Phoenix Solar hofft auf die Preiswende

Freitag, 14. August 2009 12:43
Phoenix Solar

(IT-Times) - Die deutsche Solarindustrie steckt tief in der Krise. Einzig das Photovoltaik-Systemhaus Phoenix Solar AG (WKN: A0BVU9) konnte zuletzt mit positiven Zahlen aufwarten und im vergangenen zweiten Quartal in die Gewinnzone zurückkehren.

Die Branche leidet seit geraumer Zeit am anhaltenden Preisverfall bei Solarmodulen und Zellen. Im Gegensatz zum Solarzellenhersteller Q-Cells, der die sinkenden Preise nicht an seine Kunden weitergeben kann, stellt sich die Situation bei Phoenix Solar etwas anders dar. Zwar leidet auch Phoenix Solar zunächst durch den Preisverfall, da das Unternehmen Abschreibungen auf Lagerbestände vornehmen muss. Doch Phoenix Solar produziert als Großhändler selbst keine Module und profitiert daher auf der anderen Seite von den günstigen Einkaufspreisen.

Phoenix Solar gibt diese Einsparungen nur zum Teil an seine Kunden weiter und kann damit einen kompletten Einbruch bei den Margen verhindern. Sinken die Preise im Jahresverlauf weiter, könnte dies sogar die Nachfrage nach Solarmodulen im nächsten Jahr ankurbeln.

Stabilisierung bei den Preisen zeichnet sich ab
Aber noch ist es nicht soweit. Phoenix Solar Chef Andreas Hänel sieht zumindest erste Signale für eine Stabilisierung der Preissituation bei Solarmodulen. Die Preise für Silizium und Wafer seien stabil, wobei die Preise zum Teil sogar schon wieder anziehen würden, äußerte sich der Manager gegenüber Euro am Sonntag. Dieser Trend hätte sich im Juli weiter verstärkt, zeigt sich der Manager hoffnungsvoll, dass sich die Entwicklung im zweiten Halbjahr weiter fortsetzen wird.

Dem entgegen sprechen die Zahlen, die derzeit vom Polysilizium-Markt kommen. Der Preis für den Rohstoff Polysilizium, der am häufigsten bei der Fertigung von Solarzellen zum Einsatz kommt, sank aufgrund der schwachen Nachfrage zuletzt weiter, wie die Londoner Agentur New Energy Finance (NEF) bestätigt.

Die neuen Kontraktpreise für Solarsilizium für die Lieferung im Jahr 2009 sind Ende Juli auf 67 US-Dollar pro Kilo bzw. 0,50 Dollar pro Watt gesunken, so die NEF. Allerdings sehen die Londoner Analysten darin auch ein positives Signal. Dadurch, dass die Hersteller von kristallinen Solarmodulen in der Lage sind, Module für unter zwei US-Dollar pro Watt abzustoßen, rückt die Wettbewerbsfähigkeit zu fossilen Energieträgern näher, was wiederum die Nachfrage nach Solarmodulen ankurbeln könnte.

Nichts desto trotz bleibt die Ungewissheit bestehen, wohin sich die Preise in den nächsten Monaten entwickeln werden. Dämpfend wirken sich dabei die Expansionsvorhaben der chinesischen Hersteller aus, die trotz der Krise ihre Produktionskapazitäten weiter ausbauen wollen…

Kurzportrait

Die bei Sulzemoos bei München ansässige und im Jahr 1999 gegründete Phoenix Solar AG trat ursprünglich unter dem Namen Phönix SonnenStrom AG auf. Seit Mitte 2007 firmiert das Unternehmen unter dem Namen Phoenix Solar AG.

Das Unternehmen ging im Jahr 1994 aus der Solarinitiative des Bundes der Energieverbraucher e.V. hervor. Zunächst beschränkte sich das Unternehmen nur auf die Vermarktung von thermischen Solaranlagen zur Brauch- und Trinkwassererwärmung. Heute entwickelt, produziert und vertreibt Phoenix Solar Photovoltaik-Großkraftwerke und ist zudem Fachhändler für Photovoltaikanlagen, Solarmodule, Wechselrichter und Zubehörprodukte. Dabei vermarktet das Unternehmen sämtliche Modultechniken (monokristallin, polykristallin, Dünnschicht) der größten Hersteller weltweit. Gleichzeitig erweiterte Phoenix seine Produktpalette um CIGS-Dünnschichtmodule.

Als führend sieht sich das Unternehmen dann auch im Bereich der Photovoltaik-Systemtechnik. Hier ist das Unternehmen unter anderem mit seinem eigens entwickelten Montagesystem TectoSun vertreten. Phoenix Solar will dabei die Systemkosten in den nächsten Jahren konsequent senken.

Um seine Produkte zu vermarkten, ist das Unternehmen an mehreren Standorten in Deutschland vor Ort präsent. Zudem ist Phoenix Solar in den vergangenen Jahren im Ausland expandiert. So hält das Unternehmen 95 Prozent der Anteile an der spanischen Tochter Phoenix Solar, Madrid. In Italien ist Phoenix Solar über die Einheit Renewable Energies Development 2002 vertreten, an der Phoenix 49 Prozent der Anteile hält. In Asien ist das Unternehmen über die Tochter Phoenix Solar Pte (Singapur) am Start, an der das Unternehmen eine Beteiligung von 75 Prozent hält. Über seine Tochter in Singapur will das Unternehmen insbesondere in den Boommärkten China, Indien und in Thailand Fuß fassen. Mitte 2008 stockte Phoenix Solar seine Beteiligung an der italienischen RED 2002 Srl von 49 auf 100 Prozent auf. Anfang 2009 verstärkt Phoenix durch die Übernahme der italienischen Scarlatti Srl. Gleichzeitig wurde die Fusion mit der Phoenix Solar Energy Investments AG abgeschlossen.

Hauptlieferanten des Unternehmens sind insbesondere First Solar und die Signet Solar GmbH. Weitere Partnerschaften bestehen unter anderem mit der KG Allgemeine Leasing (Vertrieb). Waren Phoenix Solar-Aktien bislang nur im amtlichen Handel der Frankfurter Börse (Prime Standard) notiert, sind die Papiere inzwischen auch im TecDax vertreten.

Zahlen

Im zweiten Quartal 2009 lag der Umsatz der Phoenix Solar bei 115,7 Mio. Euro nach 110,2 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. 97 Prozent bzw. 112,2 Mio. Euro des Umsatzes wurden dabei auf dem deutschen Markt erzielt. Den Auftragsbestand bezifferte Phoenix Solar zuletzt auf 181,2 Mio. Euro.

Meldung gespeichert unter: Phoenix Solar

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