Phoenix Solar hofft aufs Auslandsgeschäft - Förderkürzung in Deutschland vom Tisch?

Montag, 22. März 2010 12:55
Phoenix Solar

(IT-Times) - Das Photovoltaik-Systemhaus Phoenix Solar AG (WKN: A0BVU9) konnte im vergangenen vierten Quartal 2009 einen Rekordumsatz melden und blickt trotz geplanter Kürzung der Einspeisevergütung in Deutschland zuversichtlich ins neue Jahr. Der Grund: Der Auftragsbestand des Unternehmens befindet sich auf Rekordniveau, zudem will das Unternehmen im Ausland stärker wachsen.

Dies ist auch notwendig, denn bislang erzielt das Unternehmen mehr als 90 Prozent seines Umsatzes in Deutschland. Dabei will sich Phoenix Solar verstärkt auf Wachstumsregionen wie Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland, Oman, Australien, Singapur und nicht zuletzt auf die USA konzentrieren.

Auslandsgeschäft soll in 2013 rund 65 Prozent der Erlöse generieren
Noch im ersten Halbjahr 2010 soll der Markteintritt in die USA durch eine eigene Niederlassung in Kalifornien erfolgen. Erste Umsätze aus dem US-Geschäft erwartet das Unternehmen dann Anfang 2011. Der US-Solarmarkt gilt neben dem chinesischen Markt als der Markt mit dem größten Wachstumspotential in den nächsten Jahren. Schon in den nächsten zwei bis drei Jahren könnte der US-Markt Deutschland als führenden Solarmarkt ablösen, glauben Marktbeobachter. Hintergrund ist das aufgelegte Förderprogramm der US-Regierung für erneuerbare Energien im Gesamtvolumen von 150 Mrd. US-Dollar.

In drei Jahren bis zum Jahr 2013 will Phoenix Solar bereits 65 Prozent seines Umsatzes im Ausland erwirtschaften, so Phoenix Solar Vorstandschef Andreas Hänel im Interview gegenüber dem Magazin Euro. Ein ehrgeiziges Ziel, denn im vierten Quartal 2009 erwirtschaftete Phoenix Solar lediglich 6,6 Prozent seiner Erlöse im internationalen Geschäft, wie die Analysten des Hauses Close Brothers Seydler Research wissen.

Solarbranche erhält Schonfrist
In Deutschland hingegen droht ein herber Einbruch. Als Projektierer von großen Solarkraftwerken ist Phoenix Solar vom Ende der Förderung für Ackerflächen besonders betroffen. Allerdings könnte nunmehr zumindest für dieses Jahr ein Aufschub winken, denn insbesondere die CSU sträubt sich gegen den ausgehandelten Kompromiss und macht in internen Verhandlungen Druck.

Ursprünglich sollte die Subventionskürzung schon am 1. April in Kraft treten, wurde aber dann auf 1. Juli verschoben. Die Streichung der Förderung auf Ackerflächen wurde zunächst zurückgenommen und sollte erst am 1. Oktober greifen - nunmehr soll der Passus für die Streichung der Fördermittel für Ackerflächen ganz vom Tisch sein, so der Branchendienst Oekonews.at. Auch die geplante drastische Senkung der Einspeisevergütung um 16 Prozent steht angeblich wieder zur Disposition…

Kurzportrait

Die bei Sulzemoos bei München ansässige und im Jahr 1999 gegründete Phoenix Solar AG trat ursprünglich unter dem Namen Phönix SonnenStrom AG auf. Seit Mitte 2007 firmiert das Unternehmen unter dem Namen Phoenix Solar AG.

Das Unternehmen ging im Jahr 1994 aus der Solarinitiative des Bundes der Energieverbraucher e.V. hervor. Zunächst beschränkte sich das Unternehmen nur auf die Vermarktung von thermischen Solaranlagen zur Brauch- und Trinkwassererwärmung. Heute entwickelt, produziert und vertreibt Phoenix Solar Photovoltaik-Großkraftwerke und ist zudem Fachhändler für Photovoltaikanlagen, Solarmodule, Wechselrichter und Zubehörprodukte. Dabei vermarktet das Unternehmen sämtliche Modultechniken (monokristallin, polykristallin, Dünnschicht) der größten Hersteller weltweit. Gleichzeitig erweiterte Phoenix seine Produktpalette um CIGS-Dünnschichtmodule.

