Position im Dachanlagen-Markt zu verschaffen. Erste Checks haben ergeben, dass Phoenix Solar aktiv seinen Personalbestand mit Spezialisten im Dachanlagen-Bereich aufstockt.

Dadurch dürfte Phoenix Solar von der vierten Conto Energia Novelle in Italien profitieren, wodurch vor allem Dachanlagen bevorzugt werden sollen.

Kurzportrait

Die bei Sulzemoos bei München ansässige und im Jahr 1999 gegründete Phoenix Solar AG trat ursprünglich unter dem Namen Phönix SonnenStrom AG auf. Seit Mitte 2007 firmiert das Unternehmen unter dem Namen Phoenix Solar AG.

Das Unternehmen ging im Jahr 1994 aus der Solarinitiative des Bundes der Energieverbraucher e.V. hervor. Zunächst beschränkte sich das Unternehmen nur auf die Vermarktung von thermischen Solaranlagen zur Brauch- und Trinkwassererwärmung. Heute entwickelt, produziert und vertreibt Phoenix Solar Photovoltaik-Großkraftwerke und ist zudem Fachhändler für Photovoltaikanlagen, Solarmodule, Wechselrichter und Zubehörprodukte. Dabei vermarktet das Unternehmen sämtliche Modultechniken (monokristallin, polykristallin, Dünnschicht) der größten Hersteller weltweit. Gleichzeitig erweiterte Phoenix seine Produktpalette um CIGS-Dünnschichtmodule.

Als führend sieht sich das Unternehmen dann auch im Bereich der Photovoltaik-Systemtechnik. Hier ist das Unternehmen unter anderem mit seinem eigens entwickelten Montagesystem TectoSun vertreten. Phoenix Solar will dabei die Systemkosten in den nächsten Jahren konsequent senken.

Um seine Produkte zu vermarkten, ist das Unternehmen an mehreren Standorten in Deutschland vor Ort präsent. So betreibt das Unternehmen Tochtergesellschaften in Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich, Singapur und Australien. So hält das Unternehmen 95 Prozent der Anteile an der spanischen Tochter Phoenix Solar, Madrid. In Italien ist Phoenix Solar über die Einheit Renewable Energies Development 2002 vertreten, an der Phoenix 49 Prozent der Anteile hält. In Asien ist das Unternehmen über die Tochter Phoenix Solar Pte (Singapur) am Start, an der das Unternehmen eine Beteiligung von 75 Prozent hält. Über seine Tochter in Singapur will das Unternehmen insbesondere in den Boommärkten China, Indien und in Thailand Fuß fassen. Mitte 2008 stockte Phoenix Solar seine Beteiligung an der italienischen RED 2002 Srl von 49 auf 100 Prozent auf.

Anfang 2009 verstärkte sich Phoenix Solar durch die Übernahme der italienischen Scarlatti Srl. Gleichzeitig wurde die Fusion mit der Phoenix Solar Energy Investments AG abgeschlossen. Seit Ende 2009 ist Phoenix Solar auch mit einer Niederlassung (Phoenix Solar L.L.C) im Sultanat Oman vertreten. An der Tochter Phoenix Solar L.L.C hält Phoenix Solar 70 Prozent der Anteile. Im Herbst 2010 vollzog Phoenix Solar mit der 100%igen Tochter Phoenix Solar Systems Inc auch den Markteintritt in den amerikanischen PV-Markt.

Hauptlieferanten des Unternehmens sind insbesondere First Solar und die Signet Solar GmbH. Weitere Partnerschaften bestehen unter anderem mit der KG Allgemeine Leasing (Vertrieb). Waren Phoenix Solar-Aktien bislang nur im amtlichen Handel der Frankfurter Börse (Prime Standard) notiert, sind die Papiere inzwischen im TecDax vertreten.

Zahlen

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