Als führend sieht sich das Unternehmen dann auch im Bereich der Photovoltaik-Systemtechnik. Hier ist das Unternehmen unter anderem mit seinem eigens entwickelten Montagesystem TectoSun vertreten. Phoenix Solar will dabei die Systemkosten in den nächsten Jahren konsequent senken.

Um seine Produkte zu vermarkten, ist das Unternehmen an mehreren Standorten in Deutschland vor Ort präsent. So betreibt das Unternehmen Tochtergesellschaften in Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich, Singapur und Australien. So hält das Unternehmen 95 Prozent der Anteile an der spanischen Tochter Phoenix Solar, Madrid. In Italien ist Phoenix Solar über die Einheit Renewable Energies Development 2002 vertreten, an der Phoenix 49 Prozent der Anteile hält. In Asien ist das Unternehmen über die Tochter Phoenix Solar Pte (Singapur) am Start, an der das Unternehmen eine Beteiligung von 75 Prozent hält. Über seine Tochter in Singapur will das Unternehmen insbesondere in den Boommärkten China, Indien und in Thailand Fuß fassen. Mitte 2008 stockte Phoenix Solar seine Beteiligung an der italienischen RED 2002 Srl von 49 auf 100 Prozent auf. Anfang 2009 verstärkte sich Phoenix Solar durch die Übernahme der italienischen Scarlatti Srl. Gleichzeitig wurde die Fusion mit der Phoenix Solar Energy Investments AG abgeschlossen. Seit Ende 2009 ist Phoenix Solar auch mit einer Niederlassung (Phoenix Solar L.L.C) im Sultanat Oman vertreten. An der Tochter Phoenix Solar L.L.C hält Phoenix Solar 70 Prozent der Anteile.

Hauptlieferanten des Unternehmens sind insbesondere First Solar und die Signet Solar GmbH. Weitere Partnerschaften bestehen unter anderem mit der KG Allgemeine Leasing (Vertrieb). Waren Phoenix Solar-Aktien bislang nur im amtlichen Handel der Frankfurter Börse (Prime Standard) notiert, sind die Papiere inzwischen auch im TecDax vertreten.

Zahlen

Beim Umsatz erreichte Phoenix Solar die selbst gesetzte Prognose und setzte in 2009 insgesamt 473,0 Mio. Euro (2008: 402,5 Mio. Euro) um. Zwar lag die Kennzahl somit im angepeilten Bereich zwischen 430 Mio. und 480 Mio. Euro, allerdings hatte das Unternehmen diese erst im November 2009 nach unten korrigiert. Ursprünglich galt die Zielschwelle von 520 Mio. Euro. Phoenix Solar erklärte, das Jahr 2009 sei insgesamt von einer volatilen Nachfrage und einem unerwartet starken Rückgang der Verkaufspreise für Photovoltaik-Systeme gekennzeichnet gewesen.

Dr. Andreas Hänel, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, merkte an, man sei eines der wenigen Solarunternehmen in Deutschland gewesen, die 2009 sowohl ein Umsatzwachstum als auch ein positives Ergebnis erzielt hätten. Allein das vierte Quartal 2009 hatte mit einem Umsatz von 230,8 Mio. Euro einen Anteil von fast 50 Prozent des Gesamtjahresumsatzes. Somit war das Quartal das bisher umsatzstärkste der Unternehmensgeschichte. Die Auslandsmärkte brachen nahezu weg. Hier erzielte das Unternehmen Umsatzerlöse von 27,6 Mio. Euro (2008: 159,7 Mio. Euro).

Meldung gespeichert unter: Phoenix Solar

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